Modifizierte Injektionstechnik zur Verbesserung der Behandlung von Keloiden

Modifizierte Injektionstechnik zur Verbesserung der Behandlung von Keloiden

Keloiden sind spezifische Narbentypen, die über die ursprüngliche Wundgrenze hinauswachsen und sich kaum spontan zurückbilden. Trotz verfügbarer Behandlungsmethoden wie chirurgische Resektion, Strahlentherapie, Injektionen, Laser- und Kryotherapie garantiert keine Methode eine vollständige Heilung. Intraläsionale Steroidinjektionen sind weit verbreitet. Studien zeigen, dass die Injektion von Glukokortikoiden kombiniert mit 5-Fluorouracil (5-FU) in Keloiden deren Textur erweicht, das Volumen reduziert und Symptome lindert. Herkömmliche multipunktuelle Injektionen in das Keloidparenchym verursachen jedoch starke Schmerzen und führen zu ungleichmäßiger Wirkstoffverteilung in der derben Fibrosestruktur, was die Wirksamkeit und Patientencompliance mindert. Eine modifizierte Zweiphasen-Injektionstechnik (erst Basis, dann Parenchym) wurde entwickelt, um diese Probleme zu adressieren.

Methodik
50 Patienten mit klinisch diagnostizierten Keloiden (≥18 Jahre) wurden eingeschlossen. Ausschlusskriterien umfassten unvollständige Nachsorge, kürzliche Vorbehandlungen, systemische Erkrankungen (z. B. Hypertonie, Diabetes), infizierte Keloiden oder Keloiden >9 cm². Die Patienten wurden randomisiert in zwei Gruppen eingeteilt: Die Experimentalgruppe erhielt die modifizierte Technik, die Kontrollgruppe die konventionelle Methode. Keloiddicke und -härte wurden mittels Ultraschall und Scherwellenelastografie evaluiert. Die Schmerzintensität (Skala 0–10) wurde unmittelbar postinjektional erfasst. Die Wirkstoffmischung bestand aus 0,6 ml 2,5%igem 5-FU, 5 ml 1%igem Triamcinolonacetonid und 1 ml 2%igem Lidocain (Gesamtdosis: 0,2 ml/cm³).

In der Experimentalgruppe wurde ein Drittel der Dosis mit einer 29-G-Nadel in die Keloidbasis injiziert, gefolgt von zwei Dritteln im Parenchym nach 5 Minuten. Die Basis wurde durch schräges Einstechen (30°-Winkel) durch normale Haut identifiziert, wobei die Nadel parallel zur Haut positioniert wurde, um den Wirkstoff freizusetzen. Die Behandlung wurde alle 3 Wochen wiederholt.

Ergebnisse
46 Patienten (67 Keloiden) wurden analysiert (1 Dropout Experimentalgruppe, 3 Kontrollgruppe). Nach drei Injektionen zeigte die Experimentalgruppe eine signifikant stärkere Reduktion der Keloiddicke (2,45 ± 1,19 mm vs. 1,84 ± 0,97 mm; P = 0,0125) und des Elastizitätsmoduls (Young-Modul: 95,93 ± 69,10 kPa vs. 56,81 ± 33,45 kPa; P = 0,004). Die Schmerzscores waren bei der modifizierten Technik um 3,16 Punkte niedriger (5,75 ± 0,85 vs. 8,91 ± 0,97; P < 0,0001). Nebenwirkungen (z. B. Menstruationsstörungen, Akne) traten in beiden Gruppen ähnlich auf, je zwei Fälle leichter Gewebsatrophie wurden beobachtet.

Diskussion
Die modifizierte Technik ermöglichte eine homogenere Wirkstoffverteilung durch gezielte Basisinjektion, die auch nutritive Gefäße an der Keloidbasis erreicht. Histologisch (Hämatoxylin-Eosin-Färbung) zeigte sich eine lockerere Kollagenstruktur an der Basis, was die Diffusion begünstigt. Ultraschallbefunde bestätigten hyperaktive Keloiden mit prominenten Basalgefäßen. Die Schmerzreduktion wird auf die initiale Lidocainwirkung in der weniger dichten Basisschicht zurückgeführt, gefolgt von schmerzärmeren Parenchyminjektionen.

Schlussfolgerung
Die modifizierte Injektionstechnik verbessert die klinische Wirksamkeit durch beschleunigte Keloidatrophie und reduzierte Schmerzen, was die Compliance und Therapieergebnisse optimiert. Sie stellt einen wichtigen Fortschritt in der Keloidtherapie dar.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000804

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