Säkulare Trends der Asthmasterblichkeit in China und den USA 1990 – 2019

Säkulare Trends der Asthmasterblichkeit in China und den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2019

Asthma bleibt eine große globale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit mit erheblichen geografischen Unterschieden in Prävalenz, Sterblichkeit und Risikofaktoren. Diese Studie vergleicht umfassend die Trends der Asthmasterblichkeit sowie Risikofaktoren in China und den Vereinigten Staaten (USA) von 1990 bis 2019 unter Verwendung von Daten der Global Burden of Disease Study 2019 (GBD 2019) und Alters-Perioden-Kohorten (APC)-Modellierung. Die Analyse zeigt Disparitäten in Sterblichkeitsmustern, alters- und geschlechtsspezifische Variationen sowie den Einfluss veränderbarer Risikofaktoren auf und liefert Erkenntnisse für die Asthmakontrolle und gesundheitspolitische Prioritäten.

Sterblichkeitstrends und geografische Disparitäten

Von 1990 bis 2019 lagen die Asthmasterblichkeitsraten in China durchgehend über denen der USA, doch die Differenz verringerte sich aufgrund eines rascheren Rückgangs in China. 2019 verzeichnete China 24.750 asthmaassoziierte Todesfälle (95 %-KI: 20.245–30.769), die USA hingegen 4.071 (95 %-KI: 3.353–4.367). Die altersstandardisierte Sterberate (ASMR) in China sank stark von 4,4 pro 100.000 (1990) auf 1,7 pro 100.000 (2019; −61,4 %). In den USA fiel die ASMR langsamer von 1,4 auf 0,9 pro 100.000. Ab 2017 lag die ASMR für chinesische Frauen unter der US-amerikanischer Frauen.

Geschlechtsspezifische Unterschiede waren deutlich: In China überstieg die männliche Sterblichkeit ab 1992 die weibliche, bedingt durch langsamere Rückgänge bei Männern. 2019 betrug das männlich-zu-weiblich-Verhältnis 1,3:1. In den USA war die Sterblichkeit bei Frauen stets höher, was auf biologische Unterschiede und Risikofaktorenexposition zurückgeführt wird.

Altersspezifische Sterblichkeitsmuster

In beiden Ländern stieg die Sterblichkeit exponentiell bei Erwachsenen über 20 Jahren. In China waren die Raten bei 80- bis 84-Jährigen 20,8-mal höher als bei 45- bis 49-Jährigen. In den USA trugen Personen ≥80 Jahre die höchste Last. Bei unter 5-Jährigen sank die Sterblichkeit in China um 95,7 % (von 1,2 auf 0,05 pro 100.000), verglichen mit einem Rückgang von 66,7 % in den USA (von 0,3 auf 0,1 pro 100.000). Diese Verbesserungen spiegeln Fortschritte in der pädiatrischen Asthmaversorgung und perinatalen Betreuung in China wider.

Kohorten- und Periodeneffekte

Das APC-Modell identifizierte distinkte Geburtskohorten- und Periodeneffekte. In China nahmen die Kohorten-Risikoraten (Rate Ratios, RR) kontinuierlich ab, mit den stärksten Verbesserungen bei jüngeren Kohorten. Die Kohorte 1995–1999 hatte ein um 92 % geringeres Sterberisiko als die Kohorte 1945–1949. Die Perioden-RR sanken jährlich um 6,1 %, was systemische Verbesserungen im Gesundheitszugang, Luftreinhaltepolitik und Asthma-Management widerspiegelt.

In den USA zeigten die Kohorten-RR geringe Fluktuationen mit langsameren Rückgängen bei älteren Kohorten. Die Periodeneffekte sanken moderater (−2,5 % pro Jahr). Bei US-Männern stiegen die Perioden-RR nach 2015 leicht, möglicherweise aufgrund von Adipositastrends oder ungleichmäßigem Gesundheitszugang.

Führende Risikofaktoren

Rauchen, hoher Body-Mass-Index (BMI) und berufliche Asthmagene waren dominante Risikofaktoren mit länderspezifischen Profilen. In China verursachte Rauchen 53,2 % der Asthma-bedingten Todesfälle (1990), sank jedoch auf 14,4 % bis 2019. Die Sterblichkeit durch berufliche Asthmagene ging um 85 % zurück, was strengere Arbeitsschutzvorschriften widerspiegelt. BMI-bedingte Todesfälle stiegen bei chinesischen Männern, blieben aber sekundär.

In den USA dominierte hoher BMI mit einem Anteil von 32,3 % der Asthma-Todesfälle (2019), verglichen mit 24,7 % in China. Rauchen-assoziierte Sterblichkeit sank um 64,6 %, berufliche Asthmagene um 38,5 %. Anhaltende Adipositasprävalenz und langsame Fortschritte im Arbeitsschutz prägten diese Trends.

Erkenntnisse aus dem Alters-Perioden-Kohorten-Modell

In China betrugen die jährlichen „net drifts“ (Sterblichkeitsrückgänge) −6,1 % für die Gesamtbevölkerung, mit stärkeren Reduktionen bei Frauen (−7,0 %) als Männern (−5,5 %). Lokale Drifts zeigten altersspezifische Verbesserungen: Die Altersgruppe 0–5 Jahre verzeichnete einen jährlichen Rückgang von 11,3 %, während bei Hochaltrigen (95–100 Jahre) eine Reduktion von 4,0 % erfolgte.

In den USA lagen die net drifts bei −2,5 %, mit minimalen Verbesserungen bei den Ältesten (95–100 Jahre). Bei Frauen dieser Altersgruppe stieg die Sterblichkeit sogar um 0,3 % pro Jahr, was Defizite in der geriatrischen Asthmaversorgung unterstreicht.

Gesundheitspolitische Implikationen

Die abnehmende Sterblichkeitslücke zwischen China und den USA unterstreicht den Erfolg chinesischer Maßnahmen wie Tabakkontrolle, Luftqualitätsverbesserungen und aktualisierte Asthma-Leitlinien. Verbleibende Herausforderungen umfassen:

  1. Alternde Bevölkerung: Exponentieller Sterblichkeitsanstieg bei über 60-Jährigen erfordert gezielte Interventionen für Komorbiditäten.
  2. Rauchen und Adipositas: China muss Rauchstopp priorisieren, die USA Adipositasepidemien bekämpfen.
  3. Arbeitsschutz: Beide Länder benötigen verbessertes Monitoring beruflicher Expositionen, wobei China als Benchmark dient.

Limitationen und zukünftige Forschung

Die Studie basiert auf ärztlich diagnostizierten Asthmafällen, was in China zu Untererfassung führen kann. Die Verwendung von BMI ≥25 kg/m² könnte adipositasbedingte Risiken unterschätzen. Zukünftige Forschung sollte regionale sozioökonomische Faktoren und Asthma-Subtypen integrieren.

Fazit

Von 1990 bis 2019 verzeichnete China beeindruckende Fortschritte in der Reduktion der Asthmasterblichkeit, die die USA übertrafen. Alterung, Rauchen und Adipositas bleiben Herausforderungen. Die kontrastierenden Risikoprofile – berufliche Expositionen in China vs. metabolische Risiken in den USA – erfordern angepasste Strategien. Durch gezielte Maßnahmen können beide Nationen die globale Asthmalast weiter verringern.

doi.org/10.1097/cm9.0000000000002855

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