Forschungsfortschritte bei kardiovaskulären Schäden im Zusammenhang mit Psoriasis-Arthritis

Forschungsfortschritte bei kardiovaskulären Schäden im Zusammenhang mit Psoriasis-Arthritis

Die Psoriasis-Arthritis (PsA) ist eine chronisch-entzündliche muskuloskelettale Erkrankung, die mit Psoriasis assoziiert ist und sich primär als periphere Arthritis, Enthesitis, Daktylitis oder axiale Beteiligung manifestiert. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten, mit einer Inzidenzspitze zwischen 30 und 50 Jahren, und zeigt keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede, obwohl eine axiale Beteiligung häufiger bei Männern auftritt. In China liegt die Prävalenz der PsA bei etwa 1,23‰. Bei etwa 75 % der PsA-Patienten entwickelt sich der Hautausschlag vor der Arthritis, während 10 % zuerst Gelenksymptome zeigen.

PsA ist eng mit Komorbiditäten wie Adipositas, metabolischem Syndrom, kardiovaskulären Erkrankungen (CVD), zerebrovaskulären Erkrankungen und peripherer arterieller Verschlusskrankheit verbunden. Gemäß den Empfehlungen der Europäischen Liga gegen Rheumatismus (EULAR) zur pharmakologischen Therapie der PsA sollten nicht-muskuloskelettale Manifestationen (z. B. Haut, Augen, gastrointestinaler Trakt) sowie Komplikationen wie metabolisches Syndrom, CVD oder Depressionen überwacht werden. Dieser Artikel fasst aktuelle Literatur zu PsA-assoziierten kardiovaskulären Schäden zusammen, um klinische Entscheidungen zu unterstützen.

Pathophysiologische Mechanismen

PsA ist eine T-Zell-mediierte chronisch-rezidivierende Entzündungserkrankung. Proinflammatorische Adipokine wie Resistin, Leptin und Visfatin spielen eine Schlüsselrolle. Leptin hemmt regulatorische T-Zellen, fördert die Proliferation von CD4+-T-Zellen und natürlichen Killerzellen, steigert die Neutrophilenchemotaxis und induziert die TNF-α-, IL-6- und IL-12-Produktion in Makrophagen. TNF-α und IL-6 hemmen wiederum die Adiponektin-Synthese, was die Krankheitsschwere bei Psoriasis ohne Arthritis (PsC) verstärkt. PsA-Patienten weisen höhere BMI- und Leptinspiegel auf als PsC-Patienten.

Zusammenhang zwischen PsA und CVD

Die gemeinsame Pathophysiologie von PsA und CVD umfasst erhöhte Spiegel von CRP, IL-6 und TNF-α, die endotheliale Dysfunktion und atherosklerotische Prozesse fördern. YKL-40, ein Biomarker der endothelialen Dysfunktion, ist bei PsA-Patienten signifikant erhöht und könnte als Risikoindikator für CVD dienen. Lipidstoffwechselstörungen, metabolisches Syndrom und genetische Polymorphismen in HDL- und LDL-Genen tragen ebenfalls zum CVD-Risiko bei. Studien zeigen widersprüchliche Ergebnisse zu HDL-Spiegeln bei PsA, wobei eine Therapie diese verbessern kann.

Risikofaktoren und klinische Manifestationen

Klassische CVD-Risikofaktoren bei PsA umfassen Hypertonie, Dyslipidämie, erhöhten BMI, subklinische Marker (z. B. Karotisintima-Media-Dicke) und Medikamenteneffekte (NSAR, Glukokortikoide). Die Krankheitsaktivität und systemische Entzündung gelten als unabhängige Risikofaktoren. Kardiovaskuläre Manifestationen bei PsA umfassen Aortitis, Aortenklappenläsionen und Reizleitungsstörungen, seltener Perikarditis oder Kardiomyopathie. Langzeitstudien zeigen eine erhöhte Myokardinfarktrate bei PsA-Patienten.

Atherosklerose und Immunmechanismen

Atherosklerose entsteht durch chronische Entzündung und Lipidakkumulation in der Gefäßwand. Immunologische Dysregulationen bei PsA begünstigen subklinische Atherosklerose. Die Koronarplaquelast korreliert mit der Erkrankungsschwere, unabhängig vom metabolischen Syndrom.

Therapie und kardiovaskuläre Sicherheit

NSAR: Langzeitanwendung hemmt die radiologische Progression, COX-2-Hemmer erhöhen jedoch möglicherweise das Thromboserisiko. Celecoxib zeigte in einigen Studien keine signifikante CVD-Risikosteigerung.
cDMARDs: Methotrexat reduziert das CVD-Risiko, birgt jedoch Organtoxizitäten. Acitretin und Cyclosporin können Hyperlipidämie bzw. Hypertonie auslösen.
bDMARDs/tsDMARDs: TNF-α-Inhibitoren (z. B. Infliximab) erhöhen HDL und senken das CVD-Risiko. IL-12/23-Inhibitoren (Ustekinumab) zeigen kardioprotektive Effekte ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. IL-17A-Inhibitoren (Secukinumab) beeinflussen Glukose, Blutdruck und Lipidspiegel nicht signifikant. JAK-Inhibitoren (Baricitinib) könnten das Thromboserisiko erhöhen.

Fazit

PsA-Patienten haben ein erhöhtes Mortalitätsrisiko durch CVD. Die Bewertung und Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren bleibt eine klinische Herausforderung. Zukünftige Studien müssen die Rolle neuer Therapien (JAK-, PDE4-Inhibitoren) bei PsA mit CVD klären.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001215

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