Klinische Wirksamkeit des 595-nm-Pulsenfarbstofflasers bei Kindern

Klinische Wirksamkeit des 595-nm-Pulsenfarbstofflasers bei der Behandlung von Spider-Naevi im Gesicht bei Kindern: Eine retrospektive Studie an 110 Patienten

Zusammenfassung
Spider-Naevi (SN), auch als Spider-Angiome bekannt, sind kleine, rote arterielle Papeln mit radial verlaufenden Kapillaren. Diese Läsionen zeichnen sich durch arterielle Pulsation aus, wobei das Blut vom zentralen „Spinnenkörper“ zu den „Beinen“ fließt. Bei Druck auf den zentralen Bereich verschwinden die erweiterten Kapillaren vorübergehend. SN können einzeln oder multipel auftreten und finden sich bei bis zu 15 % gesunder Erwachsener, mit höherer Inzidenz bei Kindern. Zur kosmetischen Behandlung wurden Methoden wie Elektrokoagulation, Pulsenfarbstofflaser (PDL), Kalium-Titanyl-Phosphat (KTP)-Laser und Neodym:YAG-Laser eingesetzt. Eine vollständige Entfernung erfordert jedoch häufig mehrere Behandlungen, insbesondere bei SN mit einem zentralen Körperdurchmesser ≥1 mm. Ursächlich hierfür sind die dicken arteriellen Wände oder der hohe Blutfluss in den kleinen Arterien der SN, die die Laserenergie dissipieren können. Mehrfachbehandlungen sind nicht nur kostspielig, sondern erhöhen auch die Belastung für pädiatrische Patienten. Diese Studie evaluierte die Wirksamkeit und Sicherheit des 595-nm-PDL bei der Behandlung von facialen SN bei Kindern unter Vergleich verschiedener Applikationsmethoden.

Methoden
Retrospektiv wurden Daten von 110 Patienten mit facialen SN ausgewertet, die zwischen Januar 2016 und Februar 2018 in der dermatologischen Abteilung des Anhui Provincial Children’s Hospital mit dem 595-nm-PDL behandelt wurden. Einschlusskriterien: Alter ≤12 Jahre, Han-chinesische Ethnie, Fitzpatrick-Hauttyp III–IV, keine Leber- oder Systemerkrankungen, keine Vortherapie. Die 110 Kinder (54 männlich, 56 weiblich) wiesen SN mit zentralem Durchmesser <1 mm (66 Fälle) oder ≥1 mm (44 Fälle) auf. Läsionen waren orbital (41 Fälle) oder nicht-orbital (69 Fälle) lokalisiert. Die Patienten wurden in zwei Gruppen unterteilt: SL-Gruppe (Kleinfleck-kombiniert-mit-Großfleck-Methode) und L-Gruppe (reine Großfleck-Methode).

Ein Candela-PDL-System (Vbeam Perfecta) wurde mit folgenden Parametern verwendet: Wellenlänge 595 nm, Pulsbreite 0,45–40 ms, Pulsfrequenz 1,5 Hz, Energiedichte 4–40 J/cm², Spotgrößen 3–12 mm. Die dynamische Kühlung (Spray/Verzögerung: 30/20 ms) wurde standardisiert eingesetzt.

  • L-Gruppe: 7-mm-Spot (8–12 J/cm²; 1,5 ms) zentral appliziert. Bei persistierenden „Beinen“ erfolgte eine Nachbehandlung mit gleichen Parametern.
  • SL-Gruppe: 3-mm-Spot (14–18 J/cm²; 1,5 ms) zentral, bei persistierenden Kapillaren Nachbehandlung mit 7-mm-Spot (8–12 J/cm²).

Der klinische Endpunkt war eine Farbänderung der Läsion von rot zu purpur. Postoperativ wurden Kühlung, antibiotische Salbe und Sonnenkarenz empfohlen. Nachbehandlungen erfolgten im 6-Wochen-Intervall. Die Nachbeobachtung erfolgte über ≥1 Jahr mittels Telefon und Fotodokumentation.

Ergebnisse
Die SL-Gruppe zeigte eine signifikant höhere primäre Abheilungsrate (90,9 % vs. 53,0 %). Bei SN ≥1 mm betrug die Einmalheilungsrate 100 % (SL) vs. 34,8 % (L). Bei SN <1 mm lagen die Raten bei 82,6 % (SL) vs. 62,8 % (L). Nebenwirkungen (SL: 10 Fälle; L: 8 Fälle) umfassten ödematöses Erythem, Hyperpigmentierung, Krusten und atrophe Narben (nur L-Gruppe: 1 Fall). Die Rezidivrate unterschied sich nicht signifikant (SL: 2,3 %; L: 3,0 %).

Diskussion
Die 595-nm-PDL-Therapie erwies sich als sicher und effektiv, insbesondere die SL-Methode für SN ≥1 mm. Kleine Spotgrößen ermöglichen eine höhere Energiedichte im zentralen arteriellen Gefäß, während große Spots die peripheren Kapillaren effizienter erfassen. Hyperpigmentierungen (9 Fälle) bildeten sich innerhalb von 3–12 Monaten zurück. Limitierungen der Studie sind der retrospektive Charakter und die begrenzte Fallzahl.

Vergleiche mit anderen Lasersystemen (Nd:YAG 1064 nm, KTP 532 nm) zeigen, dass der 595-nm-PDL aufgrund seiner tieferen Penetration und selektiven Gefäßwirkung vorteilhaft ist. Multiwellenlängen-Kombinationen (PDL + Nd:YAG) erreichen zwar höhere Einmalheilungsraten (93 %), erfordern jedoch zusätzliche Geräte.

Schlussfolgerung
Der 595-nm-PDL stellt eine sichere und effiziente Therapieoption für Spider-Naevi bei Kindern dar. Die Kleinfleck-Großfleck-Kombination ist insbesondere bei Läsionen ≥1 mm zu bevorzugen. Randomisierte Studien mit größeren Kohorten sind zur Bestätigung erforderlich.

DOI: 10.1097/CM9.0000000000000467

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