Sicherheit von SARS-CoV-2-Impfstoffen bei CML-Patienten in China

Sicherheit von SARS-CoV-2-Impfstoffen bei Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie: Eine multizentrische Umfrage in China

Die globale COVID-19-Pandemie, verursacht durch das schwere akute respiratorische Syndrom Coronavirus-2 (SARS-CoV-2), hatte weltweit verheerende Auswirkungen mit über 180 Millionen bestätigten Fällen und mehr als 3,9 Millionen Todesfällen bis zum 4. Juli 2021. Impfungen erwiesen sich als wirksamste Strategie zur Pandemiekontrolle. Dennoch bleiben Sicherheit und Wirksamkeit von SARS-CoV-2-Impfstoffen bei bestimmten Patientengruppen, wie z. B. Patienten mit hämatologischen Malignomen, unklar. Dies ist besonders relevant für Patienten mit chronischer myeloischer Leukämie (CML), einer chronischen hämatologischen Neoplasie, da sie größtenteils von klinischen Studien zu SARS-CoV-2-Impfstoffen ausgeschlossen wurden. Folglich fehlen Daten zur Impfempfehlung für diese Population. In China, wo sechs SARS-CoV-2-Impfstoffe zugelassen sind, wird die Impfung bei hämatologischen Tumorpatienten, einschließlich CML, oft nicht empfohlen. Um diese Wissenslücke zu schließen, wurde eine multizentrische Querschnittsstudie durchgeführt.

Studiendesign und Methodik

Die Studie umfasste neun medizinische Zentren in China mit 335 geimpften CML-Patienten. Online-Fragebögen wurden über soziale Medien verteilt und enthielten Einverständniserklärungen sowie 17 anonyme Fragen zu Demografie, Komorbiditäten, CML-Status, Therapien, Impfdetails und unerwünschten Ereignissen (AEs). Unklare Angaben wurden per Telefon, E-Mail oder WeChat geklärt. AEs wurden nach Schweregraden von Grad 1 (mild) bis Grad 4 (lebensbedrohlich) klassifiziert. Logistische Regressionsanalysen untersuchten Zusammenhänge zwischen klinischen Parametern (z. B. Alter, Geschlecht, TKI-Typ) und AEs. Die statistische Signifikanz lag bei p < 0,05 (SPSS Version 22.0).

Patientenmerkmale und Impfdetails

Alle 335 Teilnehmer befanden sich in der chronischen CML-Phase, 89,3 % (299/335) erreichten eine major molekulare Response oder tiefere Response. 80,5 % (270/335) erhielten inaktivierte Impfstoffe; 75,5 % (253/335) eine Impfdosis, der Rest zwei Dosen. Der mediane Zeitraum zwischen Impfung und Befragung betrug sieben Tage (1–172 Tage).

Nebenwirkungen und Sicherheitsprofil

19,1 % (64/335) berichteten über AEs. Häufigste Nebenwirkung war Schmerz an der Injektionsstelle (11,0 %; 37/335). Systemische AEs umfassten Müdigkeit (3,0 %; 10/335), Schläfrigkeit (2,1 %; 7/335) und grippeähnliche Symptome (2,1 %; 7/335). Weitere AEs waren Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall und Gichtanfälle. Die mediane Dauer der AEs betrug einen Tag (1–7 Tage). Zwei Patienten erlebten Grad-2-grippeähnliche Symptome; alle anderen AEs waren Grad 1. Keine Grad-3- oder -4-Ereignisse traten auf. Jüngeres Alter (p = 0,001) korrelierte signifikant mit AEs, möglicherweise bedingt durch stärkere Immunreaktionen.

Vergleich mit früheren Studien

Frühere Studien mit kleinen Fallzahlen (z. B. Pimpinelli et al., 2021: 20 CML-Patienten; Harrington et al., 2021: 16 Patienten) berichteten ebenfalls keine schwerwiegenden AEs. Die aktuelle Studie ist die größte ihrer Art und zeigt eine mit gesunden Probanden vergleichbare AE-Rate (19,0–48,3 % in chinesischen Phase-2/3-Studien). Keine impfbedingten Todesfälle oder CML-Progressionen wurden beobachtet.

Studienlimitierungen

  1. Überlebensbias: Verstorbene Patienten waren ausgeschlossen, jedoch sind impfassoziierte Todesfälle in bisherigen Studien nicht dokumentiert.
  2. Begrenzte Daten zu Nicht-Inaktivierten Impfstoffen: Adenovirus-vektor- und Protein-subunit-basierte Impfstoffe waren unterrepräsentiert.
  3. Fehlende Verlaufsdaten: BCR-ABL1-Werte vor/nach Impfung wurden nicht erfasst, sodass ein Einfluss auf die CML-Kontrolle unklar bleibt.

Fazit

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass SARS-CoV-2-Impfstoffe für Patienten mit chronischer CML sicher sind. Die AE-Rate entspricht der gesunder Bevölkerungsgruppen, schwere Nebenwirkungen traten nicht auf. Diese Erkenntnisse unterstützen die Impfempfehlung für CML-Patienten. Weitere Forschungen müssen Langzeitsicherheit, Immunogenität und klinische Auswirkungen evaluieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001899

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