Dermoskopie von kutanen Metastasen eines primären hepatozellulären Karzinoms

Dermoskopie von kutanen Metastasen eines primären hepatozellulären Karzinoms

Kutane Metastasen eines primären hepatozellulären Karzinoms (HCC) sind eine seltene, aber klinisch bedeutsame Entität. Dieser Fallbericht beleuchtet die klinischen, dermoskopischen und pathologischen Merkmale kutaner Metastasen bei einem Patienten mit HCC und liefert wertvolle Erkenntnisse für Diagnose und Management dieser Erkrankung.

Klinisches Bild

Der Patient, ein 62-jähriger Mann, stellte sich mit multiplen, progredient vergrößerten und blutenden rötlichen Knoten im Gesicht über einen Zeitraum von 20 Tagen vor. Er hatte eine 20-jährige unbehandelte Hepatitis-B-Infektion und erhielt drei Monate vor der dermatologischen Vorstellung die Diagnose eines HCC mit multiplen Metastasen (u. a. Lunge und Vena cava inferior). Sein Therapieregime umfasste eine transarterielle Chemoembolisation und antivirale Medikamente.

In der körperlichen Untersuchung zeigten sich sechs rötliche, derbe Knoten mit einem Durchmesser von 1 bis 10 mm im Gesicht. Einige Läsionen wiesen kapillare Erweiterungen, Rupturen und Blutungen auf. Das rapide Wachstum und das klinische Erscheinungsbild der Knoten legten den Verdacht auf kutane Metastasen eines HCC nahe.

Dermoskopische Untersuchung

Die Dermoskopie, ein nicht-invasives Diagnosewerkzeug, offenbarte charakteristische Merkmale: homogene, unscharfe milchig-rötliche Areale, multiple serpentinenförmige und verzweigte Gefäße sowie unregelmäßige rote Lakunen über den milchig-rötlichen Arealen. Diese Gefäßmuster sind typisch für kutane Metastasen und stimmen mit früheren Berichten überein. Insbesondere die serpentinenförmigen und verzweigten Gefäße gelten als häufiges dermoskopisches Merkmal nicht-pigmentierter metastatischer Läsionen.

Histopathologische und immunhistochemische Befunde

Eine Hautbiopsie eines blutenden Knotens zeigte massenhaft Tumorzellen in der Dermis, bestehend aus pleomorphen Zellen mit erhöhter mitotischer Aktivität und interzellulären Blutungen. Diese Befunde bestätigten die Diagnose einer kutanen HCC-Metastase.

Die immunhistochemische Färbung unterstützte die Diagnose weiter: Die Tumorzellen exprimierten Hepatocyte, Arginase-1 und Zytokeratin bei einem Ki-67-Proliferationsindex von 30 %. Negativität für Zytokeratin 19, Alpha-Fetoprotein, karzinoembryonales Antigen und epitheliales Membranantigen schloss andere Primärtumoren aus und bestätigte den hepatischen Ursprung der Metastasen.

Diskussion

Kutane HCC-Metastasen sind selten (0,2–2,7 % aller kutanen Metastasen). Die meisten Fälle entstehen entlang von Punktionskanälen oder chirurgischen Wunden, während nicht-iatrogene Metastasen ungewöhnlich sind. Diese Seltenheit erklärt sich teilweise durch die Tendenz des HCC, eher die Pfortader als die systemische Zirkulation zu infiltrieren.

Klinisch präsentieren sich kutane HCC-Metastasen als asymptomatische oder schmerzhafte rötlich-blaue Knoten variabler Größe mit fester Konsistenz, die ulzerieren können. Wie im vorliegenden Fall zeigt sich oft rapides Wachstum. Die heterogenen klinischen Manifestationen unterstreichen die Notwendigkeit einer umfassenden Diagnostik inklusive Histopathologie und Immunhistochemie.

Die Dermoskopie hat sich als wertvolles Instrument zur Früherkennung etabliert. Bei nicht-pigmentierten Metastasen dominieren Gefäßmuster wie serpentinenförmige, verzweigte, punkt- oder kommaförmige Gefäße. In diesem Fall korrelierten die beobachteten serpentinenförmigen und verzweigten Gefäße sowie unregelmäßigen Lakunen mit typischen dermoskopischen Merkmalen kutaner Metastasen.

Die Prognose bei kutanen HCC-Metastasen ist generell schlecht, mit einer medianen Überlebenszeit von wenigen Wochen bis sechs Monaten. Therapieoptionen umfassen Chirurgie, Radiotherapie, Radiofrequenzablation und zielgerichtete Medikamente. Obwohl diese Interventionen die Überlebensraten bei fortgeschrittenem HCC verbessern können, bleibt das Management kutaner Metastasen herausfordernd.

Fazit

Dieser Fallbericht betont die Bedeutung der Abklärung kutaner Metastasen bei HCC-Patienten, insbesondere bei Hepatitis-B-Vorgeschichte und fortgeschrittener Erkrankung. Die Kombination aus klinischer Untersuchung, Dermoskopie, Histopathologie und Immunhistochemie ist essenziell für eine präzise Diagnose. Früherkennung und adäquates Management können die Prognose verbessern, obwohl die Gesamtprognose ungünstig bleibt.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000413

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