Gesundheitsökonomische Analyse und medizinische Kostenanalyse bei Kindern mit schwerer Hepatitis B in China: Eine retrospektive Studie von 2016 bis 2022

Gesundheitsökonomische Analyse und medizinische Kostenanalyse bei Kindern mit schwerer Hepatitis B in China: Eine retrospektive Studie von 2016 bis 2022

Hepatitis B stellt nach wie vor eine erhebliche Herausforderung für die öffentliche Gesundheit in China dar, insbesondere in der pädiatrischen Bevölkerung. Trotz globaler Bemühungen zur Eindämmung der Verbreitung verursachen schwere, hospitalisierungsbedürftige Fälle weiterhin erhebliche ökonomische und gesundheitliche Belastungen. Diese Studie bietet eine umfassende Analyse der Krankheitscharakteristika, Behandlungskosten und räumlichen Verteilungsmuster bei hospitalisierten Kindern mit schwerer Hepatitis B in China unter Verwendung von Daten aus dem Hospital Quality Monitoring System (HQMS) von Januar 2016 bis April 2022.

Studienpopulation und Krankheitsmerkmale

Insgesamt wurden 1.603 pädiatrische Hepatitis-B-Fälle eingeschlossen, mit einem mittleren Alter von 10,5 Jahren. Männer machten 69,7 % (1.117/1.603) der Fälle aus, was eine konsistente Geschlechterdisparität über alle Altersgruppen hinweg widerspiegelt. Die Patienten wurden in vier Alterskohorten stratifiziert: 0–4 Jahre (24,5 %, 393/1.603), 5–9 Jahre (12,7 %, 204/1.603), 10–14 Jahre (22,4 %, 359/1.603) und 15–17 Jahre (41,0 %, 658/1.603). Leberversagen (43,5 %, 697/1.603) und Zirrhose (11,2 %, 180/1.603) waren die häufigsten Komplikationen. Aszites trat bei 7,1 % (114/1.603) der Fälle auf, während hepatische Enzephalopathie und gastrointestinale Blutungen bei 6,9 % (111/1.603) bzw. 3,5 % (56/1.603) der Patienten beobachtet wurden.

Auffällige altersspezifische Unterschiede zeigten sich bei Komplikationen. Jugendliche im Alter von 15–17 Jahren wiesen die höchsten Raten an Leberversagen (56,1 %, 369/658) und Zirrhose (14,4 %, 95/658) auf. Im Gegensatz dazu war eine Hepatitis-D-Koinfektion bei Kindern im Alter von 0–4 Jahren häufiger (8,4 %, 33/393), wahrscheinlich bedingt durch vertikale Transmission. Medikamenteninduzierte Hepatitis trat verstärkt in der Altersgruppe 15–17 Jahre auf (3,6 %, 24/658), was mit einer erhöhten Medikamentenexposition zusammenhängen könnte.

Hospitalisierungskosten und ökonomische Belastung

Die Krankenhauskosten wurden nach Krankheitsprogression und Organversagen analysiert. Fälle ohne Komplikationen (80,6 %, 1.292/1.603) verursachten mediane Kosten von 818,12 US-Dollar. Die Kosten stiegen mit dem Schweregrad: Patienten mit Zirrhose (Stadium 1) hatten mediane Kosten von 1.734,29 US-Dollar, während solche mit portaler Hypertension, Hypersplenismus oder Aszites (Stadium 2) Kosten von 2.944,00 US-Dollar aufwiesen. Gastrointestinale Blutungen (Stadium 3) und hepatische Enzephalopathie (Stadium 4) erhöhten die medianen Ausgaben auf 2.729,03 US-Dollar bzw. 3.220,67 US-Dollar. Die kostspieligste Subgruppe mit gleichzeitigen Stadium-2- und Stadium-4-Komplikationen erreichte mediane Kosten von 10.567,51 US-Dollar.

Organversagen beeinflusste die Kosten signifikant. Einzelorganversagen (41,5 %, 666/1.603) führte zu medianen Kosten zwischen 1.325,46 und 1.599,41 US-Dollar (altersabhängig). Zwei-Organ-Versagen (2,2 %, 36/1.603), insbesondere Leber-Nieren-Versagen bei 10–14-Jährigen, erreichten 24.440,39 US-Dollar. Drei-Organ-Versagen (0,5 %, 8/1.603) verursachten durchschnittlich 5.215,88 US-Dollar, wobei die höchsten Kosten (6.824,58 US-Dollar) bei 15–17-Jährigen mit kombiniertem hepatischen, respiratorischen und kardialen Versagen auftraten.

