Transarterielle Chemoembolisation in Kombination mit Sorafenib und Brachytherapie mit Iod – 125 – Seeds bei hepatozellulärem Karzinom mit Pfortaderthrombus: Eine retrospektive kontrollierte Studie

Transarterielle Chemoembolisation in Kombination mit Sorafenib und Brachytherapie mit Iod-125-Seeds bei hepatozellulärem Karzinom mit Pfortaderthrombus: Eine retrospektive kontrollierte Studie

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) zählt weltweit zu den häufigsten malignen Erkrankungen, wobei die Prognose durch das Vorliegen eines Pfortaderthrombus (PVTT) erheblich verschlechtert wird. PVTT wird bei 10–40 % der HCC-Patienten bei Diagnosestellung beobachtet und ist mit einer schlechten Überlebensprognose assoziiert. Sorafenib, ein Multikinasehemmer, stellt die First-Line-Therapie bei fortgeschrittenem HCC, einschließlich Fällen mit PVTT, dar. Seine Wirksamkeit bleibt jedoch begrenzt, sodass Kombinationstherapien zur Verbesserung der Ergebnisse erforscht werden müssen. Die transarterielle Chemoembolisation (TACE) in Kombination mit Sorafenib (TACE-S) zeigte in einigen Studien vielversprechende Ergebnisse, die Kontrolle des PVTT war jedoch unzureichend (objektive Ansprechrate [ORR]: 9,7 %). Neuere Entwicklungen in der Brachytherapie, insbesondere der Einsatz von Iod-125 (125I)-Seeds, führten zu signifikanten Tumorvolumenreduktionen bei minimalen Komplikationen. Diese Studie evaluierte die Wirksamkeit und Sicherheit von TACE-S in Kombination mit 125I-Seed-Brachytherapie (TACE-S-I) bei HCC-Patienten mit PVTT.

Methoden
Die retrospektive, monozentrische Studie umfasste Patienten mit HCC und PVTT, die zwischen Januar 2015 und Dezember 2018 behandelt wurden. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: TACE-S-I und TACE-S. Einschlusskriterien waren ein Alter von 18–75 Jahren, ein ECOG-Performance-Status von 0–1, Child-Pugh-Klasse A/B sowie ein durch kontrastverstärkte CT oder MRT bestätigter PVTT. Ausschlusskriterien beinhalteten einen Hauptpfortaderverschluss ohne Kollateralen, PVTT-Ausdehnung in die V. mesenterica superior oder Lebervenen/V. cava, Vorbehandlung mit Sorafenib oder systemischer Chemotherapie, weitere Malignome sowie schwere Komorbiditäten.

In der TACE-S-I-Gruppe wurde Sorafenib (2 × 400 mg/Tag) 3–5 Tage nach TACE initiiert. Die 125I-Seeds wurden CT-gestützt in den PVTT implantiert. Follow-up-Untersuchungen erfolgten alle 4–6 Wochen. Die PVTT-Klassifikation erfolgte in Typ A (Hauptpfortader), B (erstgradiger Ast) und C (zweigradiger oder peripherer Ast). Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS), sekundäre Endpunkte umfassten Tumoransprechen, progressionsfreies Überleben (TTP) und Nebenwirkungen (NEs).

Ergebnisse
Von 194 gescreenten Patienten wurden 171 analysiert (74 TACE-S-I; 97 TACE-S). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 16,0 (TACE-S-I) bzw. 10,0 Monate (TACE-S). Die ORR für PVTT lag bei 58,1 % (TACE-S-I) vs. 11,3 % (TACE-S; p < 0,001), für intrahepatische Tumoren bei 59,5 % vs. 30,9 % (p < 0,001). Patienten mit Typ-B/C-PVTT zeigten in der TACE-S-I-Gruppe höhere Ansprechraten. Das mediane TTP betrug 12,0 vs. 5,0 Monate (p < 0,001), das mediane OS 23,5 vs. 12,0 Monate (p < 0,001). Die 1-, 2- und 3-Jahres-Überlebensraten lagen bei 73 %, 50 %, 24 % (TACE-S-I) vs. 54 %, 20 %, 14 % (TACE-S). Für Typ-A-PVTT zeigten sich keine signifikanten OS-Unterschiede, während Typ-B/C-PVTT-Patienten von TACE-S-I profitierten (p < 0,001). Unabhängige prognostische Faktoren für OS waren Therapiemodalität, PVTT-Typ und AFP-Spiegel (≥400 ng/mL).

Die Nebenwirkungsrate war vergleichbar (Gesamt-NEs: 94,6 % vs. 91,8 %; Grad ≥3: 33,8 % vs. 28,9 %; p > 0,05).

Diskussion
TACE-S-I zeigt eine überlegene Wirksamkeit bei HCC-Patienten mit PVTT, insbesondere bei Typ B/C. Die Kombinationstherapie verbesserte signifikant das Tumoransprechen, TTP und OS ohne zusätzliche Toxizität. Limitationen umfassen den retrospektiven Charakter und potenzielle Selektionsbias. Zukünftige randomisierte Studien sind notwendig, um die Ergebnisse zu validieren und Brachytherapie-Techniken für Typ-A-PVTT zu optimieren.

Schlussfolgerung
TACE-S-I stellt eine sichere und effektive Therapieoption für HCC-Patienten mit PVTT der ersten oder peripheren Äste dar. Die Ausdehnung des PVTT bleibt ein kritischer prognostischer Faktor.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

Zitierung
doi.org/10.1097/CM9.0000000000001537

Schreibe einen Kommentar 0

Your email address will not be published. Required fields are marked *