Verbesserung der verzögerten Diagnose der ankylosierenden Spondylitis in einer chinesischen Bevölkerung
Die verzögerte Diagnosestellung bleibt eine zentrale Herausforderung bei der Behandlung der ankylosierenden Spondylitis (AS), dem Hauptphänotyp der axialen Spondyloarthritis (ax-SpA). Trotz Fortschritten in den diagnostischen Kriterien, insbesondere der 2009 eingeführten ASAS-Kriterien (Assessment of SpondyloArthritis International Society), und der Nutzung der MRT zur Früherkennung gibt es kaum Hinweise darauf, ob sich die Diagnoseverzögerungen in China verringert haben. Diese Studie vergleicht zwei über einen 14-Jahres-Zeitraum erhobene Datensätze aus demselben Krankenhaus, um Veränderungen der Diagnoselinien zu bewerten und beeinflussende Faktoren zu identifizieren.
Insgesamt wurden 566 Patienten eingeschlossen (212 aus der Kohorte von 2006, 354 aus der Kohorte von 2020). Die Mehrheit war männlich (81,3%), und 71,7% waren bei korrekter Diagnose unter 30 Jahre alt. Die Patienten wurden nach Diagnosezeitpunkt (vor/nach 2009) und Alter (unter/über 40 Jahre) stratifiziert. Die Altersverteilung zwischen den Kohorten zeigte keine signifikanten Unterschiede. Allerdings stieg der Anteil korrekt diagnostizierter Frauen nach 2009 signifikant an (p = 0,003).
Die Nutzung von WeChat-Fragebögen erzielte eine höhere Rücklaufrate (96,5%) als traditionelle Telefoninterviews (91,3%), was den potenziellen Nutzen digitaler Datenerhebungsmethoden unterstreicht.
Die durchschnittliche Diagnoseverzögerung reduzierte sich von 4,5 auf 1,1 Jahre. Besonders in den Altersgruppen 20–24 und 25–29 Jahre verengte sich der Streubereich der Verzögerungszeiten signifikant, was auf eine effizientere Diagnostik nach 2009 hinweist. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Verzögerung traten bei 20- bis 30-Jährigen nicht auf, was eine gleichmäßige Verbesserung für beide Geschlechter nahelegt.
Hauptgründe für die Verbesserung sind gesteigertes Ärzte- und Patientenbewusstsein, die ASAS-Kriterien von 2009 und die breite MRT-Nutzung. Zudem trugen ein besseres AS-Verständnis und die Verfügbarkeit von Röntgenuntersuchungen zur Verkürzung der Verzögerung bei. Obwohl die Studie keinen direkten Kausalzusammenhang mit der MRT nachweist, unterstützt deren proaktive Nutzung im Studienzentrum deren Relevanz.
Der Frauenanteil stieg nach 2009 von 14,3% auf 24,6%, möglicherweise bedingt durch die MRT-basierte Identifikation von Patientinnen mit atypischer Symptomatik. Eine frühzeitige Diagnose ist für Frauen besonders relevant, da sie höhere ASAS-Gesundheitsindexwerte als Männer aufweisen.
Diese retrospektive Studie am größten rheumatoimmunologischen Zentrum Südchinas liefert wichtige Erkenntnisse zur Wirkung der ASAS-Kriterien von 2009. Die Mitwirkung des Zentrums an deren Entwicklung gewährleistete eine professionelle Anwendung. Limitationen umfassen mögliche subjektive Verzerrungen durch Fragebogenantworten. Zukünftige Forschung soll weitere Faktoren wie HLA-B27-Tests und radiologische Untersuchungszeitpunkte analysieren.
Zusammenfassend haben die ASAS-Kriterien von 2009 die AS-Diagnostik in China über 14 Jahre signifikant beschleunigt. Der strategische MRT-Einsatz und verbessertes klinisches Bewusstsein trugen maßgeblich zur Verringerung der Diagnoseverzögerung bei jüngeren Patienten bei. Kontinuierliche Optimierungen der Diagnostik und die Reduktion von Verzerrungen bleiben entscheidend für weitere Fortschritte.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001950