Jahresbericht zu künstlichen Gelenkersatzoperationen in China
Der künstliche Gelenkersatz hat sich als wirksamste Behandlung für fortgeschrittene Arthropathien der Hüft- und Kniegelenke etabliert, insbesondere bei durch verschiedene Faktoren verursachten Erkrankungen. Dieser Eingriff gewinnt weltweit zunehmend an Bedeutung. In den USA wurden beispielsweise 2017 insgesamt 1,1 Millionen Total-Hüftgelenkersatz-Operationen (THA) und 2018 1,3 Millionen Total-Kniegelenkersatz-Operationen (TKA) durchgeführt. Diese Zahlen steigen jährlich, was den wachsenden Bedarf an solchen Eingriffen unterstreicht.
China verzeichnet aufgrund seiner großen Bevölkerung ebenfalls eine hohe Anzahl an Gelenkersatzoperationen. Bislang fehlten jedoch umfassende Jahresberichte zu künstlichen Gelenkersatzverfahren im Land. Diese Studie zielt darauf ab, diese Lücke durch die Sammlung und Analyse von Daten zu künstlichen Gelenkersatzoperationen in Festlandchina im letzten Jahrzehnt zu schließen und einen ersten Jahresbericht zu erstellen.
Da in China kein nationales Register für Gelenkersatzoperationen existiert, wurden Daten mithilfe von Fragebögen erhoben, die an Hersteller und Unternehmen verschickt wurden, die künstliche Gelenkimplantate auf dem chinesischen Markt bereitstellen. Die Daten umfassen den Zeitraum von Januar 2011 bis Dezember 2019 und schließen Total-Hüftarthroplastien (THA), Total-Kniearthroplastien (TKA) sowie unikondyläre Kniearthroplastien (UKA) ein. Zudem wurde zwischen inländischen und importierten Produkten unterschieden.
Die teilnehmenden Hersteller repräsentieren 90–95 % aller durch die National Medical Products Administration zugelassenen Anbieter von künstlichen Gelenken in China. Daten von 2011 bis 2019 wurden erhoben, mit Ausnahme des Jahres 2015, für das aufgrund systemischer Probleme keine Daten verfügbar waren.
Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg der Gelenkersatzoperationen in China. Die Anzahl der THA-Fälle stieg von 168.040 (2011) auf 577.153 (2019), was einer Steigerung um das 2,4-Fache entspricht. TKA-Fälle erhöhten sich von 53.880 (2011) auf 374.833 (2019) – ein Anstieg um das 5,9-Fache. UKA-Fälle, obwohl in geringerer Anzahl, stiegen von 9.200 (2017) auf 19.000 (2019), was einer Zunahme um das 1,06-Fache entspricht. Während THA häufiger als TKA durchgeführt wurde, wies TKA in den letzten Jahren eine höhere jährliche Wachstumsrate auf. UKA machten 4,3–4,8 % aller Kniearthroplastien aus, mit einem deutlichen Anstieg in jüngster Zeit.
Die Studie zeigt auch eine Verschiebung hin zu inländischen Produkten. Der Marktanteil inländischer Implantate stieg von 49 % (2011) auf 133 % (2019), wobei dieser Trend bei THA stärker ausgeprägt war als bei TKA.
Die Daten verdeutlichen einen anhaltenden Anstieg der Gelenkersatzoperationen in China, mit fast 900.000 Eingriffen im Jahr 2019. Die zunehmende Verwendung inländischer Produkte stellt eine bedeutende Entwicklung dar. Interessanterweise überwiegen in China THA-Operationen, während in den USA TKA-Statistiken dominieren.
Die Einrichtung eines nationalen Registers für künstliche Gelenke in China würde umfassende Daten nicht nur zur Anzahl der Eingriffe, sondern auch zu klinischen Ergebnissen, Komplikationen und Versagensursachen liefern. Obwohl diese Studie durch die Abhängigkeit von Herstellerdaten begrenzt ist, stellt sie einen wichtigen Schritt zum Verständnis der Situation dar. Zukünftige Bemühungen zur Etablierung eines solchen Registries sind entscheidend.
Die Daten sind in Abbildung 1A (jährliche Fallzahlen von 2011 bis 2019) und Abbildung 1B (Anteil inländischer vs. importierter Produkte bei THA/TKA) dargestellt.
Zusammenfassend liefert diese Studie wertvolle Einblicke in die Trends des künstlichen Gelenkersatzes in China. Der Anstieg der Eingriffe und die wachsende Präferenz für inländische Produkte unterstreichen die dynamische Entwicklung der orthopädischen Versorgung. Die Schaffung eines nationalen Registers bleibt zentral für weitere Fortschritte.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001196