Assoziation zwischen COL4A3 – Variante und DKD – Suszeptibilität bei T2DM

Assoziation zwischen der COL4A3-Variante rs55703767 und der Suszeptibilität für diabetische Nephropathie bei Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus: Ergebnisse der INDEED-Kohortenstudie

Die diabetische Nephropathie (DKD) ist eine weltweit führende Ursache für terminales Nierenversagen. Die Ätiologie der DKD ist komplex und weitgehend ungeklärt. Eine genomweite Assoziationsstudie identifizierte zuvor die häufige Missense-Variante rs55703767 in COL4A3, die bei Europäern mit Typ-1-Diabetes (T1DM) einen protektiven Effekt auf die DKD zeigte, wobei dieser Effekt vom Blutzuckerspiegel abhing. Daten zur Assoziation dieser Variante mit DKD bei Typ-2-Diabetes (T2DM) sind jedoch unzureichend.

Diese Fall-Kontroll-Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen rs55703767 und der DKD-Suszeptibilität bei T2DM-Patienten im Rahmen der INDEED-Kohorte (Inzidenz, Entwicklung und Prognose der diabetischen Nephropathie). Die Studie entsprach der Deklaration von Helsinki und wurde von der Ethikkommission des Krankenhauses der Peking Universität genehmigt. Alle Teilnehmer gaben eine informierte Einwilligung.

T2DM wurde nach ADA-Kriterien diagnostiziert. Patienten mit Nierenschädigung (eGFR <60 ml/min/1,73 m² oder uACR >3,0 mg/mmol über >3 Monate) wurden als DKD-Fälle eingestuft; solche mit nicht-diabetischen Nierenerkrankungen wurden ausgeschlossen. Alle Patienten hatten eine Diabetesdauer ≥10 Jahre. Die Studie umfasste 1311 T2DM-Patienten (580 mit DKD, 731 ohne DKD).

Demografische Daten wurden standardisiert erhoben. Laborparameter (Triglyzeride, Cholesterin, HDL, LDL, Nüchternblutzucker, uACR, α1-Mikroglobulin) wurden im Zentrallabor des Krankenhauses gemessen. Die Genotypisierung von rs55703767 erfolgte mittels TaqMan-Assay am ViiA™ 7-System. Statistische Analysen umfassten Chi-Quadrat-Tests, t-Tests, Hardy-Weinberg-Gleichgewicht (HWE) und Modelle (dominant, rezessiv, überdominant, additiv) unter Verwendung von SPSS 23.0. Die statistische Power wurde mit QUANTO berechnet.

Patienten mit DKD wiesen signifikant höhere systolische/diastolische Blutdruckwerte, Bauchumfang, BMI, Triglyzeride, Gesamtcholesterin, Nüchternblutzucker und Kreatinin sowie eine niedrigere eGFR auf (Supplementärtabelle). Beide Gruppen entsprachen dem HWE.

Die Genotypverteilung von rs55703767 (G/T) zeigte in der Nicht-DKD-Gruppe: GG 80,6%, GT 18,5%, TT 0,9%; in der DKD-Gruppe: GG 77,8%, GT 21,4%, TT 0,9%. Keine signifikanten Unterschiede (p >0,05) fanden sich in Genotyp- oder Allelfrequenzen (T-MAF: 0,116 vs. 0,102; asiatische Referenz-MAF: 0,11). Keines der genetischen Modelle zeigte eine Assoziation mit DKD-Risiko.

In der DKD-Gruppe hatten TT-Träger signifikant höhere HbA1c-Werte als GT/GG-Träger (p = 0,025). Stratifizierte Analysen nach HbA1c (Cut-offs 6,0–9,0%) ergaben keine signifikanten Unterschiede. Diskrepanzen zu früheren T1DM-Studien könnten auf populationsspezifische Effekte, unterschiedliche Diabetespathogenesen oder Confounder (z.B. Antidiabetika) zurückgehen.

Limitationen umfassen: Fehlende exakte Diabetesdauer, geringe Power (25,59%), Single-SNP-Design mit möglichen falsch-negativen Ergebnissen.

Zusammenfassend zeigt diese Studie keine Assoziation zwischen rs55703767 und DKD-Risiko in der chinesischen T2DM-Population.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001955

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