Überlebensergebnisse verschiedener Behandlungsmodalitäten bei LGESS

Überlebensergebnisse verschiedener Behandlungsmodalitäten bei Patientinnen mit niedriggradigem endometrioidem Stromasarkom

Zusammenfassung
Das niedriggradige endometrioide Stromasarkom (LGESS) ist ein seltener histologischer Subtyp des uterinen Sarkoms und macht etwa 38 % aller uterinen Sarkome aus. Die frühzeitige und vollständige chirurgische Resektion bildet die Grundlage der Behandlung. Die Rolle der Ovarerhaltung, Lymphadenektomie und postoperativen Strahlentherapie bleibt jedoch unklar. Diese Studie untersuchte den Einfluss dieser Modalitäten auf das Überleben anhand von Daten der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER)-Datenbank.

Hintergrund
Nach dem FIGO-2009-Staging-System haben LGESS-Patientinnen mit Lymphknotenmetastasen das Stadium IIIC, was die prognostische Bedeutung des Lymphknotenstatus unterstreicht. Die NCCN empfiehlt eine beidseitige Salpingo-Ovarektomie, jedoch fehlt Evidenz für die routinemäßige Lymphadenektomie. Bei jungen Patientinnen kann der Ovarerhalt individuell erwogen werden, insbesondere da über 80 % der LGESS östrogenrezeptorpositiv sind. Eine postoperative Hormontherapie wird für Stadien II–IV empfohlen, und adjuvante Bestrahlung könnte lokale Rezidive im Stadium II reduzieren. Die Rolle der Lymphadenektomie und Strahlentherapie bleibt jedoch kontrovers.

Methoden
Retrospektive Analyse von 517 LGESS-Patientinnen aus der SEER-Datenbank (1973–2015). Erfasst wurden 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) und krankheitsspezifisches Überleben (CSS). Das Staging erfolgte nach FIGO 2009. Statistische Analysen umfassten Cox-Regression, Kaplan-Meier-Kurven und Propensity-Score-Matching (PSM) zur Kontrolle von Confoundern.

Ergebnisse
Das mittlere Alter betrug 49,2 Jahre (63,2 % <50 Jahre). Die Verteilung nach Ethnizität: 74,7 % weiß, 12,0 % schwarz, 13,4 % andere. 77,2 % hatten Stadium-I-Erkrankungen. Ovarerhalt erfolgte bei 17,8 %, Lymphadenektomie bei 35,6 % und postoperative Bestrahlung bei 13,9 %.

In der multivariaten Analyse zeigten Patientinnen >65 Jahre häufiger Stadium IV. Schwarze Ethnizität, radikale Hysterektomie und Chemotherapie erhöhten die Mortalitätsrisiken. Nach PSM gab es keine signifikanten Unterschiede in den Baseline-Charakteristika.

5-Jahres-Überlebensraten:

  • Lymphadenektomie: OS 94,7 % (mit) vs. 93,5 % (ohne); CSS 96,0 % vs. 96,8 % (p >0,05).
  • Ovarerhalt: OS 92,4 % (mit) vs. 100 % (ohne); CSS 95,0 % vs. 100 % (p >0,05).
  • Strahlentherapie: OS 90,9 % (mit) vs. 95,2 % (ohne); CSS 92,3 % vs. 95,2 % (p >0,05).

Diskussion
Die Lymphadenektomie verbesserte weder OS noch CSS, kann jedoch für ein präzises Staging relevant sein. Ovarerhalt zeigte bei Stadium I keine negativen Auswirkungen, sodass eine individualisierte Entscheidung bei Kinderwunsch oder Hormonerhalt möglich ist. Die postoperative Bestrahlung war nicht mit Überlebensvorteilen assoziiert, könnte aber bei lokalem Rezidivrisiko erwogen werden.

Einschränkungen
Fehlende Daten zu Rezidiven und unvollständige Lymphadenektomie-Raten könnten das Staging beeinflusst haben. Multicenter-Studien sind aufgrund der Seltenheit von LGESS notwendig.

Schlussfolgerung
Die totale Hysterektomie bleibt Standard bei frühem LGESS. Lymphadenektomie und Strahlentherapie verbessern das Überleben nicht signifikant, während der Ovarerhalt in ausgewählten Fällen sicher ist. Weitere Forschung ist erforderlich, um adjuvante Therapien zu optimieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000259

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