Vergleich der Wirksamkeit und Schwangerschaftsausgänge bei Weheneinleitung

Vergleich der Wirksamkeit und Schwangerschaftsausgänge bei Weheneinleitung mit Dinoproston oder Ein-Ballon-Katheter bei termingerechten nulliparen Frauen mit grenzwertigem Oligohydramnion

Einleitung
Fruchtwasser spielt eine entscheidende Rolle für das fetale Wohlbefinden während der Schwangerschaft und ist wesentlich für das normale fetale Wachstum und die Entwicklung. Veränderungen des Fruchtwasservolumens sind wichtige Indikatoren der Plazentafunktion. Der Amnionflüssigkeitsindex (AFI), mittels Ultraschall gemessen, ist die gebräuchlichste Methode zur Beurteilung des Fruchtwasservolumens. Oligohydramnion wird als AFI ≤5,0 cm definiert, während grenzwertiges Oligohydramnion („borderline AFI“) durch einen AFI von 5,1–8,0 cm charakterisiert ist.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Oligohydramnion eng mit ungünstigen perinatalen Ergebnissen, Schwangerschaftskomplikationen und einem erhöhten Risiko für Kaiserschnitte verbunden ist. Die prädiktive Genauigkeit eines grenzwertigen Oligohydramnions für adverse perinatale Outcomes bleibt jedoch unsicher und kontrovers. Einige Untersuchungen deuten auf ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten, Kaiserschnitte aufgrund nicht beruhigender fetaler Herzfrequenz (NRFHR) und fetale Wachstumsrestriktion hin. Andere Studien fanden hingegen keine signifikanten Unterschiede in den Schwangerschaftsausgängen zwischen Frauen mit grenzwertigem Oligohydramnion und normalem AFI.

Es besteht kein Konsens über die optimale Einleitungsmethode bei Terminschwangerschaften mit grenzwertigem Oligohydramnion. Chemische Methoden wie Prostaglandine und mechanische Methoden wie transzervikale Ballonkatheter werden häufig zur Zervixreifung und Weheneinleitung eingesetzt. Prostaglandine sind effektiv für die Zervixreifung, können jedoch uterine Überstimulation und fetale Herzfrequenzveränderungen verursachen. Ballonkatheter bieten eine Alternative, insbesondere bei Oligohydramnion, fetaler Wachstumsrestriktion oder uteriner Narbenbildung. Studien zeigen jedoch ein höheres intraamniotisches Infektionsrisiko im Vergleich zu Dinoproston.

Methoden
Diese retrospektive Kohortenstudie wurde an der Frauenklinik der Medizinischen Fakultät der Zhejiang-Universität von Januar 2016 bis November 2018 durchgeführt. Eingeschlossen wurden 244 Fälle: 103 Frauen erhielten Dinoproston, 141 einen Ein-Ballon-Katheter (SBC). Primäre Endpunkte waren die vaginale Geburtsrate, sekundäre Endpunkte maternale und neonatale Komplikationen.

Ethische Genehmigungen lagen vor. Einschlusskriterien: nullipare Frauen (37+0–41+6 SSW) mit Einlingsschwangerschaft, Schädellage, grenzwertigem Oligohydramnion (AFI 5,1–8,0 cm), Indikation zur Einleitung und unreifer Zervix (Bishop-Score ≤6). Ausschlusskriterien umfassten Kontraindikationen für vaginale Geburten oder kombinierte Einleitungsmethoden.

In der Dinoproston-Gruppe wurde ein 10-mg-Vaginalinsert verwendet, bei Überstimulation oder NRFHR entfernt. Oxytocin wurde bei unzureichender Wehentätigkeit eingesetzt. In der SBC-Gruppe wurde der Katheter mit bis zu 150 ml Kochsalzlösung gefüllt und bis zu 24 Stunden belassen.

Ergebnisse
Beide Gruppen zeigten ähnliche Baseline-Charakteristika. Die Dinoproston-Gruppe hatte einen höheren Bishop-Score nach Reifung (6,0 vs. 5,2) und kürzere Reifungsdauer (12,2 vs. 14,1 Stunden). Die vaginale Erfolgsrate war vergleichbar (Dinoproston: 64,1 %; SBC: 59,6 %). Intraamniotische Infektionen traten seltener unter Dinoproston auf (1,9 % vs. 7,8 %), jedoch häufiger NRFHR (12,6 % vs. 0,7 %). Oxytocin wurde in der SBC-Gruppe häufiger verwendet (85,8 % vs. 33,0 %).

Multivariate Analysen identifizierten Nabelschnurumschlingung als Risikofaktor für vaginales Versagen bei Dinoproston (aOR: 6,71; 95 %-KI: 1,96–22,95). In der SBC-Gruppe waren Gestationsalter (aOR: 1,51), BMI >30 kg/m² (aOR: 2,98) und fetales Gewicht >3500 g (aOR: 2,49) signifikante Risikofaktoren.

Diskussion
Beide Methoden zeigen ähnliche Erfolgsraten, jedoch unterschiedliche Risikoprofile. Dinoproston reduziert Infektionsrisiken, erhöht aber NRFHR. Der SBC ist bei Nabelschnurumschlingung vorzuziehen, um Überstimulation zu vermeiden. Adipositas und höheres Gestationsalter erfordern bei SBC-Induktion besondere Abwägung.

Einschränkungen
Retrospektives Design und begrenzte Fallzahl limitieren die Aussagekraft. Weitere prospektive Studien sind notwendig, insbesondere zu Subgruppen wie adipösen Frauen.

Schlussfolgerung
Die Wahl der Einleitungsmethode sollte individuelle Risikofaktoren (Nabelschnurkomplikationen, BMI, fetales Gewicht) berücksichtigen. Bei Nabelschnurumschlingung empfiehlt sich der SBC, während bei Adipositas alternative Methoden erwogen werden sollten.

Interessenkonflikte
Keine angegeben.
Finanzierung
Keine externe Finanzierung.
Ethik
Von der Ethikkommission der Frauenklinik der Zhejiang-Universität genehmigt (Referenznummer nicht angegeben).

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001881

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