Klinische Analyse von 23 Patienten mit PEAC

Klinische Analyse von 23 Patienten mit pathologisch diagnostiziertem primärem und sekundärem pulmonalem enterischen Adenokarzinom

Das primäre pulmonale enterische Adenokarzinom (P-PEAC) ist eine seltene Variante des Lungenadenokarzinoms, das von der International Association for the Study of Lung Cancer, der American Thoracic Society und der European Respiratory Society unter invasiv muzinöses Adenokarzinom, kolloides Adenokarzinom und fetales Adenokarzinom klassifiziert wird. Diese Form des Lungenadenokarzinoms wird häufig mit dem sekundären pulmonalen enterischen Adenokarzinom (S-PEAC) verwechselt, das sich als pulmonale Infiltration manifestiert. Eine retrospektive Studie wurde durchgeführt, um die Unterschiede in klinischen Manifestationen, Bildgebungsbefunden, immunhistochemischen Färbungen und molekularpathologischen Merkmalen zwischen P-PEAC und S-PEAC zu untersuchen.

Die Studie analysierte Daten von Patienten der 900. Hospital der Joint Logistic Support Force der Volksbefreiungsarmee in Fujian, China, die zwischen Januar 2013 und Dezember 2018 mit PEAC diagnostiziert wurden. Insgesamt wurden 23 Patienten eingeschlossen: 15 mit P-PEAC und acht mit S-PEAC. Alle Patienten unterzogen sich histologische und immunpathologische Untersuchungen. Die P-PEAC-Patienten wurden gemäß dem TNM-Staging in frühe (I/II) und späte Stadien (III/IV) unterteilt. Die Primärtumoren der S-PEAC-Patienten wurden mittels CT, FDG-PET oder gastrointestinaler Endoskopie identifiziert und umfassten Kolonkarzinome (2), Rektumkarzinome (2), Magenkarzinome (3) und Cholangiokarzinome (1). Bis zum 10. Januar 2019 waren sechs Patienten verstorben, sechs waren verloren gegangen (Nachbeobachtung: 8–56 Monate).

Das Alter der P-PEAC-Patienten (9 Männer, 6 Frauen) lag zwischen 44 und 72 Jahren (Mittelwert: 59 ± 8), das der S-PEAC-Patienten (6 Männer, 2 Frauen) zwischen 41 und 76 Jahren (Mittelwert: 60 ± 11). Es gab keine signifikanten Unterschiede in Geschlecht (P = 0,495) oder Alter (P = 0,793). Bei 13 P-PEAC-Patienten traten Symptome wie Husten, Auswurf, Hämoptysen, Thoraxschmerzen oder Lymphadenopathie auf; bei drei S-PEAC-Patienten ähnliche Symptome. Husten war häufig, aber nicht spezifisch. Die Positivitätsraten der Tumormarker CEA, CA19-9 und CA-125 betrugen bei P-PEAC 71 % (10/14), 50 % (5/10) und 50 % (5/10) sowie bei S-PEAC 75 % (6/8), 67 % (4/6) und 33 % (2/6), ohne signifikante Unterschiede (CEA: P = 0,683; CA19-9: P = 0,547).

In der CT-Bildgebung dominierten solitäre Läsionen im linken Lungenflügel (10/18). P-PEAC zeigte häufiger Massen (11/15 vs. 3/8), S-PEAC Knoten (4/8 vs. 3/15). S-PEAC präsentierte sich typischerweise als metastatische Streuung mit basal betonten, peripher gelegenen Knoten. Aufgrund der geringen Fallzahl blieben CT-Muster bei S-PEAC jedoch unklar.

Histologisch und immunhistochemisch ähneln sich P-PEAC und S-PEAC. Zur Differenzierung dienten Subtypisierung und Markerprofile: P-PEAC exprimiert mindestens einen intestinalen Marker (CDX2, CK20, MUC2) bei gleichzeitiger Positivität für Lungenadenokarzinom-Marker (CK7, TTF-1). Die Expressionsraten betrugen für CK20/MUC2/CDX2/Villin/CK7/TTF-1/NapsinA bei P-PEAC 36 %/0 %/89 %/100 %/93 %/47 %/39 % und bei S-PEAC 100 %/83 %/100 %/100 %/50 %/0 %/33 %. Villin erwies sich als gemeinsamer Marker.

KRAS-Mutationen traten bei P-PEAC häufiger auf (43 % in publizierten Fällen) als bei konventionellen Lungenadenokarzinomen. In dieser Studie lag die KRAS-Mutationsrate bei P-PEAC bei 13 % (3/15) – höher als in der chinesischen Allgemeinbevölkerung (8 %). Bei S-PEAC-Patienten wurden keine KRAS-Mutationen nachgewiesen. Die Mutationen umfassten Codon-12-G12D (35G > A), Codon-13-G13D (38G > A) und Codon-61-Varianten (Exon 3). EGFR-Mutationen waren bei P-PEAC selten (4 %), ähnlich wie bei S-PEAC (2 %).

Zusammenfassend ist P-PEAC eine seltene, schwer differenzierbare Entität. Neben Anamnese und Histopathologie unterstützen Immunhistochemie und KRAS-Mutationsstatus die Diagnose. Die höhere KRAS-Mutationsrate bei P-PEAC, insbesondere außerhalb Asiens, deutet auf biologische Besonderheiten und mögliche Therapieoptionen mit KRAS-Inhibitoren hin. Weitere Studien sind erforderlich, um Treibermutationen und deren therapeutische Implikationen zu klären.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000266

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