Zusammenhang zwischen Alter, Migrationsdauer und Übergewicht bei Yi-Migranten

Zusammenhang zwischen dem Alter bei der Ankunft, der Migrationsdauer und Übergewicht/Adipositas bei chinesischen Migranten vom Land in die Stadt: Die Yi-Migranten-Studie

Einleitung
Übergewicht und Adipositas stellen globale Gesundheitsprobleme dar, mit steigender Prävalenz sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern. Diese Zustände tragen maßgeblich zur Belastung durch adipositasbedingte Erkrankungen bei. Während genetische Faktoren eine Rolle spielen, sind Umwelteinflüsse wie Lebensstiländerungen entscheidende Mitverursacher. In China hat die rasche Urbanisierung zu einer großflächigen Land-Stadt-Migration geführt, doch der Zusammenhang zwischen dieser Migration und dem Risiko für Übergewicht/Adipositas bleibt unzureichend erforscht. Diese Studie konzentriert sich auf die Yi, eine ethnische Minderheit in China, um zu untersuchen, wie das Alter bei der Ankunft und die Migrationsdauer das Übergewichts-/Adipositasrisiko bei Land-Stadt-Migranten beeinflussen.

Hintergrund und Ziele
Die Yi-Bevölkerung lebt traditionell in abgelegenen Bergregionen Südwestchinas und pflegt einen ländlichen Lebensstil. Seit den 1950er-Jahren sind jedoch viele Yi in städtische Gebiete migriert und haben neue Lebensgewohnheiten angenommen. Frühere Studien zeigen Unterschiede im Risiko für nicht übertragbare Krankheiten zwischen Yi-Bauern und Yi-Migranten, doch der Zusammenhang zwischen Migration und Übergewicht/Adipositas ist unklar. Ziel dieser Studie ist es, das Übergewichts-/Adipositasrisiko bei Yi-Bauern und Yi-Migranten zu bewerten sowie den Einfluss von Alter bei der Ankunft und Migrationsdauer zu analysieren. Die Hypothese lautet, dass Yi-Migranten ein höheres Risiko haben und dass Alter bei der Ankunft sowie Migrationsdauer signifikante Einflussfaktoren sind.

Methoden
Diese Querschnittsstudie wurde 2015 in der Provinz Sichuan durchgeführt und umfasste 3056 Yi-Personen (20–80 Jahre), darunter 1894 Bauern und 1162 Migranten. Demografische Daten, Lebensstilfaktoren und anthropometrische Messungen wurden erhoben. Der Body-Mass-Index (BMI) wurde berechnet; Übergewicht/Adipositas wurde als BMI ≥25 kg/m² definiert. Die Migrationsdauer wurde in 1–10, 11–20, 21–30 und >30 Jahre kategorisiert, das Alter bei der Ankunft in 0–20 und >20 Jahre. Statistische Analysen umfassten allgemeine lineare Regressionsmodelle zur Bewertung des Migrationseffekts auf den BMI und multivariate logistische Regression zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Migrationsdauer und Übergewicht/Adipositas.

Ergebnisse
Yi-Migranten wiesen einen signifikant höheren mittleren BMI auf (24,48 kg/m² vs. 22,28 kg/m² bei Bauern). Nach Adjustierung für Alter, Geschlecht und weitere Störfaktoren hatten Migranten einen um 1,71 kg/m² höheren BMI und ein 2,13-fach erhöhtes Übergewichts-/Adipositasrisiko. Das Risiko stieg mit längerer Migrationsdauer, besonders bei Personen, die im höheren Alter (>20 Jahre) migrierten. Migranten, die nach dem 20. Lebensjahr in Städte zogen und dort >30 Jahre lebten, hatten ein 1,85-fach höheres Risiko gegenüber denen mit 1–10 Jahren Migrationsdauer. Bei Personen, die vor dem 20. Lebensjahr migrierten, wurde kein signifikanter Zusammenhang festgestellt.

Diskussion
Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die einen positiven Zusammenhang zwischen Migrationsdauer und Übergewicht/Adipositas bei internationalen und Binnenmigranten zeigen. Der Risikoanstieg bei Yi-Migranten lässt sich auf Lebensstiländerungen wie reduzierte körperliche Aktivität und ungesunde Ernährung in urbanen Umgebungen zurückführen. Sozioökonomische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle, da längere Stadtbewohner oft höhere Bildung und Einkommen haben, was sedentäre Lebensweisen und kalorienreiche Ernährung begünstigt. Die Studie betont die Bedeutung des Alters bei der Ankunft, da ältere Migranten aufgrund von Lebensstilumstellungen anfälliger für Gewichtszunahme sein könnten.

Schlussfolgerung
Die Studie unterstreicht das erhöhte Übergewichts-/Adipositasrisiko bei Yi-Migranten im Vergleich zu Yi-Bauern, wobei das Risiko mit längerer städtischer Wohnzeit – besonders bei später Migration – zunimmt. Diese Erkenntnisse erfordern gezielte Public-Health-Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensgewohnheiten bei Land-Stadt-Migranten, insbesondere bei später Migration. Zukünftige Forschung sollte spezifische Ernährungsumstellungen und Aktivitätsänderungen im Migrationskontext untersuchen.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000973

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