Machbarkeit und Akzeptanz von Raucherentwöhnungshilfe über WLAN in China

Machbarkeit und Akzeptanz der Bereitstellung von Raucherentwöhnungshilfe über WLAN-Zugangspunkte an 17 Flughäfen und 38 Bahnhöfen in China

Tabakkonsum bleibt eine globale Gesundheitsbedrohung mit jährlich etwa 7 Millionen Todesfällen. In China ist die Situation besonders gravierend: 44 % der weltweit gerauchten Zigaretten werden dort konsumiert, und es gibt jährlich 1 Million tabakbedingte Todesfälle. Raucherentwöhnungsmaßnahmen sind entscheidend, um diese Belastung zu reduzieren. Bisherige Methoden umfassen Pharmakotherapie, ärztliche Beratung, Hotlines und Akupunktur. Aufgrund der hohen Durchdringung mobiler Technologien in China bietet mobile Gesundheit (mHealth) vielversprechende Ansätze. Insbesondere mobilfunkbasierte Interventionen haben sich als wirksam erwiesen, doch die Machbarkeit und Akzeptanz in der chinesischen Bevölkerung ist unklar. Diese Studie untersucht die Nutzung von WLAN-Zugangspunkten (APs) zur Bereitstellung von Raucherentwöhnungshilfe an 17 Flughäfen und 38 Bahnhöfen in China.

Die Studie umfasste zwei Phasen: Plattformentwicklung und Bevölkerungsbefragung. In Phase 1 wurde eine Befragungsplattform in die WLAN-Dienste der Standorte integriert. Bei der WLAN-Nutzung erschien ein Pop-up-Fenster mit einer Einladung zur Teilnahme. Die von OPSMART Technology entwickelte Plattform nutzte PL/SQL auf einem Oracle-8-Datenbankserver und HTML5 für Mobilgeräte. Die Dateigröße wurde auf 15 kb reduziert, um Ladezeiten zu minimieren. Die Programmierung, Tests und Validierung dauerten etwa 40 Stunden. Die Befragung bestand aus drei Seiten: einer Einführung zu Rauchrisiken, einem Hauptfragebogen (Demografie, Rauchverhalten) und einer Belohnungsseite (Handynummer für ein 20-US-Dollar-Datenroamingpaket).

In Phase 2 wurde eine Bevölkerungsbefragung zum Interesse an Entwöhnungshilfen durchgeführt. Die Befragung startete am Weltnichtrauchertag 2016 an 55 Standorten. Teilnahmekriterien waren Freiwilligkeit, Lesefähigkeit auf Chinesisch und ein Mindestalter von 18 Jahren. Die anonyme Umfrage dauerte 3–5 Minuten und umfasste sechs Fragen zu Alter, Geschlecht, Rauchstatus und Entwöhnungsinteresse. Als Anreiz erhielten Teilnehmer das Datenpaket.

Von 20.199 Nutzern reichten 13.628 Antworten ein (Rücklaufquote: 67,47 %). Die Raucherquote lag bei 30,9 %. 86,58 % der Raucher und 2,44 % der Nichtraucher äußerten Interesse an Entwöhnungshilfen. Multivariate Analysen zeigten keine signifikanten Unterschiede im Unterstützungswunsch nach Alter, Geschlecht oder Rauchintensität. 41,02 % der rauchenden Teilnehmer nutzten die Umfrage an Flughäfen, 58,98 % an Bahnhöfen. Die Mehrheit der Teilnehmer war männlich (Durchschnittsalter: 33,83 Jahre). Geschlecht, Alter, Zigaretten pro Tag oder Rauchdauer unterschieden sich nicht zwischen Personen mit und ohne Unterstützungswunsch.

Die Ergebnisse belegen die Machbarkeit und Effizienz von WLAN-APs als Plattform für Raucherentwöhnungshilfen. Die hohe Bereitschaft unter Rauchern legt nahe, dass diese Methode zur Reduktion der Raucherprävalenz in China beitragen könnte. Stärken der Studie sind der innovative Ansatz, hohe Teilnehmerzahlen und breite Standortvielfalt. Die Kosten waren im Vergleich zu anderen mHealth-Methoden (SMS, Apps) gering. Die Studie unterstreicht zudem die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Medizin, Regierung, Telekomanbietern und IT-Experten.

Limitationen umfassen eine moderat optimierbare Rücklaufquote, mögliche Verzerrungen durch den Datenpaket-Anreiz sowie Standortbias (Flughäfen/Bahnhöfe). Ältere Bevölkerungsgruppen waren unterrepräsentiert. Zukünftige Forschung sollte die Methodik verfeinern und die Wirksamkeit in klinischen Studien prüfen. Die Integration traditioneller Therapien in mHealth sowie Qualitätskontrollen sind entscheidend. Auch die Klärung potenzieller Medizinrechtstreitigkeiten und langfristiger Rentabilität muss adressiert werden.

Zusammenfassend zeigt diese Studie, dass die Bereitstellung von Raucherentwöhnungshilfen über WLAN-APs in China machbar, effizient und akzeptiert ist. Die hohe Zustimmungsrate unter Rauchern deutet auf ein signifikantes Präventionspotenzial hin. Künftige Studien sollten gezielte Rekrutierungsstrategien basierend auf Prädiktoren für Entwöhnungsabsichten entwickeln. Die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, Wissenschaft, IT-Industrie und Regierung wird für den Ausbau von mHealth in China entscheidend sein.

doi: 10.1097/CM9.0000000000000230

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