Kenntnisse und Einstellungen zur kardiopulmonalen Reanimation bei Lehrkräften an Grund- und weiterführenden Schulen in China
Die kardiopulmonale Reanimation (CPR) ist eine lebensrettende Fähigkeit, die die Überlebensrate und Lebensqualität von Patienten mit außerklinischem Herzstillstand erheblich verbessern kann. Insbesondere frühzeitige Laienreanimation ist entscheidend. Viele Länder und Gesundheitsorganisationen, darunter die Weltgesundheitsorganisation, empfehlen daher die CPR-Ausbildung von Schülern. Lehrkräfte mit CPR-Schulung gelten als geeignete Instruktoren, wobei deren Wissen und Vorbereitung für die Unterrichtsqualität zentral sind. Eine sechsjährige Studie zeigte, dass Lehrkräfte nach einem 60-minütigen Kurs effektiv CPR unterrichten können. In Belgien zeigten Grundschullehrkräfte großes Interesse an CPR-Training, während in China kaum Daten dazu vorliegen. Diese Studie evaluiert daher CPR-Kenntnisse, bisherige Schulungen und Einstellungen zur CPR-Ausbildung unter chinesischen Lehrkräften.
Methoden
Eine prospektive anonyme Online-Umfrage wurde über die Tencent-Website und WeChat verbreitet. Der Fragebogen basierte auf den European Resuscitation Council Guidelines 2015 und umfasste 24 Fragen zu Demografie, CPR-Kenntnissen, Trainingserfahrung, Bereitschaft zur CPR-Schulung sowie AED-Wissen. Die Daten von 5324 gültigen Antworten (5556 gesammelt) wurden zwischen dem 24. Januar und 8. Februar 2018 mittels SPSS analysiert.
Ergebnisse
Von den 2329 Grund- und 2995 Sekundarschullehrkräften hatten 96,8 % bereits von CPR gehört, primär durch Fernsehen (70,0 %), selten über Zeitungen (39,1 %). 54,0 % hatten CPR-Schulungen absolviert, mit signifikanten Altersunterschieden: 60,7 % der 30- bis 39-Jährigen, jedoch nur 36,6 % der über 50-Jährigen.
71,9 % wussten, wie man das Bewusstsein prüft, 51,1 % die Atmung. Korrekte Handposition (77,4 %) und -haltung (80,9 %) bei Kompressionen waren bekannt, jedoch nur 18,0 % die korrekte Kompressionstiefe, 29,1 % die Frequenz und 28,4 % das Kompressions-Beatmungs-Verhältnis. Lediglich 16,2 % kannten AEDs, 12,7 % wussten von AED-Standorten in ihrer Umgebung.
96,4 % waren bereit, an CPR-Schulungen teilzunehmen, 93,1 % befürworteten CPR-Lehrpläne, und 91,8 % wollten CPR unterrichten. Im Vergleich dazu waren in Barcelona 83 % der Sekundarlehrkräfte für schulische CPR-Ausbildung, 69 % zur Unterrichtsbereitschaft. Dänische Lehrkräfte lehnten CPR-Training ohne ausreichende Vorkenntnisse ab.
Diskussion
Chinesische Lehrkräfte haben grundlegende CPR-Kenntnisse, jedoch Lücken in theoretischen Details. Die hohe Bereitschaft zur Schulung und Unterrichtung unterstreicht ihr Potenzial als Multiplikatoren, sofern politische Unterstützung, klare Richtlinien und Ausstattung bereitgestellt werden. Die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen könnte aufgrund ihrer Trainingserfahrung prioritär geschult werden.
Schlussfolgerung
Trotz Wissensdefiziten besteht eine positive Einstellung zur CPR-Ausbildung unter chinesischen Lehrkräften. Systematische Schulungen, politische Rahmenbedingungen und Zugang zu AEDs sind entscheidend, um schulbasierte CPR-Programme erfolgreich umzusetzen.
DOI: 10.1097/CM9.0000000000000236