Verringertes FEF50 als Indikator für Asthma und Atemwegsobstruktion bei CRSwNP

Verringertes FEF50 als Indikator für komorbides Asthma und persistierende Atemwegsobstruktion bei Patienten mit chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen: Eine Querschnittsstudie

Zusammenfassung

Die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) ist eine häufige Erkrankung, die oft mit komorbidem Asthma, insbesondere therapieresistentem Asthma, assoziiert ist. Trotz der hohen Prävalenz von Asthma bei CRSwNP-Patienten bleibt ein bedeutender Anteil dieser Fälle undiagnostiziert. Zudem wird bei CRSwNP-Patienten mit Asthma häufig eine persistierende Atemwegsobstruktion (PAL) beobachtet. Eine Dysfunktion der kleinen Atemwege (SAD) wurde bei CRSwNP-Patienten selbst ohne Asthma identifiziert, wobei deren Schweregrad mit der Asthmaanamnesedauer korreliert. Diese Studie zielte darauf ab, klinische Merkmale, insbesondere Parameter der kleinen Atemwege, als Indikatoren für komorbides Asthma bei CRSwNP-Patienten sowie für PAL bei Asthmatikern mit CRSwNP zu evaluieren. Darüber hinaus verglich die Studie die Prävalenz von SAD und PAL zwischen Asthma-Patienten mit und ohne CRSwNP.

Studiendesign und Methodik

Diese Querschnittsstudie wurde am Beijing Tongren Hospital von September 2017 bis September 2021 durchgeführt. Eingeschlossen wurden konsekutive CRSwNP-Patienten ≥18 Jahre mit diagnosegestützten Symptomen und endoskopischen Befunden. Ausschlusskriterien umfassten Raucherindex >10 Packungsjahre, Biomassestaub-/Chemikalienexposition in den letzten sechs Monaten, systemische Kortikoidtherapie in den letzten vier Wochen, biologische/immunsuppressive Therapie, akute Atemwegsinfektionen in den letzten zwei Wochen, Autoimmun-/Immundefekterkrankungen sowie schwere Herz-, Nieren- oder Leberfunktionsstörungen. COPD-Patienten wurden ebenfalls ausgeschlossen.

CRSwNP-Patienten wurden gemäß GINA-Kriterien in solche mit oder ohne Asthma eingeteilt. Bei Asthmatikern mit prä-Bronchodilatator (BD)-FEV1 <80 % des Sollwerts oder FEV1/FVC-Quotient <0,8 erfolgte die post-BD-Messung 15 Minuten nach 400 µg Salbutamol. Asthmatiker mit CRSwNP wurden anhand eines post-BD-FEV1/FVC-Quotienten <0,7 in PAL- und Nicht-PAL-Gruppen unterteilt.

Datenerhebung und Analyse

Demografische Daten, Anamnesen und Medikation wurden erfasst. Klinische Parameter umfassten Eosinophilenzahlen (EOS) in Nasensekret und Blut, Gesamt-/allergenspezifisches IgE, FeNO, Entzündungszellen in Polypengewebe, Lungenfunktionstests (FEF50, FEF75, MMEF) und Asthmaschweregrad. SAD wurde bei zwei von drei Small-Airway-Parametern <65 % des Sollwerts definiert. Daten von stabilen Asthmatikern ohne CRSwNP (2019–2021) wurden verglichen.

Statistische Analysen erfolgten mittels SPSS 23.0. Multivariate logistische Regressionsanalysen und ROC-Kurven wurden zur Identifizierung von Indikatoren genutzt. Signifikanzniveau: p < 0,05.

Ergebnisse

Von 287 CRSwNP-Patienten hatten 156 Asthma. Bei 23,7 % der Asthmatiker erfolgte die Erstdiagnose in der HNO-Abteilung. Multivariate Analysen identifizierten FEF50%pred (OR 0,937; p < 0,001), allergische Rhinitis-Anamnese (OR 3,385; p = 0,005), Blut-EOS (OR 104,149; p < 0,001) und Gesamt-IgE (OR 1,002; p = 0,029) als Indikatoren für Asthma. Der ROC-AUC-Wert für FEF50%pred <60,2 % betrug 0,890 (Sensitivität 70,5 %; Spezifität 91,6 %).

SAD und PAL waren bei Asthmatikern mit CRSwNP signifikant häufiger als bei solchen ohne CRSwNP (86,0 % vs. 48,9 %; p < 0,001 bzw. 36,6 % vs. 2,1 %; p < 0,001). Schweres Asthma war bei CRSwNP-Patienten häufiger (42,0 % vs. 23,4 %; p = 0,031).

Bei CRSwNP-Asthmatikern mit PAL (n = 43) war prä-BD-FEF50%pred <34,4 % der stärkste PAL-Indikator (ROC-AUC 0,911; Sensitivität 74,4 %; Spezifität 92,8 %). FEF50%pred korrelierte negativ mit Blut-EOS (r = –0,255) und Gesamt-IgE (r = –0,253), nicht jedoch mit FeNO.

Diskussion

FEF50%pred <60,2 % ist ein sensitiver und spezifischer Indikator für Asthma bei CRSwNP, während FEF50%pred <34,4 % PAL vorhersagt. Die höhere PAL- und SAD-Prävalenz unterstreicht den Bedarf an frühzeitiger Diagnose. Die fehlende Korrelation zwischen FEF50 und FeNO deutet auf nicht-T2-Mechanismen bei PAL-Entstehung hin.

Schlussfolgerung

FEF50 eignet sich zur Identifizierung von Asthma und PAL bei CRSwNP. Prospektive multizentrische Studien sind erforderlich, um den prädiktiven Wert von FEF50 für Asthmaentstehung und Therapiesteuerung zu validieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002925

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