Secukinumab zeigt über 52 Wochen hohe Wirksamkeit und ein günstiges Sicherheitsprofil bei chinesischen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis
Einleitung
Psoriasis, eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, betrifft etwa 0,6 % der chinesischen Bevölkerung. Charakterisiert durch erythematöse, schuppige Plaques, beeinträchtigt die Erkrankung die Lebensqualität (QoL) erheblich und ist mit Komorbiditäten wie Psoriasis-Arthritis, kardiovaskulären Erkrankungen und metabolischem Syndrom assoziiert. Eine nationale Studie in China zeigte, dass 57,3 % der Psoriasis-Patienten eine mittelschwere bis schwere Erkrankung aufweisen. Konventionelle Therapien – einschließlich topischer Wirkstoffe, Phototherapie und traditioneller chinesischer Medizin (TCM) – bieten jedoch häufig keine ausreichende Kontrolle. Dieser ungedeckte Bedarf unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Therapien mit anhaltender Wirksamkeit und Sicherheit.
Secukinumab, ein vollständig humaner monoklonaler Antikörper gegen Interleukin (IL)-17A, hat in globalen Phase-3-Studien robuste Wirksamkeit gezeigt. IL-17A ist ein Schlüsselmediator der Psoriasis-Pathogenese, der Keratinozytenproliferation und Entzündungsreaktionen fördert. Während frühere Studien asiatische Subpopulationen einschlossen, waren dedizierte Studien an chinesischen Patienten begrenzt. Diese Phase-3b-Studie (NCT03066609) evaluierte die Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab über 52 Wochen bei chinesischen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis.
Methoden
Studiendesign und Teilnehmer
In dieser multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 441 chinesische Erwachsene (≥18 Jahre) mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis (Psoriasis Area Severity Index [PASI] ≥12, Investigator’s Global Assessment [IGA] ≥3, Körperoberfläche [BSA] ≥10 %) eingeschlossen. Die Randomisierung erfolgte im Verhältnis 2:1:1 zu subkutanem Secukinumab 300 mg, 150 mg oder Placebo zu Studienbeginn, Woche 1–4 und anschließend alle 4 Wochen. Placebo-Non-Responder (kein Erreichen von PASI 75) wurden ab Woche 12 auf Secukinumab 300 mg umgestellt.
Endpunkte und Bewertungen
Ko-primäre Endpunkte waren der Anteil der Patienten mit PASI 75 (≥75 % Reduktion des Ausgangs-PASI) und IGA 0/1 (klare/nahezu klare Haut) bis Woche 12. Sekundäre Endpunkte umfassten PASI 90/100, absolute PASI-Werte und DLQI 0/1 (keine QoL-Beeinträchtigung). Sicherheitsbewertungen dokumentierten unerwünschte Ereignisse (AEs), schwere AEs (SAEs) und Immunogenität (Anti-Drug-Antikörper [ADAs]).
Statistische Analyse
Die Fallzahlberechnung basierte auf angenommenen Placebo-Ansprechraten von 10 % für PASI 75 und IGA 0/1. Logistische Regressionsmodelle adjustierten für Basis-PASI, Körpergewicht und Region, mit multipler Imputation fehlender Daten. Sensitivitätsanalysen verwendeten Non-Responder-Imputation.
Ergebnisse
Patientencharakteristika
Die Baseline-Demografie war zwischen den Gruppen ausgeglichen. Patienten wiesen eine schwere Krankheitslast auf: mittlerer PASI 26,8, BSA 45,4 % und 44,7 % mit IGA 4 (schwer). Die mittlere Erkrankungsdauer betrug 15,3 Jahre; 18,1 % hatten Vorbehandlung mit Biologika.
Wirksamkeit
Ansprechen bis Woche 12
- PASI 75: Secukinumab 300 mg und 150 mg erreichten 97,7 % bzw. 87,2 % vs. 3,7 % unter Placebo (P <0,001).
