Zusammenhang zwischen atmosphärischen Schadstoffen und Mortalität in Shenyang

Zusammenhang zwischen atmosphärischen Schadstoffen und dem Sterberisiko durch kardiovaskuläre Erkrankungen, respiratorische Erkrankungen und maligne Tumoren in Shenyang, China, von 2013 bis 2016: Eine ökologische Studie

Luftverschmutzung stellt ein erhebliches globales Gesundheitsrisiko dar, wobei zahlreiche Studien deren negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit belegen. Diese Untersuchung analysiert den Zusammenhang zwischen atmosphärischen Schadstoffen (Feinstaub PM₂,₅, Schwefeldioxid SO₂ und Ozon-8h O₃-8h) und der Mortalität infolge kardiovaskulärer Erkrankungen (KE), respiratorischer Erkrankungen (RE) sowie maligner Tumoren in Shenyang, China, von 2013 bis 2016. Besonderes Augenmerk lag auf saisonalen Unterschieden während der Heizperiode (November–März) und Nicht-Heizperiode (April–Oktober).

Methodik
Die Daten stammten von elf staatlichen Luftqualitätsmessstationen, meteorologischen Aufzeichnungen des Shenyang Meteorological Bureau und Mortalitätsdaten des Centers for Disease Control. Mittels Poisson-Regressionsmodellen (GLM) wurden Kurzzeiteffekte der Schadstoffe unter Berücksichtigung meteorologischer Variablen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck) analysiert. Spearman-Rangkorrelationen bewerteten Schadstoffinteraktionen.

Ergebnisse
Saisonale Schadstoffkonzentrationen variierten signifikant:

  • PM₂,₅: Median 93 µg/m³ (Heizperiode) vs. 55 µg/m³ (Nicht-Heizperiode; p<0,05)
  • SO₂: 147 µg/m³ vs. 34 µg/m³ (p<0,05)
  • O₃-8h: 45 µg/m³ vs. 97 µg/m³ (p<0,05)

Die tägliche KE-bedingte Mortalität war in der Heizperiode höher (44 vs. 39 Todesfälle/Tag; p<0,05), während keine signifikanten Unterschiede bei RE und Tumoren festgestellt wurden.

Lag-Effekte

  • SO₂: Ein Anstieg um 10 µg/m³ erhöhte das KE-Risiko um 2,0 % (95 %-KI:1,3–2,7 %) an Tag 4 (Nicht-Heizperiode) bzw. 0,2 % (0,1–0,4 %) an Tag 3 (Heizperiode).
  • O₃-8h: 10 µg/m³-Anstieg steigerte das RE-Risiko um 1,0 % (0,4–1,7 %) an Tag 2 (Nicht-Heizperiode).
  • PM₂,₅: 10 µg/m³-Anstieg führte zu 0,8 % (Nicht-Heizperiode) bzw. 0,3 % (Heizperiode) höherem RE-Risiko am Expositionstag.

Kein signifikanter Zusammenhang wurde für maligne Tumoren nachgewiesen.

Multivariate Analysen

  • KE: In der Heizperiode korrelierten Feiertage und Temperatur (Tag 5) signifikant mit Mortalität.
  • RE: O₃-8h (Tag 2), Luftfeuchtigkeit (Tag 1) und Luftdruck (Tag 2) zeigten in der Nicht-Heizperiode Effekte.

Schlussfolgerungen
Niedrige SO₂- und O₃-8h-Konzentrationen in der Nicht-Heizperiode induzierten höhere Gesundheitsrisiken als hohe Werte in der Heizperiode. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit saisonaler Schadstoffkontrollstrategien und weiterer Forschung zu kombinatorischen Effekten.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000453

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