Assoziationen von Muskelmasse, -kraft und -qualität mit der Gesamtmortalität in China: Eine bevölkerungsbasierte Kohortenstudie
Die Beziehung zwischen Muskelmasse, -kraft und -qualität mit der Gesamtmortalität ist ein bedeutendes Thema in der epidemiologischen Forschung. Diese Studie, die im Rahmen des China Kadoorie Biobank (CKB) durchgeführt wurde, zielte darauf ab, diese Assoziationen in einer diversen chinesischen Bevölkerung umfassend zu untersuchen. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse über die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Muskelgesundheit zur Reduzierung von Mortalitätsrisiken.
Hintergrund Sarkopenie, charakterisiert durch den Verlust von Muskelmasse und -kraft, ist ein wachsendes Problem, insbesondere in der alternden Bevölkerung. In China wurde die Prävalenz von Sarkopenie bei Erwachsenen ab 65 Jahren zwischen 2007 und 2010 auf 15,0 % geschätzt. Diese Prävalenz wird aufgrund der zunehmenden Alterung der Bevölkerung voraussichtlich weiter ansteigen. Geringe Muskelmasse und -kraft sind Schlüsselindikatoren für Sarkopenie und wurden mit negativen gesundheitlichen Folgen, einschließlich eines erhöhten Mortalitätsrisikos, in Verbindung gebracht.
Frühere Studien haben die Beziehung zwischen muskelmassebezogenen Maßen, Muskelkraft und Gesamtmortalität untersucht, aber die Ergebnisse waren inkonsistent. Die meisten dieser Studien wurden in westlichen Populationen durchgeführt, und es gibt nur begrenzte Evidenz aus asiatischen Populationen, insbesondere aus China. Angesichts der Unterschiede in der Körperzusammensetzung und Muskelkraft zwischen chinesischen und westlichen Populationen ist es entscheidend, diese Assoziationen im chinesischen Kontext zu untersuchen.
Methoden Die Studie nutzte Daten des China Kadoorie Biobank, einer groß angelegten prospektiven Kohortenstudie, die zwischen 2004 und 2008 über eine halbe Million Erwachsene im Alter von 30 bis 79 Jahren einschloss. Die vorliegende Analyse konzentrierte sich auf die zweite Nachuntersuchung, die zwischen 2013 und 2014 durchgeführt wurde und 23.290 Teilnehmer im Alter von 38 bis 88 Jahren umfasste. Teilnehmer mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs wurden von der Analyse ausgeschlossen.
Die Muskelmasse wurde mittels bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA) gemessen, und die Griffkraft wurde mit einem hydraulischen Handdynamometer erfasst. Die Armmuskelqualität wurde als das Verhältnis von Griffkraft zu Armmuskelmasse definiert. Geringe Muskelmasse, Griffkraft und Armmuskelqualität wurden als die geschlechtsspezifischen niedrigsten Quintile dieser Maße definiert.
Cox-Proportional-Hazards-Modelle wurden verwendet, um Hazard Ratios (HRs) und 95 %-Konfidenzintervalle (CIs) für das Risiko der Gesamtmortalität in Verbindung mit geringer Muskelmasse, Griffkraft und Armmuskelqualität zu schätzen. Die Modelle wurden für soziodemografische Merkmale, Lebensstilfaktoren und medizinische Vorgeschichten adjustiert.
Ergebnisse Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3,98 Jahren verstarben 739 Teilnehmer. Die Studie ergab, dass ein geringer appendikulärer Muskelmasseindex (HR: 1,28, 95 % CI: 1,08–1,51), ein geringer Gesamtmuskelmasseindex (HR: 1,38, 95 % CI: 1,16–1,62), geringe Griffkraft (HR: 1,68, 95 % CI: 1,41–2,00) und geringe Armmuskelqualität (HR: 1,41, 95 % CI: 1,20–1,66) alle mit einem erhöhten Risiko für Gesamtmortalität assoziiert waren.
