Oberes Atemwegshusten-Syndrom bei 103 Kindern
Chronischer Husten ist eine häufige und belastende Beschwerde bei Kindern und zählt zu den häufigsten Gründen, warum Eltern medizinischen Rat einholen. Obwohl die Ursachen für chronischen Husten in verschiedenen Ländern variieren, stellt das obere Atemwegshusten-Syndrom (UACS) eine Hauptursache für chronischen Husten im Kindesalter dar. In China ist UACS nach dem cough-varianten Asthma die zweithäufigste Ursache und macht 24,71 % der chronischen Hustenfälle aus. Diese Studie zielte darauf ab, die pathogenetischen Bestandteile und Einflussfaktoren von UACS bei Kindern verschiedener Altersgruppen zu bestimmen sowie klinische Hinweise für die Diagnose und eine Methode zur Bewertung des Behandlungserfolgs zu identifizieren.
Die Studie wurde von Januar bis November 2013 am Kinderkrankenhaus des Capital Institute of Pediatrics in Peking, China, durchgeführt. Insgesamt wurden 103 Kinder mit UACS untersucht, deren Hauptbeschwerde chronischer Husten war. Die Kinder wurden nach Alter in drei Gruppen eingeteilt: Säuglinge und Kleinkinder (0–3 Jahre), Vorschulkinder (>3 bis <6 Jahre) und Schulkinder (≥6 Jahre). Analysiert wurden Unterschiede in den pathogenetischen Ursachen und Einflussfaktoren von UACS. Der Behandlungserfolg wurde mittels einer visuellen Analogskala (VAS) und objektiver Untersuchungen bewertet. Statistische Auswertungen erfolgten mit dem Chi-Quadrat-Test und der Varianzanalyse (SPSS 19.0).
Die Ergebnisse zeigten eine hohe UACS-Inzidenz bei Schulkindern. Rhinitis mit adenoidaler Hypertrophie war die Hauptursache bei den 103 vermuteten UACS-Fällen. Adenoidale Hypertrophie dominierte in der Vorschulgruppe, während Rhinitis in der Säuglings- und Schulkindergruppe vorherrschte. Von den 103 Kindern wiesen 45 eine Allergenpositivität auf, ohne signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Die VAS-Werte waren nach der Behandlung in allen Krankheitsgruppen signifikant niedriger als vor der Behandlung (alle P < 0,01). Signifikante Unterschiede zeigten sich auch zwischen den Krankheitsgruppen, außer beim Vergleich von 12 vs. 24 Wochen nach Behandlung (P = 0,023). Sekundärbeschwerden variierten je nach Altersgruppe.
Die Studie kam zu dem Schluss, dass UACS bei Kindern altersspezifische Pathogenesen aufweist. Die klinische Wirksamkeit der Behandlung kann durch die Kombination von VAS und objektiven Untersuchungen bewertet werden. Eine Behandlungsdauer von 12 Wochen wird empfohlen.
Diskussion
Die Pathogenese des chronischen Hustens bei Kindern unterscheidet sich von der bei Erwachsenen und variiert zwischen Altersgruppen. In dieser Studie war Rhinitis mit adenoidaler Hypertrophie die Hauptursache für UACS. Mit zunehmendem Alter stieg die Diagnosehäufigkeit von Rhinitis und Nasennebenhöhlenentzündung, während adenoidale Hypertrophie seltener wurde. Allergische Rhinitis ist eine häufige Ursache für UACS, wobei allergische Faktoren in allen Altersgruppen gleichermaßen relevant waren. Antiallergische Therapien sind daher unabhängig vom Alter indiziert.
Der Behandlungsprozess dient gleichzeitig der Diagnosesicherung. Laut dem American College of Chest Physicians sollten bei unspezifischem chronischem Husten die Erwartungen der Eltern berücksichtigt sowie Nachsorge und Reevaluation priorisiert werden.
Die VAS-Werte zeigten signifikante Verbesserungen ab der 2. Behandlungswoche, wobei die Therapie nach 12 Wochen abgeschlossen war. Bei Säuglingen und Vorschulkindern dominierten unspezifische Beschwerden wie „offene Mundatmung“, während Schulkinder vermehrt Rhinorrhoe, Nasenobstruktion oder Brustschmerzen angaben. Die Kommunikation mit Eltern und Kindern ist entscheidend, um diagnostische Hinweise zu identifizieren, insbesondere bei jüngeren Kindern mit eingeschränkter Selbstausdrucksfähigkeit.
Einschränkungen
Die Studie war retrospektiv mit begrenzter Fallzahl. Zukünftige prospektive, randomisierte Studien sind notwendig. Dennoch bieten die Ergebnisse wertvolle klinische Leitlinien für die Diagnose und Therapie von UACS bei Kindern.
doi.org/10.1097/CM9.0000000000000118