Programmed Cell Death Ligand 1-Expression beim ösophagealen Plattenepithelkarzinom: Eine vergleichende Analyse von drei verschiedenen Assays
Das ösophageale Karzinom zählt zu den aggressivsten und letalsten Malignomen mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von unter 20 %. Unter den beiden Hauptsubtypen stellt das ösophageale Plattenepithelkarzinom (ESCC) in China die vorherrschende Form dar und ist für über 95 % der Fälle verantwortlich. Fortschritte in der Krebsimmuntherapie, insbesondere die Entwicklung von Medikamenten gegen spezifische Immuncheckpoints, haben neue Behandlungsoptionen eröffnet. Die Expression von Programmed Cell Death Ligand 1 (PD-L1) gilt als prädiktiver diagnostischer Marker zur Identifizierung von Patienten, die von Anti-PD-1-Achsen-Therapien profitieren könnten. Bislang fehlt jedoch ein standardisierter Antikörper für PD-L1-Nachweise beim ESCC, was die Vergleichbarkeit von Immuntherapiestudien beeinträchtigt.
In dieser Studie wurden die PD-L1-Expressionsergebnisse von drei Immunhistochemie(IHC)-Assays (22C3, 28-8 und SP263) bei 324 konsekutiven ESCC-Patienten verglichen, die zwischen 2005 und 2013 im Nationalen Krebszentrum Peking eine R0-Resektion erhalten hatten. Die Gewebeproben wurden mittels Gewebemikroarrays (TMAs) auf drei Plattformen analysiert: Die 22C3- und 28-8-Assays wurden auf dem Dako Autostainer Link 48 durchgeführt, der SP263-Assay auf dem Ventana Benchmark XT. Die Bewertung erfolgte durch zwei unabhängige Pathologen unter Verwendung des kombinierten Positiv-Scores (CPS: <1, 1–49, ≥50).
Ergebnisse
Bei einem Cut-off von CPS ≥1 zeigten die Assays 28-8 und 22C3 eine Gesamtübereinstimmungsrate (OPA) von 93,5 % (Sensitivität: 85,1 %; Spezifität: 96,0 %; AUC: 0,906). Für CPS ≥50 lag die OPA bei 99,1 % (Sensitivität: 90,0 %; Spezifität: 99,4 %; AUC: 0,947). Im Vergleich dazu wies der SP263-Assay bei CPS ≥1 eine OPA von 81,5 % (AUC: 0,809) und bei CPS ≥50 von 96,0 % (AUC: 0,882) gegenüber 22C3 auf. Der SP263-Assay ergab tendenziell höhere CPS-Werte, vermutlich bedingt durch intensivere Membranfärbungen.
Diskussion
Die hohe Übereinstimmung zwischen 28-8 und 22C3 legt nahe, dass der 28-8-Assay als Alternative zu 22C3 für Therapieentscheidungen bei ESCC geeignet sein könnte. Die stärkere Färbungsintensität von SP263 könnte jedoch zu höheren Positivraten führen, was klinische Implikationen für Schwellenwertdefinitionen hat. Limitationen umfassen die Verwendung von TMAs statt Ganzschnittpräparaten, was bei heterogener PD-L1-Expression zu Verzerrungen führen kann. Weitere Studien müssen die prädiktive Validität dieser Assays für Immuntherapien beim ESCC klären.
Diese Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit standardisierter Testverfahren, um die Vergleichbarkeit zwischen Studien und Kliniken zu verbessern. Die Wahl des Assays sollte sich an lokalen Gegebenheiten, der gewünschten Sensitivität und dem angestrebten Therapieregime orientieren.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001642