Laparoskopische Metroplastie bei Uterus bicorporis

Laparoskopische Metroplastie bei Uterus bicorporis: Chirurgische Techniken und Behandlungsergebnisse

Angeborene uterine Anomalien (CUA) sind häufiger als bisher angenommen, wobei verbesserte bildgebende Verfahren eine geschätzte Prävalenz von 5,5 % in der Allgemeinbevölkerung, 8,0 % bei infertilen Frauen und 13,3 % bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten zeigen. Die häufigsten Anomalien umfassen den Septumuterus (Kanalisationsdefekte) und den Uterus bicorporis (Fusionsdefekte). Diese Anomalien sind mit negativen reproduktiven Outcomes assoziiert, einschließlich erhöhter Raten von Fehlgeburten, Frühgeburten und perinataler Mortalität. Während die hysteroskopische Resektion eines Septumuterus das Fehlgeburtsrisiko reduziert, wurde die Behandlung des Uterus bicorporis aufgrund invasiver Verfahren wie der Strassmann-Operation weniger erforscht. Die laparoskopische Metroplastie hat sich jedoch als sicherere und machbare Alternative mit positiven reproduktiven Ergebnissen etabliert.

Diese Studie präsentiert die größte Fallserie zur laparoskopischen Metroplastie bei Uterus bicorporis und beschreibt chirurgische Techniken, Outcomes und Follow-up-Daten. Die Untersuchung erfolgte am Fuxing Hospital in Peking, China, und umfasste 32 Frauen (mittleres Alter 29,9 Jahre) mit Uterus bicorporis und belasteter reproduktiver Anamnese (wiederholte Fehlgeburten oder Frühgeburten). Alle Patientinnen wurden auf genetische, thrombophile, immunologische, metabolische und endokrinologische Faktoren gescreent. Die CUA-Diagnose wurde mittels 2D/3D-Ultraschall, Hysteroskopie und MRT bestätigt. Nach Aufklärung über expectantes Management oder Operation erfolgte die laparoskopische Metroplastie unter Leitung erfahrener Chirurgen.

Der Eingriff begann mit einer Salzhysteroskopie zur Beurteilung der Kavität und fundalen Einziehung. Ein 10-mm-Trokar wurde transumbilikal platziert, gefolgt von CO₂-Insufflation und drei zusätzlichen 5-mm-Trokaren in den unteren Quadranten. Nach Adhäsiolyse wurde ein Foley-Katheterballon in die rechte Uterushöhle eingeführt und mit Kochsalzlösung aufgeblasen. Vasopressin wurde in den rechten Uterushorn injiziert, gefolgt von Inzision mittels monopolarer Diathermie und Schere. Der Prozess wurde am linken Horn wiederholt, und die Kavität wurde mittels resorbierbarer Unterbrechungsnähte vereinigt (Endometriumschonung). Interceed® wurde auf die Nahtstelle appliziert; postoperativ erhielten die Patientinnen Antibiotikaprophylaxe und Oxytocin. Eine Kontrollhysteroskopie nach 8 Wochen bestätigte die Kavitätsvereinigung und behandelte eventuelle Adhäsionen.

Die mittlere Operationsdauer betrug 143,2 Minuten, der mediane Blutverlust 50 ml. Bei 93,8 % der Patientinnen lag eine erfolgreiche Kavitätsvereinigung vor; 6,3 % entwickelten intrauterine Adhäsionen, die erfolgreich therapiert wurden. Von 18 konzeptionswilligen Patientinnen wurden 14 schwanger (mittlere Konzeptionszeit 21 Monate). Unter 13 Schwangerschaften mit vollständigem Follow-up traten keine ektopen Schwangerschaften oder Frühaborte auf. Es gab eine Spätfehlgeburt, drei Frühgeburten und neun Termingeburten. Alle Neugeborenen überlebten. Uterusrupturen, intrauterine Wachstumsrestriktion, Plazentalösungen, Plazentaretentionen oder Plazenta-accreta-Fälle wurden nicht beobachtet. Eine Plazenta praevia wurde erfolgreich behandelt.

Die Studie unterstreicht die Machbarkeit und Sicherheit der laparoskopischen Metroplastie bei Uterus bicorporis mit verbesserten reproduktiven Outcomes. Die Konzeptionsrate (14/18) und Termingeburtenrate (9/13) sind vergleichbar mit denen von Frauen mit ungeklärter wiederholter Fehlgeburt unter unterstützender Betreuung. Zudem wurde die Bedeutung der Zervixinsuffizienz bei Uterusanomalien betont: Sechs Patientinnen erhielten eine laparoskopische Zervixcerclage, eine eine transvaginale Cerclage.

Diese Fallserie liefert wesentliche Daten zu chirurgischen und reproduktiven Outcomes und legt nahe, dass die laparoskopische Metroplastie eine vielversprechende Alternative zu laparotomischen Verfahren darstellt. Die Ergebnisse unterstreichen den Stellenwert minimal-invasiver Techniken zur Behandlung angeborener Uterusanomalien und bieten neue Perspektiven für betroffene Frauen. Weitere prospektive Studien sind erforderlich, um die Langzeitergebnisse zu validieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001266

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