Cyclosporin A-beladene Wirkstofffreisetzungssysteme hemmen Narbenbildung nach Glaukomoperationen bei Kaninchen
Das Glaukom ist eine weltweit führende Ursache für irreversible Erblindung. Chirurgische Eingriffe sind notwendig, wenn der intraokuläre Druck (IOD) medikamentös nicht kontrolliert werden kann. Die Erfolgsrate solcher Operationen wird jedoch durch Fibroblastenproliferation, Kollagenablagerung und konsekutive Narbenbildung im Filtrationsbereich beeinträchtigt. Cyclosporin A (CsA), ein entzündungshemmendes und immunsuppressives Medikament, könnte diese Prozesse unterdrücken. Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit von CsA-beladenen Wirkstofffreisetzungssystemen (DDS) in einem Kaninchenmodell der Glaukomchirurgie.
Methoden
Es wurden zwei DDS entwickelt: ein thermosensitives PLGA-PEG-PLGA-Gel und eine PLGA-Beschichtung. Beide ermöglichen eine kontrollierte CsA-Freisetzung. Neun Kaninchen erhielten in beiden Augen Glaukomdrainageimplantate (GDD) mit CsA-DDS (Coat- und Gel-Gruppe) oder ohne CsA (Kontrolle). Der IOD wurde wöchentlich mittels Tono-pen gemessen. Die Bleb-Morphologie wurde mittels Spaltlampe und IBAGS-Skala bewertet. Die Durchgängigkeit der Drainagewege wurde mittels Fluoreszein-Radiografie nach 4 Wochen analysiert. Nach 12 Wochen erfolgte eine histologische Auswertung der Narbenbildung.
Ergebnisse
Der IOD sank postoperativ in allen Gruppen signifikant, war in der Coat-Gruppe jedoch signifikant niedriger als in der Kontrolle (p < 0,05). Die Blebs der CsA-Gruppen zeigten eine langsamere Abflachung und größere Flächen (p < 0,01) sowie reduzierte Vaskularisation (Coat-Gruppe: p < 0,05). In der Radiografie wiesen alle CsA-behandelten Augen offene Drainagewege auf (Kontrolle: 3/18 Augen). Histologisch zeigten die CsA-Gruppen weniger Narbengewebe und größere Blebs.
Schlussfolgerungen
CsA-beladene DDS, insbesondere die PLGA-Beschichtung, verbessern die postoperative IOD-Kontrolle, erhalten die Bleb-Funktion und reduzieren Narbenbildung. Diese Systeme könnten die Langzeitergebnisse der Glaukomchirurgie optimieren.
doi: 10.1097/CM9.0000000000000234