Regionale ökonomische Faktoren beeinflussten die Kosten. Regionen mit niedrigerem BIP und ländlicher Bevölkerungsstruktur wiesen höhere Fallzahlen auf. Räumliche Analysen von 2019–2021 zeigten negative Korrelationen zwischen Fallzahlen und BIP (Moran’s I = −0,217 bis −0,279; p <0,05) oder Urbanisierungsraten (Moran’s I = −0,240 bis −0,309; p <0,05). Dagegen korrelierte die Verfügbarkeit pädiatrischer Betten positiv mit den Fallzahlen (Moran’s I = 0,214–0,252; p <0,05).

Räumliche Verteilung und Clusterbildung

Die Fälle konzentrierten sich geografisch, mit den höchsten Fallzahlen in den Provinzen Sichuan (211 Fälle), Jiangxi (157) und Yunnan (116). Präfekturebene-Analysen identifizierten persistierende Hoch-Hoch-Cluster in Hunan (2017–2020) sowie in südwestlichen Regionen (Sichuan, Guizhou, Yunnan) von 2019–2021. Diese Gebiete, charakterisiert durch niedriges BIP und Urbanisierung, verdeutlichen den Zusammenhang zwischen sozioökonomischen Faktoren und Krankheitsprävalenz.

Zeitliche Trends und politische Implikationen

Die Krankenhauskosten zeigten einen abnehmenden Trend, insbesondere bei unkomplizierten Hepatitis-Fällen (Rückgang von 818,12 US-Dollar im Jahr 2016 auf 555,77 US-Dollar bis 2022). Dieser Rückgang könnte auf verbessertes klinisches Management oder politische Interventionen zurückzuführen sein. Dennoch bestanden Disparitäten: Kinder in Hoch-BIP-Regionen hatten niedrigere Kosten für Hepatitis (707–808 US-Dollar) im Vergleich zu Niedrig-BIP-Gebieten, wo Zirrhose-bedingte Kosten um 13,6 % höher lagen.

Die Studie identifiziert prioritäre Handlungsfelder: Erstens benötigen Regionen mit niedrigem BIP und hohem ländlichen Bevölkerungsanteil gezielte Impfkampagnen und Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur. Zweitens könnten Auffrischungsimpfungen für HBV bei Jugendlichen (15–17 Jahre, 41 % der Fälle) sinnvoll sein, da die Antikörperwirksamkeit mit der Zeit abnimmt. Drittens könnten frühzeitige Screening- und Nachsorgeprogramme die Progression zu kostspieligen Komplikationen wie Leberversagen verhindern.

Methodische Aspekte

Die Daten wurden aus der HQMS-Datenbank unter Verwendung der ICD-10-Codes für Hepatitis B (B16, B18.0–B18.1, B18.10–B18.11) extrahiert. Räumliche Autokorrelation wurde mittels Moran’s-I-Analyse mit 999 Zufallspermutationen bewertet. Ökonomische Variablen wie BIP und Bettenkapazität stammen vom Nationalen Statistikamt und der Gesundheitskommission.

Lineare Regressionsmodelle, optimiert mittels Akaike-Informationskriterium (AIC), identifizierten Hospitalisierungsdauer, Organversagen und Mortalität als signifikante Kostentreiber (p <0,001). Mediane Kosten wurden aufgrund nicht-normaler Datenverteilung berichtet.

Schlussfolgerung

Diese landesweite Studie beleuchtet die multifaktorielle Belastung durch schwere pädiatrische Hepatitis B in China. Sozioökonomische Disparitäten, regionale Gesundheitskapazitäten und altersspezifische Vulnerabilitäten prägen die Krankheitslast. Die Priorisierung präventiver Maßnahmen in Hochrisikoregionen, optimierte Impfstrategien und frühzeitige Diagnostik sind entscheidend, um die gesundheitlichen und ökonomischen Folgen dieser Erkrankung zu reduzieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002987

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