Einfluss der Tumorgröße auf dermoskopische Merkmale des pigmentierten Basalzellkarzinoms
Das Basalzellkarzinom (BCC) bleibt die häufigste kutane Malignität weltweit, mit steigender Inzidenz aufgrund von Faktoren wie alternden Populationen und kumulativer UV-Exposition. Obwohl BCCs typischerweise langsam wachsen und selten metastasieren, können klinische Präsentationen bei größeren Läsionen atypisch werden, was die Diagnose erschwert. Riesige BCCs, definiert durch exzessive Größe, stehen aufgrund ihres destruktiven Potenzials und diagnostischer Unklarheiten im Fokus. Die Dermoskopie hat sich als entscheidendes nicht-invasives Werkzeug etabliert, um die Diagnosegenauigkeit von BCCs – insbesondere pigmentierter Varianten – gegenüber Melanomen zu verbessern. Diese Studie untersucht den Einfluss der Tumorgröße auf dermoskopische Merkmale pigmentierter BCCs, mit Fokus auf die Entwicklung morphologischer Charakteristika im Krankheitsverlauf.
In die retrospektive Analyse wurden 98 histopathologisch bestätigte BCC-Fälle einbezogen, die zwischen Januar 2017 und Januar 2020 am Beijing Luhe Hospital diagnostiziert wurden. Ethische Genehmigung und Patienteneinwilligungen lagen vor. Dermoskopische Bilder wurden mittels eines berührungsfreien polarisierenden Elektrodermoskops (Jiangsu Jieda, China) aufgenommen und von zwei unabhängigen Beobachtern ausgewertet. Dreizehn vordefinierte Merkmale wurden analysiert: multiple blau-graue Globuli, große blau-graue ovale Nester, Speichenradareale, Ahornblatt-ähnliche Areale, konzentrische Strukturen, blau-graue Punkte, arborisierende Gefäße, oberflächliche feine Teleangiektasien (SFT), glänzende weiß-rote strukturlose Areale, kurze weiße Streifen/Chrysalis, multiple kleine Erosionen, Ulzerationen und große blau-graue strukturlose Areale. Letztere wurden als ausgedehnte periphere blau-graue Flecken definiert, die sich von anderen pigmentierten Strukturen abgrenzen.
Die Läsionen wurden nach Größe in kleine (<1 cm) und große (≥1 cm) Gruppen unterteilt, analog zur Literatur. Die Pigmentausdehnung wurde als leicht (<30%), moderat (30–70%) oder stark (>70%) kategorisiert. Statistische Analysen (SPSS 22.0) umfassten Chi-Quadrat- oder exakte Fisher-Tests, wobei P < 0,05 als signifikant galt.
Die Kohorte umfasste 98 Patienten (Durchschnittsalter 65,4 ± 12,9 Jahre), darunter 48 große (49,0%) und 50 kleine BCCs (51,0%), wobei große Läsionen 1,0–6,0 cm maßen. Vergleiche zeigten signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen: Große BCCs wiesen häufiger arborisierende Gefäße (64,0 % vs. 43,8 %; P < 0,05), blau-graue Punkte (66,0 % vs. 41,7 %), Ulzerationen (56,0 % vs. 22,9 %), kurze weiße Streifen (58,0 % vs. 29,2 %) und große blau-graue strukturlose Areale (56,0 % vs. 18,8 %; P < 0,001) auf. Dies deutet auf dynamische Veränderungen von Gefäßmustern, Fibrose und Pigmentverteilung während des Tumorwachstums hin.
Subgruppenanalysen nach Pigmentierungsgrad bestätigten diese Trends. Bei moderat pigmentierten BCCs zeigten große Läsionen häufiger arborisierende Gefäße (80,0 % vs. 45,0 %) und große blau-graue Areale (65,0 % vs. 20,0 %). Stark pigmentierte große BCCs wiesen vermehrt große blau-graue Areale (85,7 % vs. 30,8 %), kurze weiße Streifen (85,7 % vs. 15,4 %) und Ulzerationen (78,6 % vs. 15,4 %) auf. Die als „große blau-graue strukturlose Areale“ beschriebenen amorphen Zonen werden als Folge der Fusion kleiner pigmentierter Strukturen (z. B. ovaler Nester) interpretiert. Diese Areale, bei 56,0 % der großen BCCs beobachtet, sind entscheidend für die Diagnose fortgeschrittener Läsionen und können Melanom-ähnliche blau-weiße Strukturen imitieren.
Im Gegensatz zu früheren Berichten (Popadić und Vukićević) fand diese Studie keine Korrelation zwischen Größe und blau-grauen ovalen Nestern, betonte jedoch die Bedeutung pigmentierter Aggregation in großen BCCs. Emiroglu et al. identifizierten arborisierende Gefäße und Erosionen als größenabhängig, jedoch ohne Pigmentbezug.
Klinisch relevant ist die stärkere Ausprägung arborisierender Gefäße in großen BCCs, möglicherweise durch erhöhten vaskulären Bedarf. Ulzerationen und Fibrose (durch weiße Streifen reflektiert) korrelieren mit Tumorwachstum und Stromareaktion. Große blau-graue Areale sind v. a. bei stark pigmentierten BCCs diagnostisch wegweisend, erfordern jedoch aufgrund melanomaähnlicher Aspekte histopathologische Sicherung.
Limitationen umfassen den retrospektiven Ansatz und mögliche Beobachterverzerrungen. Dennoch quantifiziert die Studie robust den Einfluss der Tumorgröße auf dermoskopische Morphologie. Zukünftige prospektive Studien könnten molekulare Korrelationen untersuchen.
Zusammenfassend zeigt diese Arbeit, dass dermoskopische Merkmale pigmentierter BCCs dynamisch mit der Tumorgröße evolvieren. Arborisierende Gefäße, Ulzerationen und große blau-graue Areale kennzeichnen fortgeschrittene Läsionen, wobei die Pigmentdichte deren Ausprägung moduliert. Die Erkennung dieser Muster verbessert die Diagnosegenauigkeit, insbesondere bei unklaren klinischen Befunden.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001571