Zusammenhang zwischen Blutdruck und klin. Ergebnissen bei Schlaganfall & Diabetes

Zusammenhang zwischen dem systolischen Blutdruck nach Entlassung und dem Risiko klinischer Ergebnisse bei ischämischen Schlaganfallpatienten mit Diabetes: Eine Kohortenstudie

Hypertonie ist ein etablierter Risikofaktor für Diabetes und ischämischen Schlaganfall, zwei Erkrankungen, die häufig koexistieren. Studien zeigen, dass etwa 34 % der Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall ebenfalls an Diabetes leiden. Frühere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Schlaganfallpatienten mit Hyperglykämie oder Diabetes ein erhöhtes Risiko für Rezidivschlaganfälle, ungünstige neurologische Verläufe und Mortalität aufweisen. Die Beziehung zwischen systolischem Blutdruck (SBP) bzw. dessen Verlauf und klinischen Ergebnissen bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall und Diabetes bleibt jedoch unzureichend erforscht.

Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang von SBP 14 Tage nach Entlassung, SBP nach 12 Monaten sowie SBP-Verläufen nach Entlassung mit klinischen Ergebnissen zwischen 12 und 24 Monaten nach Schlaganfallbeginn bei diabetischen ischämischen Schlaganfallpatienten zu untersuchen. Die Studie nutzte Daten der China Antihypertensive Trial in Acute Ischemic Stroke (CATIS). Das Protokoll wurde von den Ethikkommissionen der Soochow-Universität (China), der Tulane University (USA) und aller beteiligten Krankenhäuser genehmigt. Von allen Teilnehmern oder Familienangehörigen lag eine schriftliche Einwilligung vor.

Eingeschlossen wurden ischämische Schlaganfallpatienten mit Diabetes, definiert durch Nüchternblutzucker ≥7,0 mmol/L, laufende hypoglykämische Therapie oder ärztlich diagnostizierte Diabetesanamnese. Basisinformationen und Schlaganfallschwere (NIHSS-Score) wurden erfasst. Der Blutdruck wurde zu Studienbeginn, nach 14 Tagen/Entlassung, nach 3 und 12 Monaten gemessen (Mittelwert aus drei Messungen). Dyslipidämie wurde nach chinesischen Leitlinien definiert; die eGFR wurde mittels CKD-EPI-Kreatinin-Formel (populationsspezifisch angepasst) berechnet.

Zur Analyse der SBP-Verläufe wurde eine latente Mischungsmodellierung (SAS PROC TRAJ) verwendet. Es identifizierten sich vier Trajektorien: niedrig-stabil, hoch-abnehmend, moderat-ansteigend und persistent-hoch. Der primäre Endpunkt umfasste Tod und vaskuläre Ereignisse (Rezidivschlaganfälle, Myokardinfarkt, Angina pectoris, Herzinsuffizienz, periphere arterielle Erkrankungen) zwischen 12 und 24 Monaten. Sekundäre Endpunkte waren Mortalität, vaskuläre Ereignisse und schwere Behinderung (mRS-Score ≥3).

Die Teilnehmer wurden basierend auf SBP nach Entlassung (14 Tage) oder 12 Monaten in drei Gruppen eingeteilt: ≥160 mmHg, 140–160 mmHg und <140 mmHg. Mittels logistischer Regression und Cox-Modellen wurden adjustierte Odds Ratios (OR) und Hazard Ratios (HR) mit 95 %-Konfidenzintervallen (KI) berechnet. Adjustiert wurde u. a. für Alter, Geschlecht, Baseline-SBP, eGFR, NIHSS-Score und Komorbiditäten.

Patienten mit SBP <140 mmHg nach Entlassung zeigten signifikant niedrigere Risiken für den primären Endpunkt und Mortalität (vs. SBP ≥160 mmHg). Ebenso reduzierte ein SBP <140 mmHg nach 12 Monaten das Risiko für primäre Endpunkte, vaskuläre Ereignisse und Behinderung. Die Trajektorien unterschieden sich signifikant hinsichtlich Alter, Baseline-SBP, eGFR und NIHSS-Score. Zwischen 12 und 24 Monaten traten bei 5,9 % der Teilnehmer primäre Endpunkte, bei 4,5 % vaskuläre Ereignisse und bei 2,5 % Tod auf. Nach Adjustierung wiesen die moderat-ansteigenden, hoch-abnehmenden und niedrig-stabilen Trajektorien signifikant geringere HRs für primäre Endpunkte auf als die persistent-hohe Trajektorie (p <0,05).

Die Studie zeigt, dass ein SBP <140 mmHg nach Entlassung oder 12 Monaten das Risiko unerwünschter klinischer Ergebnisse bei ischämischen Schlaganfallpatienten mit Diabetes signifikant senkt. Patienten mit niedrig-stabilem SBP-Verlauf hatten die günstigste Prognose. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der poststationären Blutdruckkontrolle. Künftige Studien sollten optimale SBP-Zielwerte für diese Patientengruppe definieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002819

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