Prävalenz osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen bei älteren Gemeindebewohnern in Shanghai

Prävalenz osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen bei älteren Gemeindebewohnern in Shanghai

Osteoporose stellt ein zunehmendes globales Gesundheitsproblem dar und führt jährlich zu über neun Millionen Frakturen. Davon sind Wirbelkörperfrakturen die häufigsten und bergen erhebliche Risiken, einschließlich erhöhter Morbidität, Mortalität und der Wahrscheinlichkeit weiterer Frakturen. Trotz der globalen Belastung sind die deskriptive Epidemiologie und Risikofaktoren für Wirbelkörperfrakturen in China kaum verstanden. Diese Studie zielt darauf ab, diese Lücke durch die Untersuchung der Prävalenz und Charakteristika osteoporotischer Wirbelkörperfrakturen bei älteren Gemeindebewohnern in Shanghai zu schließen.

Methoden
Die Studie wurde im Rahmen der Shanghai Community-dwelling Elderly Health Examination (SCEHE) von 2014 bis 2016 durchgeführt. Insgesamt wurden 14.075 Teilnehmer (6.313 Männer im Alter von 60–97 Jahren und 7.762 Frauen im Alter von 60–98 Jahren) aus sechs Gemeinden Shanghais rekrutiert: Fenglin, Lingyun, Longhua, Qixian, Sanlin und Xujiahui. Die Teilnehmer wurden von Gemeindemitarbeitern zu physischen Untersuchungen eingeladen, die ursprünglich keine Röntgenbildgebung der Brust- und Lendenwirbelsäule (T4-L4) umfassten. Personen, die sich einer Röntgenuntersuchung unterzogen, wurden über die Risiken aufgeklärt und gaben ihre Zustimmung. Zusätzlich wurden demografische Daten, chronische Krankengeschichten und bei Frauen das Menopausenalter erfasst. Laterale thorakolumbale (T4-L4) Röntgenaufnahmen wurden an den Gemeindegesundheitszentren (CHSCs) standardisiert durchgeführt. Alle Aufnahmen und Krankenakten wurden am Sixth People’s Hospital der Shanghai Jiao Tong University gesammelt und von einem erfahrenen Radiologen mittels des semi-quantitativen Genant-Systems ausgewertet. Frakturen wurden ab Grad 1 (G1) als signifikant eingestuft.

Ergebnisse
Die Gesamtprävalenz von Wirbelkörperfrakturen betrug 17,2% (2.414/14.075), mit 17,0% bei Männern und 17,3% bei Frauen. Die Prävalenz stieg bei Frauen mit dem Alter an, blieb bei Männern jedoch stabil. Männer wiesen in den Altersgruppen 60–64 und 65–69 Jahre eine höhere Prävalenz auf (P < 0,001 bzw. P = 0,003), während Frauen in den Gruppen 75–79, 80–84 und ≥85 Jahre höhere Raten zeigten (P = 0,041; P < 0,001; P = 0,002). Schwerere Frakturen (G2/G3) traten bei Frauen signifikant häufiger auf (P < 0,001). Die am häufigsten betroffenen Wirbel waren T11, T12 und L1 (75% der Fälle). Einzelfrakturen dominierten bei Frauen (67,8% vs. 60,7%; P < 0,001), Doppelfrakturen bei Männern (28,6% vs. 20,7%; P < 0,001). Thorakale Frakturen waren bei Männern (55,3% vs. 48,0%; P < 0,001), lumbale bei Frauen häufiger (34,0% vs. 26,9%; P < 0,001).

Vergleiche mit anderen Regionen
Die Prävalenz bei postmenopausalen Frauen in Shanghai lag unter der in Beijing (z. B. 30,1% vs. 58,1% bei ≥80-Jährigen). Auch Männer in Shanghai wiesen niedrigere Raten als in Hongkong auf (19,8% vs. 35,9% bei ≥80-Jährigen).

Diskussion
Der altersbedingte Anstieg der Frakturprävalenz bei Frauen korrelierte mit reduzierter Knochenmineraldichte (BMD), während bei Männern keine solche Assoziation bestand. Geschlechtsspezifische Unterschiede in Frakturgrad und -lokalisation könnten auf divergierende Osteoporosemechanismen hinweisen. Männliche Frakturen waren häufiger mild (83,3% G1) und thorakal lokalisiert, während Frauen stärker von moderaten/schweren (43,3% G2/G3) und lumbalen Frakturen betroffen waren.

Schlussfolgerung
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Präventionsstrategien für osteoporotische Wirbelkörperfrakturen bei älteren Bevölkerungsgruppen in Shanghai, insbesondere unter Berücksichtigung geschlechtsspezifischer und altersabhängiger Risikoprofile.

Interessenkonflikte
Keine angegeben.

Finanzierung
Die Studie wurde durch Zuschüsse der Shanghai Municipal Health Commission unterstützt.

DOI
10.1097/CM9.0000000000000332

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