Analyse der Wirksamkeit der flexiblen Neuroendoskopie in Kombination mit Trockenfeldtechniken bei der Behandlung des chronischen subduralen Hämatoms

Analyse der Wirksamkeit der flexiblen Neuroendoskopie in Kombination mit Trockenfeldtechniken bei der Behandlung des chronischen subduralen Hämatoms

Das chronische subdurale Hämatom (CSDH) ist eine häufige Erkrankung in der Neurochirurgie und macht etwa 10 % aller intrakraniellen Hämatome aus. Die Pathogenese des CSDH ist multifaktoriell und umfasst akute subdurale Hämatome, verzögerte Blutungen infolge von Brückenvenenverletzungen sowie die Evolution traumatischer subduraler Ergüsse. Fortschritte in der Bildgebung und Grundlagenforschung haben zur Erkenntnis geführt, dass CSDH eine entzündlich-vaskuläre proliferative Erkrankung darstellt. Bei älteren Patienten ist die Hirnatrophie mit Erweiterung des subduralen Raums ein Hauptrisikofaktor.

Die chirurgische Intervention bleibt die Therapie der Wahl, wobei die Bohrlochdrainage als Standardverfahren etabliert ist. Diese Methode ist jedoch mit hohen Komplikations- und Rezidivraten verbunden. Die flexible Neuroendoskopie hat sich als vielversprechende Alternative erwiesen. In dieser retrospektiven Studie wurde die Wirksamkeit der flexiblen Neuroendoskopie kombiniert mit Trockenfeldtechniken (DFT) bei der CSDH-Behandlung analysiert.

Methodik
Von Januar 2006 bis Juni 2018 wurden 201 Patienten in drei Gruppen eingeteilt:

  1. Nicht-endoskopische Gruppe (n=126): Bohrlochdrainage (2006–2010).
  2. Endoskopische Gruppe (n=75): Flexible Neuroendoskopie (2011–2018), unterteilt in:
    • DFT-Subgruppe (n=44): Endoskopie mit Trockenfeldtechnik.
    • Nicht-DFT-Subgruppe (n=31): Endoskopie ohne DFT.

Einschlusskriterien umfassten klinische Symptome (Kopfschmerzen, neurologische Defizite), CT-Nachweis eines CSDH und Ausschluss von Rezidiven oder schweren Komorbiditäten. Erhobene Parameter waren Operationszeit, Hämatomclearance, Komplikationen und Rezidivraten. Die statistische Auswertung erfolgte mittels Chi-Quadrat- und t-Tests (SPSS 17.0).

Ergebnisse

  • Alter und Geschlecht: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (mittleres Alter: 71,4 vs. 71,0 vs. 68,3 Jahre).
  • Operationszeit: DFT-Gruppe (37,4 Min.) < Nicht-endoskopische Gruppe (43,1 Min.) < Nicht-DFT-Gruppe (68,8 Min.; p<0,05).
  • Hämatomclearance: 98,2 % (DFT) vs. 97,4 % (Nicht-DFT) vs. 87,1 % (Nicht-endoskopisch; p<0,05).
  • Komplikationen:
    • Nicht-endoskopisch: Pneumenzephalus (18,3 %), Fieber (13,5 %), Epilepsie (6,4 %).
    • DFT-Gruppe: Signifikant niedrigere Rate (4,6 %) vs. Nicht-DFT (12,9 %) und Bohrlochdrainage (22,2 %).
  • Rezidivraten: 6,8 % (DFT) vs. 9,7 % (Nicht-DFT) vs. 15,1 % (Nicht-endoskopisch; p<0,05).

Diskussion
Die Kombination aus flexibler Neuroendoskopie und DFT zeigte mehrere Vorteile:

  1. Visualisierte Präzision: Trockenfeldbedingungen ermöglichen eine detaillierte Inspektion der Hämatomhöhle.
  2. Effektive Behandlung septierter CSDH: Durch Kommunikation abgetrennter Kompartimente.
  3. Reduzierte Lavage-Zeiten: Klare Sicht ohne langwierige Spülungen.
  4. Minimierte Sekundärschäden: Schutz anatomischer Strukturen durch verbesserte räumliche Orientierung.
  5. Optimierte Hämostase: Direkte Visualisierung blutender Gefäße.

Schlussfolgerung
Die flexible Neuroendoskopie mit DFT stellt eine sichere und effiziente Methode zur CSDH-Behandlung dar. Sie übertrifft die Bohrlochdrainage in Bezug auf Clearance-Raten, Komplikationsprophylaxe und Langzeitergebnisse. Prospektive Studien sind notwendig, um potenzielle Confounder weiter zu evaluieren.

Interessenkonflikte
Keine.
Ethische Genehmigung
Die Studie entspricht der Deklaration von Helsinki und wurde von der Ethikkommission der Capital Medical University genehmigt.

DOI: 10.1097/CM9.0000000000000249

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