Korrelation zwischen Rate-Druck-Produkt oder Druck-Rate-Quotient und dem Urin-Albumin-Kreatinin-Verhältnis in der älteren chinesischen Bevölkerung: Die REACTION-Studie
Zusammenfassung
Chronische Nierenerkrankungen (CKD) stellen eine globale Gesundheitsbedrohung dar, wobei ein erhöhtes Urin-Albumin-Kreatinin-Verhältnis (UACR) ein kritischer Marker für eingeschränkte Nierenfunktion und ein Schlüsselrisikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen ist. Das Rate-Druck-Produkt (RPP) und der Druck-Rate-Quotient (PRQ) werden klinisch zur Quantifizierung der kardialen Belastung und hämodynamischen Reaktion auf Belastung genutzt. Diese Studie untersuchte die Beziehung zwischen RPP/PRQ und UACR in der älteren chinesischen Bevölkerung im Rahmen der REACTION-Studie.
Methoden
Von 47.808 Teilnehmern aus sieben Regionen Chinas wurden 34.333 nach Ausschluss von Nieren-, Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen sowie fehlenden Daten analysiert. RPP wurde als Produkt aus systolischem Blutdruck (SBP) und Herzfrequenz (HF), PRQ als mittlerer arterieller Druck (MAP) dividiert durch HF berechnet. UACR-Gruppen wurden als normal (UACR <30 mg/g) und Albuminurie (UACR ≥30 mg/g) definiert. Statistische Analysen umfassten logistische Regressionen und restriktive kubische Spline-Modelle.
Ergebnisse
Die Albuminurie-Prävalenz betrug 13,9%. Teilnehmer mit Albuminurie zeigten höhere Werte für Adipositasindizes, Blutdruck, Glukose, Leberenzyme und Kreatinin sowie niedrigere HDL-, LDL- und TC-Werte. RPP und PRQ korrelierten signifikant mit UACR, wobei RPP eine stärkere Assoziation aufwies (OR 2,66; 95%-KI 2,18–3,25 bei Männern; OR 1,64; 95%-KI 1,46–1,84 bei Frauen). Die Korrelation war bei Männern, Normalglukosetoleranz und Übergewichtigen stärker ausgeprägt.
Diskussion
RPP spiegelt myokardialen Sauerstoffverbrauch und sympathische Aktivierung wider, die über Endothelschäden und Mikroalbuminurie zur Niereninsuffizienz beitragen können. Geschlechtsspezifische Unterschiede könnten auf hormonelle und renale hämodynamische Faktoren zurückzuführen sein. Die Studie unterstreicht die Rolle hämodynamischer Parameter in der CKD-Risikostratifizierung, ist jedoch durch ihren querschnittlichen Design limitiert.
Schlussfolgerung
RPP zeigt eine stärkere Korrelation mit UACR als PRQ oder Einzelblutdruckparameter und könnte als prädiktiver Marker für CKD bei älteren Patienten dienen. Prospektive Studien sind erforderlich, um kausale Mechanismen zu validieren.
Schlüsselwörter
Rate-Druck-Produkt, Druck-Rate-Quotient, Urin-Albumin-Kreatinin-Verhältnis, chronische Nierenerkrankung, ältere Bevölkerung
Interessenkonflikte
Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.
Finanzierung
Die Studie wurde durch das National Natural Science Foundation of China (81970698) unterstützt.
Zitierhinweis
DOI: 10.1097/CM9.0000000000002941