Wirksamkeit und Sicherheit von Salmeterol/Fluticasone bei pädiatrischem Asthma

Wirksamkeit und Sicherheit von Salmeterol/Fluticasone im Vergleich zu Montelukast allein (oder als Add-on-Therapie zu Fluticasone) bei der Behandlung von Bronchialasthma bei Kindern und Jugendlichen: eine systematische Übersicht und Metaanalyse

Asthma ist die häufigste chronische Atemwegserkrankung im Kindesalter und betrifft etwa 3,0 % der Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren in China. Trotz eines Rückgangs der Häufigkeit akuter Asthmaanfälle und Krankenhauseinweisungen in den letzten zehn Jahren bleibt unkontrolliertes Asthma eine erhebliche Herausforderung in China, die eine beträchtliche wirtschaftliche Belastung darstellt und die Lebensqualität der Patienten und ihrer Betreuer negativ beeinflusst. Inhalative Kortikosteroide (ICS) sind ein Eckpfeiler des Asthmamanagements, und deren Einsatz wird möglichst früh nach der Diagnose empfohlen. Der stufenweise Ansatz zur Asthmabehandlung variiert jedoch je nach Alter: Für Kinder ab 6 Jahren wird die Kombination von ICS mit langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) empfohlen, während Leukotrienrezeptorantagonisten (LTRA) wie Montelukast (MON) als alternative Therapie gelten.

Diese systematische Übersicht und Metaanalyse zielte darauf ab, die Wirksamkeit und Sicherheit von Salmeterol/Fluticasone (SFC) im Vergleich zu Montelukast allein oder in Kombination mit Fluticasone (MFC) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren mit Bronchialasthma zu vergleichen. Die Studie soll die Lücke bisher fehlender systematischer Reviews schließen, die diese Therapien direkt in dieser Altersgruppe vergleichen.

Methoden

Die Studie folgte einer strengen Methodik, einschließlich einer systematischen Suche in mehreren Datenbanken wie MEDLINE, EMBASE, Cochrane Library und chinesischen Datenbanken von deren Beginn bis zum 24. Mai 2021. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die SFC mit MON oder MFC bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 18 Jahren mit Asthma verglichen. Das primäre Outcome war das Risiko von Asthmaexazerbationen, sekundäre Outcomes umfassten das Hospitalisierungsrisiko, Lungenfunktion, Asthmakontrollniveau, Lebensqualität und unerwünschte Ereignisse (UE). Die Datenanalyse erfolgte mit RevMan Version 5.3, wobei gepoolte Effektschätzer je nach Heterogenität mittels Random- oder Fixed-Effects-Modellen berechnet wurden.

Ergebnisse

Von 1006 identifizierten Artikeln erfüllten 21 Studien die Einschlusskriterien mit 2643 Teilnehmern. Zwei Studien wiesen ein geringes Verzerrungsrisiko auf. Aufgrund heterogener Behandlungsdauern und Outcomes war eine Metaanalyse des primären Outcomes nicht möglich. Mehr Studien favorisierten jedoch SFC gegenüber MON: SFC war mit einem geringeren Asthmaexazerbationsrisiko assoziiert. Eine Studie berichtete eine signifikante Risikoreduktion unter SFC nach 12 Wochen (10,3 % vs. 23,2 %), eine weitere zeigte weniger Notfallbesuche unter SFC nach einem Jahr (7,5 % vs. 17,5 %).

Bei sekundären Outcomes verbesserte SFC die Lungenfunktion signifikant gegenüber MFC. Nach vier Wochen zeigte SFC einen höheren exspiratorischen Spitzenfluss (PEF)%Soll (mittlere Differenz [MD]: 5,45; 95 %-Konfidenzintervall [KI]: 1,57–9,34). Zudem erreichten mehr Patienten unter SFC eine vollständige Asthmakontrolle (Relatives Risiko [RR]: 1,51; 95 %-KI: 1,24–1,85) und höhere Werte im Kinder-Asthma-Kontrolltest (C-ACT) (MD: 2,30; 95 %-KI: 1,39–3,21) im Vergleich zu MFC.

Bezüglich Hospitalisierungen reduzierte SFC das Risiko gegenüber MON nach einem Jahr signifikant (5 % vs. 12,5 %). Bei Vergleichen mit MFC fanden sich jedoch keine Unterschiede.

In der Asthmakontrolle zeigte SFC eine höhere klinische Ansprechrate und mehr symptomfreie Tage als MON. Eine Studie berichtete eine höhere Ansprechrate nach acht Wochen, eine andere mehr symptomfreie Tage nach 12 Wochen unter SFC.

Unerwünschte Ereignisse unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Gruppen. Zwei Studien (SFC vs. MON) und sechs Studien (SFC vs. MFC) fanden vergleichbare Sicherheitsprofile.

Diskussion

Die Ergebnisse deuten an, dass SFC gegenüber MFC die Asthmakontrolle und Lungenfunktion bei Kindern und Jugendlichen verbessern könnte. Die Evidenz reicht jedoch nicht aus, um die Überlegenheit von SFC gegenüber MON eindeutig zu belegen, insbesondere hinsichtlich Exazerbationsprävention. Heterogene Studiendesigns, Asthma-Schweregrade und Behandlungsdauern schränken die Verallgemeinerbarkeit ein.

Stärken der Studie sind der Fokus auf die Altersgruppe 4–18 Jahre und die Einbeziehung chinesischer Studien, was die Übertragbarkeit auf diese Population erhöht. Limitationen umfassen uneinheitliche Diagnosekriterien, variable Studienqualität und unzureichende Daten für Metaanalysen einiger Outcomes.

Zusammenfassung

Zusammenfassend scheint SFC effektiver als MFC zu sein, um Asthmakontrolle und Lungenfunktion bei pädiatrischen Patienten zu verbessern. Die Evidenz reicht jedoch nicht aus, um SFC als klar überlegene Option gegenüber MON zu bewerten. Weitere hochwertige, langfristige RCTs sind erforderlich, insbesondere in Subgruppen unterschiedlichen Alters und Schweregrads.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001853

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