Prävention, Kontrolle und Management von HBV-Infektionen bei schwangeren Frauen in China: Eine Lebenszyklus-Perspektive
Die Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) bleibt eine kritische globale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit, wobei derzeit etwa 70 Millionen Menschen in China infiziert sind. Die Übertragung von der Mutter auf das Kind (Mother-to-Child Transmission, MTCT) ist der dominante Übertragungsweg in China, was ihre Prävention zu einem Eckpfeiler für die Eliminierung von HBV als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit macht. Die standardisierte Betreuung von HBV-infizierten schwangeren Frauen und ihren Säuglingen ist entscheidend, um MTCT zu verhindern, wobei Strategien wie die Verabreichung von Hepatitis-B-Immunglobulin (HBIG) bei Neugeborenen, die Hepatitis-B-Impfung und die antivirale Prophylaxe während der Schwangerschaft genutzt werden.
Rückgang der HBV-Prävalenz bei schwangeren Frauen
Zwischen 2015 und 2020 führte China seine erste landesweite Beobachtungsstudie zur HBV-Infektion bei schwangeren Frauen im Rahmen des National Integrated Prevention of Mother-to-Child Transmission of HIV, Syphilis, and Hepatitis B (iPMTCT)-Programms durch. Das Screening von über 90,87 Millionen schwangeren Frauen in 2.853 Landkreisen ergab, dass 5,6 Millionen positiv auf das Hepatitis-B-Oberflächenantigen (HBsAg) getestet wurden. Die Gesamtprävalenz sank von 7,30 % im Jahr 2015 auf 5,44 % im Jahr 2020, was China auf das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte moderate Epidemieniveau bringt. Dieser Rückgang spiegelt den Erfolg der umfassenden HBV-Kontrollmaßnahmen Chinas wider, insbesondere des universellen neonatalen Hepatitis-B-Impfprogramms, das 1992 eingeführt wurde.
Regionale Disparitäten und Fortschritte
Eine geografische Analyse zeigte ungleichmäßige Rückgänge der HBV-Prävalenz in Ost-, Zentral- und Westchina. Ostchina verzeichnete den stärksten Rückgang, wobei die Prävalenz von 8,72 % auf 6,04 % sank (ein relativer Rückgang von 30,73 %). In Zentralchina fiel die Prävalenz von 6,76 % auf 4,93 % (20,07 % Rückgang), während Westchina einen geringeren Rückgang von 6,40 % auf 5,43 % (14,48 % Rückgang) verzeichnete. Diese Trends zeigen eine Verringerung der regionalen Disparitäten, wobei 90,3 % der Provinzen und 76,96 % der Landkreise Rückgänge meldeten. Provinzen mit anhaltend hoher HBV-Belastung benötigen jedoch gezielte Investitionen in Gesundheitsressourcen, um den Fortschritt aufrechtzuerhalten.
Strategien zur Verhinderung der Mutter-zu-Kind-Übertragung
Die kombinierte Verabreichung von HBIG und Hepatitis-B-Impfstoff an Neugeborene innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt bleibt hochwirksam und reduziert das MTCT-Risiko um über 90 %. Bei schwangeren Frauen mit hoher Viruslast (HBV-DNA ≥200.000 IU/ml) kann eine antivirale Prophylaxe, die ab der 28. Schwangerschaftswoche eingeleitet wird, das Übertragungsrisiko weiter verringern. Diese Strategie, die durch robuste klinische Evidenz gestützt wird, minimiert die intrauterine und perinatale Exposition gegenüber HBV.
Neben der MTCT-Prävention trägt das Management von HBV in der Schwangerschaft dazu bei, ungünstige Schwangerschaftsverläufe wie Frühgeburten und Schwangerschaftskomplikationen zu verhindern. Vorkonzeptionelle Screenings im Rahmen von Initiativen wie dem National Free Pre-Pregnancy Health Examination Project in China identifizieren Risikopersonen und ermöglichen frühzeitige Interventionen. Paare mit Kinderwunsch werden beispielsweise auf HBV getestet, und infizierte Personen werden zu antiviraler Therapie oder Impfung angeleitet, um das Risiko einer häuslichen Übertragung zu verringern.
Auf dem Weg zur Eliminierung von HBV bis 2030
Die Erreichung des WHO-Ziels, HBV bis 2030 zu eliminieren, erfordert einen Lebenszyklus-Ansatz, der Prävention, Screening, Diagnose und Behandlung über alle Altersgruppen hinweg integriert. Chinas Integration des iPMTCT-Programms in die vorkonzeptionelle Betreuung ist ein Beispiel für diese Strategie. Durch die Identifizierung von HBV-infizierten Frauen vor der Schwangerschaft können Gesundheitsdienstleister die mütterliche Gesundheit optimieren, die Viruslast überwachen und rechtzeitig eine Prophylaxe einleiten. Nach der Geburt erhalten Säuglinge HBIG und eine Impfung, während Mütter langfristig überwacht werden, um das Fortschreiten von Lebererkrankungen zu verhindern.
Herausforderungen und zukünftige Richtungen
Trotz der Fortschritte bestehen weiterhin Lücken. Ländliche und westliche Regionen hinken beim Zugang zur Gesundheitsversorgung hinterher, was eine gerechtere Verteilung von Ressourcen erfordert. Die Stärkung der Ausbildung von Gesundheitspersonal, die Erweiterung schneller Diagnosewerkzeuge und die Verbesserung des öffentlichen Bewusstseins sind entscheidend. Darüber hinaus erfordert die lebenslange Betreuung von chronischen HBV-Infektionen – von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter – robuste Verbindungen im Gesundheitswesen, um die Kontinuität der Versorgung sicherzustellen.
Chinas Erfolg bei der Reduzierung der HBV-Prävalenz bei schwangeren Frauen unterstreicht die Machbarkeit der globalen Eliminierung. Durch die Aufrechterhaltung der Impfquoten, die Ausweitung der antiviralen Prophylaxe und die Einführung von Lebenszyklus-Management-Frameworks können Nationen diese Erfolge nachahmen. Die Integration von HBV-Diensten in bestehende Mutter-Kind-Gesundheitsplattformen bietet einen kosteneffektiven Weg, um zukünftige Generationen zu schützen und eine Welt ohne Hepatitis B zu erreichen.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000002040