Erfolgreiche Behandlung der generalisierten pustulösen Psoriasis mit Secukinumab: Ein Bericht über zwei Fälle
Die generalisierte pustulöse Psoriasis (GPP) ist eine seltene und schwere Form der Psoriasis, deren Behandlung erhebliche Herausforderungen birgt. Herkömmliche Therapieansätze wie systemische Behandlungen mit Acitretin, Methotrexat oder Ciclosporin sind oft mit signifikanten Nebenwirkungen verbunden, was ihre klinische Anwendung einschränkt. Secukinumab, ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper gegen Interleukin (IL)-17A, hat bereits Wirksamkeit bei der Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis gezeigt. Dennoch fehlen reale Daten zur Anwendung bei GPP. Dieser Bericht beschreibt zwei erfolgreich mit Secukinumab behandelte GPP-Fälle und unterstreicht das Potenzial dieser Therapieoption.
Fall 1
Ein 21-jähriger chinesischer Mann mit einer 4-monatigen Anamnese einer Plaque-Psoriasis erlitt nach einem grippeähnlichen Infekt eine akute Verschlechterung mit generalisiertem Pustelausschlag, der 86 % seiner Körperoberfläche (BSA) betraf. Bei Aufnahme zeigten sich hohes Fieber (bis 41 °C), starker Juckreiz, disseminierte Pusteln an Torso und Extremitäten sowie ein Dellenödem im Gesicht und an den Unterschenkeln. Der Psoriasis Area and Severity Index (PASI) betrug 32,5 und der Dermatology Life Quality Index (DLQI) 15. Laborbefunde umfassten eine neutrophile Leukozytose, erhöhte Leberenzyme und ein stark erhöhtes C-reaktives Protein (CRP), was die GPP-Diagnose bestätigte.
Unter einer subkutanen Therapie mit Secukinumab (300 mg wöchentlich für die ersten vier Wochen, anschließend 300 mg alle vier Wochen) sank das Fieber innerhalb von 8 Stunden nach der ersten Dosis auf 36,5 °C, und der Allgemeinzustand besserte sich deutlich. Innerhalb von 48 Stunden kam es zu einer partiellen Rückbildung der Pusteln und einer deutlichen Reduktion der Erytheme. Bis zur zweiten Dosis erreichte der Patient PASI-75, in Woche 6 PASI-90. Eine vollständige Remission (PASI-100, DLQI 0) wurde in Woche 8 dokumentiert und bis Woche 11 aufrechterhalten.
Fall 2
Eine 16-jährige chinesische Patientin mit Plaque-Psoriasis seit dem 10. Lebensjahr entwickelte innerhalb von sieben Tagen eine GPP ohne erkennbaren Auslöser. Der PASI lag bei 37,8, und 42 % der BSA waren betroffen. Bei fehlendem Fieber betrug der DLQI 17. Die Laborwerte waren unauffällig. Unter demselben Secukinumab-Schema wie bei Fall 1 resolvierten die Pusteln innerhalb von vier Tagen. In Woche 1 wurde PASI-75 erreicht, in Woche 8 eine vollständige Remission (DLQI 0), die bis Woche 24 anhielt.
Pathogenese und Diskussion
Die Pathogenese der GPP ist eng mit der Rekrutierung neutrophiler Granulozyten und anderer Entzündungszellen über den IL-36/IL-36-Rezeptor(IL-36R)-Signalweg verbunden. Der IL-36-Rezeptorantagonist (IL-36RA), kodiert durch das IL36RN-Gen, hemmt diesen Weg. Zudem verstärkt die Aktivierung der TNF-α/IL-17/IL-22-Achse die Entzündungsreaktion, wobei IL-17 eine Schlüsselrolle in der Pathogenese sowohl der Plaque-Psoriasis als auch der GPP spielt.
Eine 52-wöchige offene Phase-3-Studie an japanischen GPP-Patienten zeigte, dass 10 von 12 Patienten (83 %) bis Woche 16 eine signifikante Besserung erreichten, einige bereits nach drei Wochen. Andere Studien belegen die Wirksamkeit von Secukinumab auch bei GPP mit IL-36RN-Mutationen, was auf eine breite Anwendbarkeit hindeutet.
In dieser Fallserie trat die vollständige Remission bereits in Woche 8 ein – früher als in früheren Studien (Woche 12), in denen Patienten zuvor Therapieversager waren. Dies legt nahe, dass Secukinumab auch bei therapienaiven Patienten schnell und effektiv wirken kann.
Zusammenfassung
Secukinumab stellt eine vielversprechende Therapieoption für GPP dar, mit rascher Symptomkontrolle und deutlicher Lebensqualitätsverbesserung. Weitere Studien sind erforderlich, um die Langzeitwirksamkeit und Sicherheit zu evaluieren.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001244