Kardiale elektrische und mechanische Synchronie bei Super-Respondern der kardialen Resynchronisationstherapie
Die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) ist ein Eckpfeiler in der Behandlung der Herzinsuffizienz (HI) und reduziert signifikant Morbidität und Mortalität durch die Korrektur elektrischer und mechanischer Dyssynchronien. Eine Untergruppe von CRT-Patienten, sogenannte Super-Responder (SR), zeigen außergewöhnliche Verbesserungen, oft mit Wiederherstellung nahezu normaler kardialer Funktion. Unklar bleibt, inwieweit SR kardiale Synchronie zurückgewinnen und ob eine fortgesetzte biventrikuläre (BIV) Stimulation erforderlich ist. Diese Studie untersucht die elektrische und mechanische Synchronie von SR im intrinsischen Rhythmus nach Erreichen des Super-Response-Status.
Methoden
Retrospektiv wurden Daten von CRT-Patienten (2008–2016) zweier Zentren analysiert. SR wurden definiert durch eine Verbesserung der linksventrikulären Ejektionsfraktion (LVEF) auf ≥50% im Follow-up. Die elektrische Synchronie wurde anhand der QRS-Dauer, die mechanische Linksherz-Synchronie mittels SPECT-Myokardperfusionsszintigraphie (Phase Standard Deviation [PSD], Phase Histogram Bandwidth [PHB]) in intrinsischem und BIV-stimuliertem Rhythmus bewertet.
Ergebnisse
Bei 17 SR stieg die LVEF von 33,0 ± 4,6% auf 59,3 ± 6,3%. Die intrinsische QRS-Dauer nach Super-Response betrug 148,8 ± 30,0 ms (vs. Ausgangswert 174,8 ± 11,9 ms; BIV-stimuliert: 135,5 ± 16,7 ms). Die mechanische Synchronie verbesserte sich signifikant (PSD: 51,1 ± 16,5° → 19,8 ± 8,1°; PHB: 171,7 ± 64,2° → 60,5 ± 22,9°), blieb jedoch schlechter als unter BIV-Stimulation (PSD: 15,2 ± 6,4°; PHB: 46,0 ± 16,3°).
In der Subgruppenanalyse zeigten:
- 2 Patienten (11,8%): Vollständige elektrische Rückbildung (QRS-Morphologie von Linksschenkelblock [LSB] zu normal; QRS-Dauer 85 ms).
- 12 Patienten (70,6%): Partielle elektrische Remodellierung (verkürzte QRS-Dauer bei unveränderter Morphologie; 152,5 ± 18,2 ms).
- 3 Patienten (17,6%): Keine Änderung der QRS-Dauer/Morphologie (176,7 ± 5,8 ms).
Bei 13 SR zeigten sich in der mechanischen Synchronie größere Verbesserungen bei verkürzter intrinsischer QRS-Dauer. SR mit kompletter elektrischer Remodellierung erreichten normalisierte mechanische Synchronie (PSD: 12,2 ± 1,8°; PHB: 39,5 ± 7,8°), während SR ohne elektrische Remodellierung nur minimale Veränderungen aufwiesen.
Diskussion
Trotz signifikanter Verbesserungen der kardialen Synchronie bei SR bleibt der intrinsische Rhythmus der BIV-Stimulation unterlegen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit fortgesetzter BIV-Stimulation zur Aufrechterhaltung der Langzeitsynchronie, insbesondere da SR eine der Normalbevölkerung vergleichbare Prognose haben.
Als mögliche Mechanismen werden CRT-induzierte Verkleinerung der Herzgröße, Verbesserung des Reizleitungssystems sowie molekulare Remodellierung (z. B. Gap-Junction-Proteine, Ionenkanäle) diskutiert. Frühere Studien belegen, dass eine Unterbrechung der BIV-Stimulation bei SR zur klinischen Verschlechterung führt – ein Ergebnis, das diese Studie durch den Nachweis persistierender intrinsischer Dyssynchronien stützt.
Einschränkungen
Retrospektives Design, kleine Fallzahl (n=17) und selektive Super-Response-Kriterien limitieren die Aussagekraft. Prospektive Studien sind erforderlich, um die Mechanismen der Synchronieverbesserung weiter zu klären.
Schlussfolgerung
CRT-Super-Responder zeigen deutliche Verbesserungen der kardialen Synchronie, benötigen jedoch weiterhin eine BIV-Stimulation, da der intrinsische Rhythmus nicht ausreichend synchron ist. Diese Erkenntnisse haben direkte klinische Relevanz für das Langzeitmanagement von SR.
DOI: 10.1097/CM9.0000000000000600