Optimales Warteintervall für den Frischembryotransfer nach hysteroskopischer Adhäsiolyse

Optimales Warteintervall für den Frischembryotransfer nach hysteroskopischer Adhäsiolyse: Eine retrospektive Kohortenstudie

Intrauterine Adhäsionen (IUA), auch als Asherman-Syndrom bekannt, sind eine bedeutende Ursache für Infertilität und wiederholte Schwangerschaftsverluste. Diese fibrotischen Verwachsungen können zur partiellen oder vollständigen Verengung der Uterushöhle führen, was menstruelle Abnormalitäten, Unfruchtbarkeit und wiederholte Implantationsversagen von Embryonen zur Folge hat. Die hysteroskopische Adhäsiolyse stellt die primäre Therapie dar, jedoch bleibt das optimale Zeitintervall zwischen diesem Eingriff und einem Frischembryotransfer (ET) in assistierten Reproduktionszyklen (ART) unklar. Diese Studie untersucht den optimalen Wartezeitraum nach Adhäsiolyse zur Verbesserung der IVF/ICSI-Ergebnisse.

Die Studie wurde an der Reproduktionsklinik der Shandong-Universität zwischen Januar 2014 und September 2017 durchgeführt. Eingeschlossen wurden 312 Patientinnen mit IUA-Diagnose, die sich vor einem Frisch-IVF/ICSI-ET einer hysteroskopischen Adhäsiolyse unterzogen. Die Patientinnen wurden basierend auf dem Intervall zwischen Adhäsiolyse und ET in drei Gruppen eingeteilt: weniger als 90 Tage (Gruppe 1), 90–180 Tage (Gruppe 2) und über 180 Tage (Gruppe 3). Verglichen wurden Basischarakteristika, Kontrollierte Ovarielle Stimulation (COS) und Schwangerschaftsoutcomes.

Die Basischarakteristika (Alter, BMI, Hormonwerte, präoperative Endometriumdicke) sowie COS-Parameter (Gonadotropin-Dosis, Protokolltyp, Anzahl reifer Oozyten, Embryonenanzahl) zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Lebendgeburtenrate war in Gruppe 2 (40,1%) signifikant höher als in Gruppe 1 (17,9%) (p < 0,05). Bei Patientinnen mit milden IUAs lag die Lebendgeburtenrate in Gruppe 2 bei 42,6% versus 22,0% in Gruppe 1; bei moderaten IUAs bei 35,7% versus 6,7%. Schweregradeinteilungen nach AFS-, ESGE- und chinesischen IUA-Scores sowie chirurgische Methoden (Elektrotomie vs. Kaltmesserverfahren) wiesen keine gruppenspezifischen Unterschiede auf.

Die Ergebnisse legen nahe, dass ein Warteintervall von 90–180 Tagen nach Adhäsiolyse die Endometriumregeneration fördert, Adhäsionsrezidive reduziert und die ART-Outcomes optimiert. Dieses Intervall verbessert insbesondere die Lebendgeburtenrate, unabhängig von der IUA-Schwere. Die Studie unterstreicht die Bedeutung des zeitlichen Abstands zwischen Adhäsiolyse und ET für die reproduktive Erfolgsrate und bietet klinische Entscheidungshilfen für die ART-Planung bei IUA-Patientinnen.

DOI: 10.1097/CM9.0000000000000456

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