Wirksamkeit und Sicherheit von Shexiang Baoxin Pill (MUSKARDIA) bei Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit und begleitendem Diabetes mellitus: Eine Subgruppenanalyse einer randomisierten klinischen Studie
Zusammenfassung
Kardiovaskuläre Erkrankungen (CVE) sind die häufigste Todesursache weltweit. In China steigen Morbidität und Mortalität aufgrund der alternden Bevölkerung. Diabetes mellitus (DM) erhöht das CVE-Risiko durch metabolische Dysregulation, wobei 70–80% der Betroffenen an kardiovaskulären Komplikationen versterben. Shexiang Baoxin Pill (MUSKARDIA), ein traditionelles chinesisches Arzneimittel mit vasodilatatorischen Eigenschaften, wurde in einer Phase-IV-Studie untersucht. Diese Subgruppenanalyse evaluiert die Wirksamkeit und Sicherheit von MUSKARDIA bei Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit (KHK) und DM.
Methoden
In einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie erhielten 716 Patienten mit stabiler KHK und DM (definiert durch DM-Anamnese oder Nüchternblutzucker ≥7,0 mmol/l) zusätzlich zur Standardtherapie (u.a. Aspirin, Statine) entweder MUSKARDIA (n=340) oder Placebo (n=376) über 24 Monate. Primärer Endpunkt war das Auftreten majorer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE: kardiovaskulärer Tod, nicht-tödlicher Myokardinfarkt oder Schlaganfall). Sekundärer Endpunkt umfasste alle weiteren kardiovaskulären Ereignisse, Hospitalisierungen und Revaskularisierungen.
Ergebnisse
Die MACE-Inzidenz war unter MUSKARDIA numerisch geringer (2,6% vs. 4,8%; P=0,192). Der sekundäre Endpunkt zeigte eine signifikante Reduktion in der MUSKARDIA-Gruppe (15,3% vs. 22,6%; P=0,017). Bei Patienten mit unkontrolliertem DM (≥4 FBG-Messungen ≥7 mmol/l) war das sekundäre Ereignisrisiko unter MUSKARDIA deutlich reduziert (6,0% vs. 16,5%; HR=0,35; 95%-KI:0,13–0,95).
Die Sicherheitsanalyse ergab vergleichbare Raten schwerwiegender unerwünschter Ereignisse (SAEs) in beiden Gruppen (5,3% vs. 5,1%). Kardiovaskuläre Nebenwirkungen traten unter MUSKARDIA seltener auf (4,4% vs. 7,7%).
Diskussion
MUSKARDIA zeigte eine Tendenz zur MACE-Reduktion bei KHK-Patienten mit DM, insbesondere bei unkontrollierter Glukosekontrolle. Die Wirkmechanismen umfassen vermutlich die Aktivierung der ALDH2/AKT/mTOR-Signalwege, die Förderung der Angiogenese und die Hemmung entzündlicher Prozesse. Limitationen der Studie sind der kurze Beobachtungszeitraum (24 Monate), die FBG-basierte Definition des unkontrollierten DM (statt HbA1c) sowie der Subgruppencharakter der Analyse.
Schlussfolgerung
MUSKARDIA als Add-on zur Standardtherapie könnte das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse bei KHK-Patienten mit DM senken, insbesondere bei schlechter Glukosekontrolle. Die Sicherheitsprofile waren vergleichbar. Weitere Studien sollten die Langzeiteffekte und spezifischen Mechanismen validieren.
Interessenkonflikte
Keine deklariert.
Finanzierung
Gefördert durch das National Natural Science Foundation of China (81973698).
DOI
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002527