- IGA 0/1: Ansprechraten von 82,3 % (300 mg) und 69,7 % (150 mg) vs. 2,7 % (Placebo) (P <0,001).
- PASI 90: 81,0 % (300 mg) und 65,7 % (150 mg) vs. 0,9 % (Placebo) (P <0,001).
- PASI 100: Komplette Abheilung bei 32,9 % (300 mg) und 20,0 % (150 mg) vs. 0 % (Placebo).
Anhaltende Wirksamkeit bis Woche 52
- PASI 75/90/100: Ansprechraten blieben hoch: 95,4 %, 82,1 %, 42,1 % (300 mg); 85,0 %, 66,7 %, 31,5 % (150 mg).
- Absoluter PASI: Mittlere Werte sanken von 26,8 auf 1,4 (300 mg) und 3,0 (150 mg) bis Woche 52.
- DLQI 0/1: 47,5 % (300 mg) und 34,5 % (150 mg) vs. 1,8 % (Placebo bis Woche 12).
Placebo-Non-Responder, die auf Secukinumab 300 mg umgestellt wurden, erreichten bis Woche 28 vergleichbare Ansprechraten wie die ursprüngliche 300-mg-Gruppe.
Sicherheitsprofil
- AEs insgesamt: Expositionsadjustierte Inzidenzraten (EAIR) betrugen 345,5/100 Patientenjahre (Secukinumab) vs. 536,9/100 Patientenjahre (Placebo).
- Infektionen: Häufigste AEs (z. B. Nasopharyngitis, Atemwegsinfekte) traten vergleichbar auf (Secukinumab: 107,4/100 Patientenjahre; Placebo: 110,9/100 Patientenjahre).
- SAEs: Geringe Inzidenz (3,0/100 Patientenjahre vs. 3,5/100 Patientenjahre). Vier SAEs führten zum Abbruch (Morbus Crohn, Fieber, Pemphigus, Mundulkus).
- Immunogenität: ADAs bei 12 Patienten (4 transient; kein Einfluss auf Wirksamkeit/Sicherheit).
Diskussion
Diese Studie bestätigt die überlegene Wirksamkeit und Sicherheit von Secukinumab bei chinesischen Patienten, in Übereinstimmung mit globalen Daten, jedoch mit Besonderheiten dieser Population. Die Baseline-Schwere (mittlerer PASI 26,8 vs. 22,1–23,7 in ERASURE/FIXTURE) übertraf westliche Kohorten, dennoch wurden höhere Ansprechraten erzielt – 97,7 % PASI 75 vs. 77,7–81,6 % in früheren Studien. Begünstigende Faktoren könnten niedrigeres Körpergewicht (73,0 kg vs. 83,3–88,5 kg) und weniger Raucher (62,6 % vs. 41,9–58,1 %) sein.
Der rasche Wirkeintritt (medianes Erreichen von PASI 75: 52 Tage für 300 mg) und anhaltende Effekt bis Woche 52 unterstreichen den Wert als Langzeittherapie. Die 300-mg-Dosis übertraf konsistent die 150-mg-Dosis, insbesondere bei schwerer Erkrankung. Das Sicherheitsprofil entsprach globalen Daten ohne neue Signale.
Im Vergleich zu anderen Biologika zeigte Secukinumab höhere Wirksamkeit als Adalimumab (77,8 % PASI 75) und Ustekinumab (82,5 % PASI 75) bei vergleichbarer Sicherheit.
Fazit
Secukinumab 300 mg und 150 mg bieten schnelle, anhaltende Wirksamkeit und ein akzeptables Sicherheitsprofil über 52 Wochen bei chinesischen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis. Die 300-mg-Dosis wird für optimale Ergebnisse – insbesondere bei schwerer Erkrankung – empfohlen. Diese Ergebnisse adressieren kritische Lücken in der Psoriasis-Therapie chinesischer Patienten und bieten eine transformative Behandlungsoption.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001163