Liposuktion des Arcus zygomaticus unterstützt die Korrektur der Temporalregion-Depression
Die Temporalregion-Depression, gekennzeichnet durch eine Höhendiskrepanz zwischen der konkaven Temporalregion und der lateralen Projektion des Arcus zygomaticus, stellt ästhetische und strukturelle Herausforderungen in der Gesichtskonturierung dar. Bisherige Korrekturansätze fokussierten sich auf die Augmentation der depressiven Temporalregion mittels Fetttransplantation. Diese Studie präsentiert jedoch eine neuartige Methode, die Liposuktion des Arcus zygomaticus mit einer temporalen Fetttransplantation kombiniert, um die Höhendiskrepanz effektiver zu adressieren. Durch die Reduktion der Protuberanz des Arcus zygomaticus soll das benötigte Transplantatvolumen minimiert und harmonische Gesichtsproportionen erreicht werden.
Studiendesign und Methodik
An der monozentrischen Studie nahmen 20 Patientinnen (40 Temporalregion-Depressionen) zwischen 2015 und 2018 teil. Die Patientinnen wurden in zwei Gruppen unterteilt: Gruppe GL erhielt eine Fetttransplantation in die Temporalregion kombiniert mit Liposuktion des Arcus zygomaticus, während Gruppe G ausschließlich eine Fetttransplantation erhielt. Alle Eingriffe wurden von drei zertifizierten plastischen Chirurgen mit Expertise in Liposuktion und Fetttransplantation durchgeführt.
Chirurgische Technik
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Fettentnahme:
Fett wurde primär aus Abdomen, Oberschenkeln oder Armen mittels Tumeszenzlösung gewonnen. Eine 3-mm-mehrlochige stumpfe Kanüle, verbunden mit einer 20-mL-Spritze, extrahierte Fett aus der tiefen Subkutis. Das Aspirat wurde durch Gazen und Baumwollpads filtriert, um Flüssigkeiten zu entfernen, und in 1-mL-Spritzen zur Injektion transferiert. -
Liposuktion des Arcus zygomaticus (Gruppe GL):
Vor der Fetttransplantation wurde die laterale Projektion des Arcus zygomaticus mit einer geringen Menge Tumeszenzlösung infiltriert. Eine 1-mm-mehrlochige stumpfe Kanüle, angeschlossen an eine 5-mL-Spritze, ermöglichte eine oberflächliche Liposuktion mit minimalem Trauma. -
Temporale Fetttransplantation:
Die Depression wurde mit Tumeszenzlösung überfüllt, um das benötigte Transplantatvolumen zu bestimmen. Eine 1,5-mm-einlochige stumpfe Kanüle injizierte Fett in 130 % des Tumeszenzvolumens, um Resorptionsverluste zu kompensieren.
Ergebnismessungen
- Transplantatvolumen: Erfasste Fettmenge und Lipoaspirat.
- Flächenanalyse: Prä- und postoperative Frontalaufnahmen wurden mittels ImageJ-Software (NIH) ausgewertet.
- Patientenzufriedenheit: Selbsteinschätzung mittels 4-Punkte-Skala (1: „sehr unzufrieden“; 4: „sehr zufrieden“).
- Klinische Bewertung: Drei Chirurgen beurteilten die Ergebnisse anhand der Globalen Ästhetischen Verbesserungsskala (GAIS: 0–4, von „verschlechtert“ bis „stark verbessert“).
Ergebnisse
Transplantatvolumen und Effizienz
Gruppe GL benötigte signifikant weniger Fett (2,0 ± 0,1 ml pro Seite) als Gruppe G (2,9 ± 0,2 ml; p < 0,001). Die Liposuktion entfernte durchschnittlich 1,2 ± 0,3 ml oberflächliches Fett pro Seite.
Korrektur der Temporalregion-Depression
Präoperative Depressionsflächen waren vergleichbar (GL: 37,5 ± 3,8 cm²; G: 36,9 ± 3,2 cm²; p > 0,05). Postoperativ zeigten beide Gruppen signifikante Reduktionen (GL: 16,1 ± 4,0 cm²; G: 17,0 ± 3,3 cm²; p < 0,05 vs. Ausgangswert). Der prozentuale Verbesserungsgrad unterschied sich jedoch nicht signifikant (p > 0,05).
Subjektive und klinische Bewertungen
Die Patientenzufriedenheit war ähnlich (GL: 3,4 ± 0,5; G: 3,3 ± 0,6). Die GAIS-Werte lagen bei 3,2 ± 0,4 (GL) und 3,1 ± 0,3 (G), was eine „deutliche Verbesserung“ in beiden Gruppen anzeigte.
Klinische Implikationen und technische Überlegungen
Der kombinierte Ansatz bietet zwei Vorteile:
- Geringerer Transplantatbedarf: Die Reduktion der zygomatischen Protuberanz verringert die erforderliche Augmentationsmenge, reduziert Überkorrekturen und erhält natürliche Konturen.
- Harmonisierte Proportionen: Gleichzeitige Reduktion und Augmentation schaffen einen sanften Übergang zwischen Gesichtsregionen, ideal für Patienten mit Wunsch nach schlankerer Kontur.
Sicherheit und Präzision
Schwerwiegende Komplikationen (Infektionen, Zysten, Ödeme) traten nicht auf. Oberflächliche Liposuktion mit Niederdruckspritzen und stumpfen Kanülen vermied Nervenverletzungen oder Konturunregelmäßigkeiten.
Diskussion
Die Studie zeigt, dass die Liposuktion des Arcus zygomaticus die Effizienz der Temporalregion-Korrektur durch Adressierung beider Seiten der Höhendiskrepanz steigert. Während Fetttransplantationen allein effektiv sind, reduziert die Kombination mit Liposuktion die Abhängigkeit von der Transplantatüberlebensrate – ein kritischer Faktor angesichts variabler Fettretention.
Mechanistische Einblicke
Die laterale Projektion des Arcus zygomaticus verstärkt die wahrgenommene Tiefe der Temporalregion-Depression. Deren Reduktion verringert die relative Konkavität, sodass geringere Transplantatmengen ausreichen. Dies unterstreicht anatomische Studien zur Bedeutung von Prominenzen und Depressionen in der ästhetischen Wahrnehmung.
Limitationen und zukünftige Forschung
Die monozentrische Studie mit homogenem Kollektiv (asiatische Patientinnen) limitiert die Generalisierbarkeit. Langzeitdaten (>12 Monate) zur Fettretention und zygomatischen Stabilität sind erforderlich. Vergleiche mit synthetischen Fillern oder Implantaten könnten die Methode weiter validieren.
Fazit
Die Kombination aus zygomatischer Liposuktion und temporaler Fetttransplantation bietet eine sichere und effiziente Lösung zur Korrektur von Temporalregion-Depressionen. Die Technik reduziert den Transplantatbedarf und erreicht ausgewogene Konturen, insbesondere für Patienten mit Ansprüchen an subtile, natürliche Ergebnisse. Zukünftige Forschung sollte die Anwendbarkeit in diversen Populationen prüfen und technische Protokolle optimieren.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000944