Wenn die Muskelmasseindizes in Quintile gruppiert wurden, hatten Teilnehmer im niedrigsten Quintil des appendikulären Muskelmasseindex (HR: 1,30, 95 % CI: 1,03–1,64) und des Gesamtmuskelmasseindex (HR: 1,38, 95 % CI: 1,11–1,73) ein höheres Risiko für Gesamtmortalität im Vergleich zu denen im dritten Quintil.
Die Studie untersuchte auch die Assoziationen von Muskelmasseindizes in verschiedenen Körperregionen mit der Gesamtmortalität. Ein geringer Armmuskelmasseindex (HR: 1,54, 95 % CI: 1,30–1,82) und ein geringer Rumpfmuskelmasseindex (HR: 1,57, 95 % CI: 1,31–1,88) waren mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden, aber es wurde keine signifikante Assoziation für einen geringen Beinmuskelmasseindex gefunden.
Die Griffkraft war linear invers mit der Gesamtmortalität assoziiert, wobei jede Standardabweichung (SD) Abnahme der Griffkraft mit einem 69 % erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden war (HR: 1,69, 95 % CI: 1,50–1,91). Ebenso war eine geringe Armmuskelqualität mit einem 41 % erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert (HR: 1,41, 95 % CI: 1,20–1,66).
Diskussion Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Bedeutung der Aufrechterhaltung einer normalen Muskelmasse, -kraft und -qualität zur Reduzierung des Risikos der Gesamtmortalität in der allgemeinen chinesischen Bevölkerung. Die in dieser Studie beobachteten Assoziationen stimmen mit früheren Forschungen überein, aber die Studie liefert wertvolle Erkenntnisse, indem sie sich auf eine diverse chinesische Bevölkerung konzentriert und einen umfassenden Satz von Muskelmetriken verwendet.
Die Studie fand heraus, dass Griffkraft und Muskelmasseindizes im Arm und Rumpf stärker mit der Mortalität assoziiert waren als andere Muskelmetriken. Dies deutet darauf hin, dass diese Maße von größerer klinischer und öffentlicher Relevanz für die Bewertung des Mortalitätsrisikos sein könnten. Die lineare inverse Assoziation zwischen Griffkraft und Mortalität unterstreicht die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Muskelkraft als Schlüsselkomponente der allgemeinen Gesundheit.
Die Studie beobachtete auch potenzielle nicht-lineare Assoziationen zwischen Muskelmasseindizes und Mortalität, obwohl diese Trends nicht statistisch signifikant waren. Dies deutet darauf hin, dass eine extrem hohe Muskelmasse möglicherweise keine zusätzlichen schützenden Effekte gegen die Mortalität bietet. Weitere Forschung mit größeren Stichprobengrößen ist erforderlich, um diese nicht-linearen Beziehungen detaillierter zu untersuchen.
Die Studie hat mehrere Stärken, darunter ihre große Stichprobengröße, die diverse Bevölkerung und die umfassende Bewertung mehrerer Muskelmetriken. Es gibt jedoch einige Einschränkungen. Die Studie hat die körperliche Leistungsfähigkeit, wie z. B. die Gehgeschwindigkeit, nicht gemessen, was ein weiterer wichtiger Indikator für Sarkopenie ist. Darüber hinaus wurde die Muskelmasse mittels BIA gemessen, die weniger genau ist als die Dual-Energy-X-Ray-Absorptiometrie (DEXA). Dennoch ist BIA aufgrund der geringeren Kosten und einfacheren Anwendung für groß angelegte epidemiologische Studien besser geeignet.
Schlussfolgerung Diese Studie liefert starke Evidenz dafür, dass geringe Muskelmasse, Griffkraft und Armmuskelqualität signifikante Risikofaktoren für die Gesamtmortalität in der allgemeinen chinesischen Bevölkerung sind. Die Ergebnisse betonen die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Muskelgesundheit als eine Schlüsselstrategie zur Reduzierung von Mortalitätsrisiken. Zukünftige Forschung sollte die Mechanismen untersuchen, die diesen Assoziationen zugrunde liegen, und die potenziellen Vorteile von Interventionen zur Verbesserung von Muskelmasse, -kraft und -qualität erforschen.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002193