Entwicklung von Mandarin-Sprachtestsmaterialien für zivile Piloten in China

Entwicklung von Mandarin-Sprachtestsmaterialien für zivile Piloten in China

Der Boden-Luft-Funksprechverkehr stellt das einzige Kommunikationsmittel zwischen zivilen Piloten und Fluglotsen während aller Flugphasen dar. Die Qualität dieser Kommunikation ist entscheidend für die Flugsicherheit, weshalb Piloten über exzellente auditive Fähigkeiten verfügen müssen, da visuelle Hinweise im Cockpit fehlen. Hörverluste, die bei Piloten durch langfristige Lärmexposition im Cockpit auftreten können, bergen erhebliche Risiken für Besatzung und Passagiere. Der Funksprechverkehr ist eine semikünstliche Sprache mit standardisierten, prozeduralen und präzisen Imperativsätzen. In China integriert der Mandarin-Funksprechjargon auf Inlandsstrecken Mandarin-Begriffe, englische Großbuchstaben und Abkürzungen. Die Zivilluftfahrtbehörde Chinas (CAAC) schreibt vor, dass Piloten auditive Tauglichkeitskriterien (AFFD) erfüllen müssen. Derzeit basiert der AFFD-Test der CAAC primär auf der Reintonaudiometrie (PTA). Studien zeigen jedoch, dass PTA die Fähigkeit, Sprache in stationärem Lärm zu erkennen, unzureichend vorhersagt – eine Schlüsselkompetenz für effektive Funkkommunikation. Um diese Lücke zu schließen, zielte diese Studie darauf ab, Mandarin-Sprachaudiometriematerialien als funktionale Ergänzung zum AFFD-Test zu entwickeln.

Entwicklung der Sprachtestsmaterialien

Ein valider AFFD-Test muss berufsspezifische Umgebungen, Erfahrungen und auditive Anforderungen berücksichtigen. Daher basierten die Stimuli ausschließlich auf hörkritischen Aufgaben des Funksprechverkehrs. Unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Mandarin-Funksprechverkehrs umfasste das Sprachkorpus Standardphrasen für normale Flugphasen sowie Notfallszenarien. Vier Lehrwerke dienten als Grundlage: (1) ICAO-Radiotelephonie, (2) Radiotelephonie-Kurs (2. Auflage), (3) 900 Sätze für Pilotenenglischprüfungen in China und (4) Leitfaden für Funkkommunikation in Notfällen. In Zusammenarbeit mit erfahrenen Piloten und Linguisten wurden zwölf hörkritische Aufgabenkategorien identifiziert, darunter Startprozeduren, Flughöhe, Navigationspunkte, Landeanflüge und Notfallkommunikation.

Die Satzlisten wurden nach folgenden Prinzipien erstellt:

  1. Ausschließliche Verwendung von Funksprechsätzen
  2. Keine Berücksichtigung von Intonation oder Phonembalance
  3. Gleichmäßige Verteilung der Aufgabenkategorien
  4. Variation der Satzlängen (3–13 Schriftzeichen)
  5. Fokus auf monosyllabische Schlüsselwörter
  6. Verwendung von Deklarativ- und Imperativsätzen

Es entstanden 20 Satzlisten mit je 20 Sätzen und 100 Schlüsselwörtern. Die Aufnahmen erfolgten in einer schalltoten Kammer der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften durch einen erfahrenen Sprecher. Die Audiodateien wurden lautheitsnormalisiert und gespeichert.

Testung und Validierung

Die Studie wurde durch die Ethikkommission des Luftfahrtmedizinischen Zentrums genehmigt. 40 männliche Flugschüler der Shenzhen Airlines (Alter: 21–26 Jahre, Flugerfahrung: 205–279 Stunden) nahmen teil. Bei allen Probanden wurde eine konventionelle Audiometrie durchgeführt. Die Sprachtests erfolgten in einer ANSI-2004-konformen Schallkabine. Sechs Stimulusintensitäten (5–15 dB HL in 2-dB-Schritten) wurden mittels Lateinischem Quadrat getestet. Die Worterkennungsrate (WRS) wurde als Prozentsatz korrekter Schlüsselwörter berechnet. Statistische Analysen erfolgten mit SPSS 21.0, einschließlich logistischer Regression zur Ableitung von Leistungs-Intensitäts-Funktionen (P-I).

Ergebnisse und Diskussion

Die PTA-Ergebnisse zeigten einen durchschnittlichen Hörverlust von 10,6 ± 2,5 dB HL. Die WRS bei 5–15 dB HL betrugen 19,17% bis 93,25%, mit einer maximalen Variabilität von 50%. Der mittlere Schwellenwert (50%) der P-I-Funktionen lag bei 8,22 ± 0,35 dB HL bei einer Steigung von 11,34%/dB. Sechs Satzlisten zeigten nicht-monotone WRS-Verläufe. Die Reliabilitätsanalyse ergab einen Cronbach-α-Wert von 0,981, die Validitätsanalyse einen KMO-Wert von 0,905 (p < 0,001).

Die Sprachverständlichkeitsschwelle (SRT) in Ruhe korrelierte mit den PTA-Ergebnissen. Im Vergleich zu bestehenden Mandarin-Testmaterialien wiesen die entwickelten Listen eine höhere mittlere SRT und geringere Sensitivität auf, was auf höhere Schwierigkeit und mögliche versteckte Hörschäden hindeutet. Interindividuelle WRS-Unterschiede (±22,77%) reflektierten unterschiedliche Vertrautheit mit Mandarin-Funkjargon, beeinflusst durch Ausbildungsort (englischsprachige Länder vs. Chinas Fluguniversität). Dies unterstreicht, dass Flugerfahrung auditive Defizite kompensieren kann.

Schlussfolgerung

Die entwickelten Materialien erfüllen die Anforderungen an einen funktionalen AFFD-Test. Weitere Studien müssen jedoch reale Lärmbedingungen einbeziehen, um verbindliche Hörkriterien für die CAAC abzuleiten. Diese Arbeit leistet einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der auditiven Beurteilung von Piloten in China, um die Sicherheit der Luft-Boden-Kommunikation zu gewährleisten.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000491

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