Auswirkung der Temperaturerhaltung durch Warmluftdecken auf Kinder bei DDH-Operationen

Auswirkung der Temperaturerhaltung durch Warmluftdecken unterschiedlicher Temperaturen auf Veränderungen von Entzündungsfaktoren bei Kindern mit angeborener Hüftgelenksluxation während der Operation

Hypothermie, definiert als eine Kerntemperatur unter 36,7°C, ist eine häufige Komplikation im perioperativen Zeitraum, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern. Sie kann durch große chirurgische Wunden, signifikanten Blutverlust, verlängerte Operationszeiten, anästhesiebedingte Störungen der Thermoregulation und die Verwendung niedrig temperierter Infusionslösungen entstehen. Hypothermie ist mit zahlreichen negativen klinischen Outcomes assoziiert, darunter Infektionen, kardiovaskuläre Komplikationen, verlängerte Krankenhausaufenthalte, metabolische Dysfunktion und sogar Tod. Daher ist die Identifizierung effektiver und sicherer Methoden zur Prävention perioperativer Hypothermie und deren Folgen bei pädiatrischen Patienten entscheidend.

Die entwicklungsbedingte Hüftdysplasie (DDH) ist eine häufige angeborene Fehlstellung, die durch eine Verlagerung des Femurkopfs gekennzeichnet ist. Orthopädische Eingriffe stellen eine Standardtherapie bei DDH im Kindesalter dar. Aufgrund ausgedehnter Wundflächen und langer Operationszeiten sind diese Patienten jedoch besonders hypothermiegefährdet. Die Warmluftzirkulation gilt als eine der effektivsten intraoperativen Methoden zur Temperaturerhaltung. Während für Erwachsene Temperaturen zwischen 32°C und 38°C empfohlen werden, gibt es kaum Studien zur optimalen Warmlufttemperatur bei pädiatrischen Patienten.

Zudem wird vermutet, dass adäquate perioperative Wärmeerhaltung systemische Entzündungsreaktionen supprimieren kann. Frühere Studien zeigten, dass intraoperative Wärmezufuhr stressinduzierte Entzündungsprozesse hemmt und die Prognose verbessert. Temperaturveränderungen können außerdem den TGF-β-Signalweg beeinflussen, einen antiinflammatorischen Zytokinweg, der Zellwachstum und -differenzierung reguliert. Der Einfluss unterschiedlicher Warmlufttemperaturen auf TGF-β und andere Entzündungsmarker bleibt jedoch unklar.

Diese Studie untersuchte den Effekt von Warmluftdecken (32°C, 38°C, 43°C) auf Körperkerntemperatur und Serumspiegel von TGF-β, TNF-α, IL-1β und IL-10 bei 123 Kindern (2–7 Jahre) während DDH-Operationen. Die Patienten wurden randomisiert einer der drei Gruppen zugeteilt. Die Raumtemperatur betrug konstant 23°C bei 40–50 % Luftfeuchtigkeit. Die Anästhesie wurde mit Fentanyl, Propofol, Rocuronium, Sevofluran und Remifentanil standardisiert durchgeführt. Die Körpertemperatur wurde zu zehn Zeitpunkten (T0–T9) mittels ösophagealer Sonde gemessen. Blutproben bei T0 und T4 analysierten die Entzündungsmarker.

Ergebnisse
Die klinischen Charakteristika (Alter, Gewicht, Geschlecht, Operationsdauer, Blutverlust) unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Die Anzahl fiebernder Patienten war in der 38°C-Gruppe signifikant niedriger. Während die 43°C-Gruppe bei T2 höhere Temperaturen aufwies, zeigte die 38°C-Gruppe bei T4 tendenziell stabilere Werte. Serum-TGF-β und IL-10 stiegen in der 38°C-Gruppe signifikant an, während TNF-α und IL-1β im Vergleich zu 32°C und 43°C reduziert waren.

Diskussion
Eine Warmlufttemperatur von 38°C erwies sich als optimal zur Aufrechterhaltung der Normothermie und Suppression proinflammatorischer Zytokine. Dies korreliert mit der physiologischen Kerntemperatur von Kindern, die einen ausgeglichenen Metabolismus und TGF-β-Aktivierung begünstigt. Die 43°C-Gruppe zeigte trotz initialer Wärmeerhaltung keine verbesserten Entzündungsparameter, möglicherweise aufgrund metabolischer Stressreaktionen. Die 32°C-Gruppe erreichte keine ausreichende Thermoregulation, was die Hypothermieneigung unterstreicht.

Schlussfolgerung
Die Verwendung von Warmluftdecken bei 38°C stellt eine sichere und effektive Methode dar, um perioperative Hypothermie zu vermeiden, antiinflammatorische Mechanismen zu aktivieren und postoperative Komplikationen bei pädiatrischen DDH-Operationen zu reduzieren. Diese Temperatur sollte als Standard für derartige Eingriffe etabliert werden.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000846

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