Eine mögliche endoskopische Therapie bei großer Hiatushernie mit refraktärer gastroösophagealer Refluxkrankheit

Eine mögliche endoskopische Therapie bei großer Hiatushernie mit refraktärer gastroösophagealer Refluxkrankheit

Hiatushernien (HH) sind häufig mit der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) assoziiert. Große Hernien (≥3 cm) verstärken die GERD-Symptomatik und erschweren die Behandlung. Bisher gab es kaum Daten zur endoskopischen Therapie großer HH. Diese Studie evaluiert die Sicherheit und Wirksamkeit einer neu entwickelten Technik – der Hiatushernien-endoskopischen submukosalen Dissektion (HH-ESD) – bei Patienten mit großen HH und therapierefraktärer GERD.

Die prospektive monozentrische Studie wurde an den affilierten Krankenhäusern der Medizinischen Universität der Inneren Mongolei durchgeführt. Einschlusskriterien waren: Alter 18–75 Jahre, persistierende Refluxsymptome trotz ≥2-monatiger PPI-Therapie, Nachweis einer gleitenden HH (≥3 cm) mittels Endoskopie, Röntgen und Manometrie sowie ein DeMeester-Score >30,0 in der 24-h-pH-Metrie. Ausschlusskriterien umfassten vorangegangene Operationen am gastroösophagealen Übergang (GEJ) oder Ösophagusmotilitätsstörungen.

14 Patienten (Behandlungszeitraum: Dezember 2018–Dezember 2019) erhielten HH-ESD durch einen erfahrenen Endoskopiker. Präoperativ wurden GERD-spezifische Fragebögen (GERD-HRQL, GERD-Q), Endoskopie (Los-Angeles-Klassifikation), Röntgenkontrastdarstellung, pH-Metrie, Manometrie und szintigraphische Refluxdiagnostik durchgeführt. Die Nachuntersuchungen erfolgten nach 6 Monaten.

Das HH-ESD-Verfahren umfasste:

  1. Markierung des Resektionsbereichs mittels Elektrokoagulation
  2. Submukosale Methylenblau-Injektion zur Abhebung der Mukosa
  3. Zirkuläre Inzision mit Golden-Knife
  4. Submukosale Dissektion von 1/2–2/3 der Zirkumferenz am GEJ und Herniensack
  5. Blutstillung mittels Argon-Plasma-Koagulation oder Hämostasezangen
  6. Histopathologische Aufarbeitung des Resektats.

Postoperativ erhielten Patienten PPI und Mukosaprotektiva (Tag 3–Woche 4). Nach 6 Monaten zeigten sich signifikante Verbesserungen aller Parameter außer dem gastroösophagealen Refluxindex (GERI). Endoskopisch verbesserten sich die Ösophagitis-Schweregrade bei allen 14 Patienten (präoperativ: LA-A/B/C/D = 1/6/7/0; postoperativ: 6/0/2/0). Röntgenologisch bestanden keine Stenosen.

Komplikationen:

  • Intraoperativ: keine
  • Postoperativ: verzögerte Blutung (1 Patient, 7,1%), Dysphagie (7 Patienten, 50,0%; spontane Remission bei 6/7 innerhalb 3 Monate).
  • 85,7% (12/14) waren nach 6 Monaten PPI-frei.

Ursachen für Dysphagie:

  1. Physiologische Wundheilung
  2. Resektionsausmaß
  3. Refluxbedingte Reizung
  4. Individuelle Heilungsreaktion. Zirkumferente Resektionen und paraösophageale Hernien erhöhten das Stenoserisiko bzw. reduzierten den Therapieerfolg.

Im Vergleich zur anti-reflux Mukosektomie (ARMS) bei kleinen HH (≤2 cm) nutzt HH-ESD bei großen Hernien (≥3 cm) eine erweiterte Resektionstechnik (submukosale Dissektion statt Mukosektomie) und inkludiert die Herniensackmukosa. Limitationen: Hohe technische Anforderungen (erforderliche Expertise, Lernkurve), längere Procedurzeiten im Vergleich zu Radiofrequenzablation oder EMR.

Zusammenfassend zeigt HH-ESD bei großvolumigen HH mit refraktärer GERD vielversprechende kurzzeitige Ergebnisse. Langzeitdaten und randomisierte Studien sind notwendig, um die Effektivität gegenüber etablierten chirurgischen Verfahren zu evaluieren.

Finanzierung: Forschungsförderungsprogramm der Autonomen Region Innere Mongolei
Interessenkonflikte: Keine deklariert.
Studienregistrierung: China Clinical Trial Registry
Ethikkommission: Ethikkommission des Affilierten Volkskrankenhauses der Medizinischen Universität der Inneren Mongolei
DOI: 10.1097/CM9.0000000000001838

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