Faktoren, die die Verbesserung der neuraxialen Schmerztherapie unter der Geburt in China beeinflussen: Eine Fragebogenstudie
Hintergrund und Kontext
Geburtsschmerzen zählen zu den intensivsten Schmerzerfahrungen von Frauen. Die neuraxiale Analgesie unter der Geburt (NLA), einschließlich Techniken wie der epiduralen Analgesie, gilt international als wirksame, sichere und kosteneffiziente Methode zur Schmerzlinderung. Während in Ländern wie Großbritannien bereits vor über einem Jahrzehnt 90 % der Kliniken einen 24-Stunden-Service für epidurale Analgesie anboten, lag die Verfügbarkeit solcher Dienstleistungen in China 2006 bei nur 13,1 %. Trotz einiger Fortschritte bleibt die Nutzungsrate der NLA in China im Vergleich zu westlichen Standards weiterhin niedrig.
Studiendesign und Methodik
Die Studie wurde von der Gynäkologischen Anästhesiegruppe der Anästhesiologischen Abteilung der Chinesischen Medizinischen Vereinigung genehmigt. Ein elektronischer Fragebogen wurde über die Plattform „Wenjuan“ erstellt und per WeChat an 2.521 Leitende und stellvertretende Leitende von Anästhesieabteilungen öffentlicher Modellkrankenhäuser verteilt. Die Umfrage erfolgte vom 21. Februar bis 15. März 2018 und umfasste sechs Themenbereiche:
- Allgemeine Krankenhausinformationen
- Verfügbarkeit der NLA
- Merkmale der NLA (z. B. 24-Stunden-Service)
- Angewendete Analgesietechniken
- Gründe für die Einstellung von NLA-Diensten
- Hindernisse bei der Einführung der NLA
Bei widersprüchlichen Antworten aus demselben Krankenhaus erfolgten telefonische Nachbefragungen. Die Datenauswertung erfolgte mit SPSS Version 19.0 unter Verwendung deskriptiver Statistiken.
Ergebnisse
Von 2.344 zurückgesendeten Fragebögen (Rücklaufquote: 83,42 %) wurden 2.060 analysiert. Davon boten 1.382 Krankenhäuser (67,09 %) NLA an.
Merkmale der NLA-Dienste
Nur 201 Kliniken (14,54 %) hatten rund um die Uhr verfügbare Anästhesisten in der Geburtshilfe. In 63,02 % der Fälle wurde die NLA von Gebärenden nachgefragt, während sie in 36,98 % aktiv von Ärzten empfohlen wurde. Epidurale Analgesie dominierte als Methode (79,23 %), oft kombiniert mit Opioiden (89,15 %).
Hindernisse
Von 1.609 Krankenhäusern ohne oder mit unterbrochenem NLA-Service nannten 1.105 (68,68 %) den Anästhesistenmangel als Hauptproblem. Weitere Faktoren waren unverhältnismäßige Risiken, unzureichende Vergütung und lange Arbeitszeiten.
Regionale und krankenhausspezifische Unterschiede
Tertiärkrankenhäuser (74,94 %) und Mutter-Kind-Kliniken (89,89 %) boten häufiger NLA an als Krankenhäuser der zweiten Stufe (61,44 %) oder andere Fachkliniken (42,67 %). Geografisch variierte die Verfügbarkeit von 74,53 % (Nordosten) bis 53,90 % (Nordwesten).
Aktuelle Entwicklungen
Seit 2005 stieg die öffentliche Bekanntheit der NLA deutlich. Initiativen wie das „No Pain Labor & Delivery-Global Health Initiative“ (NPLD-GHI) und Projekte der Nationalen Gesundheitskommission förderten die Verbreitung.
Fazit und Ausblick
Trotz Fortschritten behindern Personalmangel und strukturelle Probleme die flächendeckende NLA-Versorgung. Lösungsansätze umfassen die Ausbildung von Anästhesisten, die Integration der NLA in die Krankenversicherung sowie weitere Studien zur präzisen Erfassung von Epiduralraten und Patientenergebnissen.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000529