Genauigkeit und Eignung des TMI vs. BMI bei chinesischen Kindern

Genauigkeit und Eignung des Tri-Ponderal-Masse-Index zur Bewertung kardiometabolischer Risikofaktoren bei chinesischen Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren im Vergleich zum Body-Mass-Index

Zusammenfassung
Die globale Prävalenz von Adipositas bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten vier Jahrzehnten dramatisch zugenommen, mit erheblichen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit. In China stieg die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Schülern im Alter von 7 bis 18 Jahren zwischen 1985 und 2014 stark an. Übermäßiges Körperfett bei Kindern ist mit kardiometabolischen Risikofaktoren (CMRFs) assoziiert, die im Erwachsenenalter zu kardiovaskulären Erkrankungen führen können. Die frühzeitige Identifizierung von Kindern und Jugendlichen mit CRMFs ist entscheidend für die Prävention kardiometabolischer Erkrankungen.

Der Body-Mass-Index (BMI) ist einer der am häufigsten verwendeten Indikatoren zur Bewertung von Adipositas. Seine Validität bei Kindern und Jugendlichen wird jedoch aufgrund ihres Wachstums und ihrer Entwicklung infrage gestellt. Während der Pubertät kann eine Zunahme der Fettmasse (anstelle von fettfreier Masse) zu einem jährlichen BMI-Anstieg führen, was seine Genauigkeit bei der Bewertung des Körperfetts verringert. Zudem sind BMI-Grenzwerte alters-, geschlechts- und ethnizitätsspezifisch, was ihre Vergleichbarkeit einschränkt.

Der Tri-Ponderal-Masse-Index (TMI), berechnet als Gewicht geteilt durch die Körpergröße hoch drei (kg/m³), wurde als stabilerer Indikator für Körperfett vorgeschlagen. Diese Studie verglich die Wirksamkeit von TMI und BMI bei der Identifizierung von Hypertonie, Dyslipidämie, abnormalem Nüchternblutzucker (IFG), abdomineller Adipositas und kombinierten CMRFs bei 1.587 chinesischen Kindern und Jugendlichen (3–17 Jahre).

Methoden
Anthropometrische Messungen (Gewicht, Größe, Taillenumfang, Blutdruck) und Blutproben (Cholesterin, Triglyceride, Glukose) wurden standardisiert erhoben. CMRFs wurden definiert als: Hypertonie (Blutdruck ≥ 95. Perzentil), IFG (Glukose ≥ 5,6 mmol/l), Dyslipidämie (abnormale Lipidwerte), abdominelle Adipositas (Taillenumfang ≥ 90. Perzentil) und kombinierte CMRFs (≥3 Kriterien). Logistische Regressionen, AUC-Analysen und Fehlklassifizierungsraten wurden zur Bewertung der Indizes genutzt.

Ergebnisse
Der mittlere TMI betrug 13,57 kg/m³ (Jungen) und 13,34 kg/m³ (Mädchen), der BMI 19,31 kg/m² bzw. 18,66 kg/m². TMI zeigte größere Altersstabilität, insbesondere bei 3- bis 6-Jährigen. TMI wies höhere Odds Ratios für Hypertonie (OR 1,19 vs. 1,14), abdominelle Adipositas und kombinierte CMRFs auf. Die AUC-Werte für kombinierte CMRFs waren vergleichbar (TMI: 0,83; BMI: 0,85), jedoch übertraf TMI den BMI bei abdomineller Adipositas (AUC 0,92 vs. 0,85) und Hypertonie (0,64 vs. 0,61). Für Dyslipidämie (AUC 0,58) und IFG (0,49) war TMI ungeeignet. Die Kombination von TMI mit dem Taillen-Höhen-Verhältnis (WHtR) verbesserte die Genauigkeit (OR 8,06 für P85).

Diskussion
TMI erwies sich als gleichwertig oder überlegen gegenüber BMI zur Identifizierung adipositasassoziierter CMRFs, insbesondere bei jüngeren Kindern. Seine Altersunabhängigkeit und einfache Anwendung machen ihn zu einer praktischen Screening-Option. Limitationen umfassen das Querschnittsdesign und die begrenzte Generalisierbarkeit.

Schlussfolgerung
TMI ist eine vielversprechende Alternative zu BMI für das Screening von Hypertonie und abdomineller Adipositas bei Kindern. Seine schwache Leistung bei Dyslipidämie und IFG unterstreicht jedoch die Notwendigkeit weiterer Forschung. Longitudinalstudien und populationsübergreifende Validierungen werden empfohlen.

Interessenkonflikte
Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

Open-Access-Zitat
Diese Arbeit ist unter der Creative Commons Lizenz zugänglich. DOI: [10.1097/CM9.0000000000002349]

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