Die Rolle der Transkriptionsfaktoren T – bet, GATA – 3 und Foxp3 im COME

Die Rolle der Transkriptionsfaktoren T-bet, GATA-3 und Foxp3 im peripheren Blut von Patienten mit chronischer Otitis media mit Erguss

Die chronische Otitis media mit Erguss (COME) ist eine anhaltende entzündliche Erkrankung, die durch eine Flüssigkeitsansammlung in der Mittelohrhöhle gekennzeichnet ist und zu Hörverlust sowie weiteren Symptomen führt. Diese Erkrankung, auch als sekretorische Otitis bekannt, ist eine häufige Ursache für Schwerhörigkeit bei Kindern und Erwachsenen. Die Pathogenese von COME ist komplex und nicht vollständig geklärt, jedoch deuten zunehmende Hinweise darauf hin, dass Immunzellen und deren assoziierte Zytokine eine zentrale Rolle in der chronischen Entzündung spielen.

T-Lymphozyten, insbesondere T-Helferzellen (Th-Zellen), sind die dominierenden Zelltypen in der Immunantwort. Unter diesen sind CD4+-T-Zellen am häufigsten vertreten. Die Differenzierung naiver T-Zellen in Th1- oder Th2-Subtypen wird durch spezifische Zytokine und Transkriptionsfaktoren vermittelt. Th1-Zellen sezernieren Interferon-gamma (IFN-γ) und werden durch den Transkriptionsfaktor T-bet reguliert. Th2-Zellen sezernieren Zytokine wie Interleukin (IL)-13, IL-5 und IL-4, wobei ihre Differenzierung durch GATA-3 gesteuert wird. Regulatorische T-Zellen (Treg), die für die Aufrechterhaltung der Immuntoleranz entscheidend sind, exprimieren CD4, CD25 und Foxp3 und werden durch den Transkriptionsfaktor Foxp3 reguliert.

Die Rolle von T-bet, GATA-3 und Foxp3 bei COME wurde in mehreren Studien untersucht, jedoch bleiben die Ergebnisse widersprüchlich. Diese Studie zielte darauf ab, die Bedeutung dieser Th1/Th2/Treg-spezifischen Transkriptionsfaktoren in der Pathogenese von COME zu erforschen.

Die Studie wurde an der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des Beijing Tongren Hospitals durchgeführt. Insgesamt wurden 27 COME-Patienten (18 Männer, neun Frauen; Durchschnittsalter: 26,7 ± 16,6 Jahre) und 20 gesunde Kontrollen (11 Männer, neun Frauen; Durchschnittsalter: 28,5 ± 18,2 Jahre) rekrutiert. Personen über 14 Jahre wurden als Erwachsene eingestuft, jüngere als Kinder.

COME-Patienten berichteten hauptsächlich über Ohrendruck, Hörverlust und sekundären Tinnitus. Einige Patienten klagten auch über Ohrenschmerzen. Die otoskopische Untersuchung zeigte eine Einziehung oder Vorwölbung des Trommelfells mit teilweise sichtbaren Luftblasen oder Flüssigkeitsspiegeln. Die Tonschwellenaudiometrie ergab eine leichte bis mittelgradige Schallleitungsschwerhörigkeit, teils mit gemischtem Schwerhörigkeitsmuster. Die Tympanometrie zeigte Typ-B- oder Typ-C-Kurven ohne akustischen Reflex. Alle Patienten hatten eine Erkrankungsdauer von über drei Monaten. Vierzehn Patienten erhielten erstmals eine Tympanocentese oder ein Paukenröhrchen, während 13 Patienten zwei oder mehr Vorbehandlungen aufwiesen. Ausgeschlossen wurden Patienten mit chronischer Rhinitis, Sinusitis, Nasenpolypen, Nasopharynxkarzinom, adenoider Hyperplasie, Diabetes, Tuberkulose, anderen systemischen Erkrankungen, Krebs, Blutstörungen oder Steroidtherapie in den vorangegangenen zwei Wochen. Gesunde Kontrollen ohne Allergien oder adenoide Hyperplasie wurden eingeschlossen.

Blutproben (2 ml) wurden in EDTA-Röhrchen gesammelt. Die RNA-Extraktion erfolgte mittels TRIzol-Reagenz. Die RNA-Qualität wurde mittels Agarosegelelektrophorese überprüft. Die Reverse Transkription wurde mit einem entsprechenden Kit durchgeführt, und die Echtzeit-RT-PCR erfolgte mit SYBR Premix Dimer Eraser. Primers für T-bet, GATA-3, Foxp3 und GAPDH (als internes Kontrollgen) wurden entworfen und synthetisiert. Die Reaktionen liefen in einem ABI PRISM Real-Time PCR-System unter standardisierten Bedingungen. Die relative Genexpression wurde mittels der 2^-ΔΔCt-Methode berechnet.

Die Studie zeigte, dass die mRNA-Expression von T-bet bei COME-Patienten signifikant höher war als bei Kontrollen (relativer Ausdruck: 0,44 ± 0,64 vs. 0,16 ± 0,20; t = -2,17; p = 0,037). Ebenso waren die mRNA-Expressionsniveaus von GATA-3 und Foxp3 in der COME-Gruppe erhöht (relativer Ausdruck: 0,89 ± 0,99 vs. 0,36 ± 0,36; t = -2,57; p = 0,015 bzw. 1,08 ± 0,79 vs. 0,45 ± 0,48; t = -3,35; p = 0,002). Diese Ergebnisse deuten auf eine erhöhte Präsenz von Th1-, Th2- und Treg-Zellen bei COME hin, mit einem stärkeren Anstieg bei Th2- und Treg-Zellen. Das GATA-3/T-bet-Expressionsverhältnis im peripheren Blut von COME-Patienten war signifikant höher als bei Kontrollen (t = 8,141; p < 0,01), was auf eine Dominanz der Th2-Antwort hindeutet.

Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass die erhöhte Expression von T-bet, GATA-3 und Foxp3 in der Pathogenese von COME involviert ist, wobei insbesondere Th2- und Treg-Zellen beteiligt sind. Das Ungleichgewicht zwischen Th1- und Th2-Zellen, verdeutlicht durch das GATA-3/T-bet-Verhältnis, unterstreicht die mögliche Rolle dieser Transkriptionsfaktoren bei der Entstehung von COME.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000292

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