Inzidenz, Mortalität und Trends primärer maligner Knochentumoren in China von 2000 bis 2015

Inzidenz, Mortalität und Trends primärer maligner Knochentumoren in China von 2000 bis 2015

Primäre maligne Knochentumoren sind selten und machen etwa 0,2 % aller Neubildungen aus. Trotz ihrer geringen Inzidenz können diese Tumoren die Lebensqualität und Überlebensprognose der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Diese Studie analysiert umfassend die Inzidenz, Mortalität und Trends primärer maligner Knochentumoren in China von 2000 bis 2015 unter Verwendung von Daten des Nationalen Zentralen Krebsregisters Chinas (NCCRC).

Methodik
Die Daten wurden von 501 lokalen Krebsregistern in China erhoben, wobei 368 Register die Qualitätskontrollkriterien erfüllten. Diese Register umfassten eine Bevölkerung von 309.553.499 Personen (25,52 % der Gesamtbevölkerung). Die Daten wurden nach Alter, Geschlecht und Region (städtisch vs. ländlich) stratifiziert. Die altersstandardisierten Inzidenz- und Mortalitätsraten wurden mithilfe der chinesischen Standardbevölkerung von 2000 und der Segi-Weltbevölkerung berechnet. Die jährliche prozentuale Veränderung (APC) wurde mit dem Joinpoint-Regressionsprogramm ermittelt.

Ergebnisse
Im Jahr 2015 wurden in China schätzungsweise 24.200 Neuerkrankungen diagnostiziert, was 0,62 % aller Krebsfälle entsprach. Die rohe Inzidenzrate lag bei 1,77 pro 100.000, mit altersstandardisierten Raten von 1,35 (chinesische Standardbevölkerung) und 1,32 (Weltstandardbevölkerung) pro 100.000. Die Inzidenz war bei Männern (1,99 pro 100.000) höher als bei Frauen (1,53 pro 100.000) und in ländlichen Gebieten (1,95 pro 100.000) stärker ausgeprägt als in städtischen (1,63 pro 100.000).

Die Mortalitätsrate betrug 1,31 pro 100.000, mit altersstandardisierten Raten von 0,90 (chinesische Bevölkerung) bzw. 0,89 (Weltbevölkerung) pro 100.000. Auch hier zeigten Männer (1,51 pro 100.000) und ländliche Regionen (1,45 pro 100.000) höhere Raten als Frauen (1,10 pro 100.000) bzw. städtische Gebiete (1,19 pro 100.000).

Die altersspezifische Inzidenz wies eine bimodale Verteilung auf: Der erste Gipfel lag bei Mädchen im Alter von 10–14 Jahren und bei Jungen im Alter von 15–19 Jahren, gefolgt von einem Rückgang. Der zweite Gipfel trat bei älteren Erwachsenen auf, mit einem dramatischen Anstieg ab 45 Jahren und einem Maximum im Alter von 80–84 Jahren. Die Mortalität folgte einem ähnlichen Muster, mit einem leichten Anstieg in der Altersgruppe 5–9 Jahre und einem signifikanten Anstieg ab 45 Jahren.

Trends
Von 2000 bis 2015 nahmen die altersstandardisierten Inzidenz- und Mortalitätsraten signifikant ab: Die Inzidenz sank um 2,2 % pro Jahr, die Mortalität um 4,8 % pro Jahr. Der Rückgang der Inzidenz war in städtischen Gebieten (3,5 % pro Jahr) ausgeprägter als in ländlichen (ab 2003: 3,2 % pro Jahr). Die Mortalität sank in städtischen Regionen zwischen 2000 und 2005 stark (8,9 % pro Jahr), gefolgt von einem langsameren Rückgang (3,1 % pro Jahr bis 2015). In ländlichen Gebieten blieb die Mortalität bis 2007 stabil und sank anschließend um 7,4 % pro Jahr.

Altersspezifisch blieb die Inzidenz bei 0–19-Jährigen stabil, während sie bei über 20-Jährigen sank. Bei Männern unter 20 Jahren stieg die Inzidenz leicht (1,7 % pro Jahr), bei über 20-Jährigen sank sie (2,6 % pro Jahr). Frauen über 20 Jahre verzeichneten einen Rückgang um 1,9 % pro Jahr. Die Mortalität sank in allen Altersgruppen, am deutlichsten bei Personen über 20 Jahren.

Diskussion
Die höheren Raten in ländlichen Gebieten könnten auf unzureichenden Zugang zu Gesundheitsversorgung, sozioökonomische Unterschiede und geringere Gesundheitskompetenz zurückzuführen sein. Die niedrigere Rate morphologisch verifizierter Fälle in ländlichen Regionen (42,43 % vs. städtisch: höher) könnte die Unterschiede verstärken. Der allgemeine Rückgang der Raten lässt sich auf verbesserte medizinische Technologien, Früherkennung, Therapien sowie staatliche Gesundheitsinitiativen wie das „New Cooperative Medical Scheme“ zurückführen.

Schlussfolgerung
Diese Studie unterstreicht die höhere Belastung ländlicher Gebiete und die signifikanten Rückgänge der Inzidenz und Mortalität primärer maligner Knochentumoren in China. Gezielte Präventionsmaßnahmen und der weitere Ausbau der medizinischen Infrastruktur sind entscheidend, um die Krankheitslast zu reduzieren. Die Ergebnisse liefern eine wichtige Grundlage für zukünftige Forschungs- und Kontrollstrategien.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002547

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