Sigmoid-Sigmoid-Fistel verursacht durch Divertikulitis: Eine Fallstudie

Sigmoid-Sigmoid-Fistel verursacht durch Divertikulitis: Eine Fallstudie

Die Divertikelkrankheit ist eine weltweit verbreitete Erkrankung, deren Inzidenz mit zunehmendem Alter signifikant steigt. Während viele Fälle von Divertikulitis unkompliziert verlaufen, entwickeln einige Patienten schwerwiegende Komplikationen wie Abszesse, Fisteln, Obstruktionen oder Peritonitis. Unter diesen Komplikationen stellen Fisteln eine besondere Herausforderung dar, wobei Kolokolische Fisteln, insbesondere Sigmoid-Sigmoid-Fisteln, äußerst selten sind. Dieser Fallbericht beleuchtet die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen einer durch Divertikulitis verursachten Sigmoid-Sigmoid-Fistel und unterstreicht die Bedeutung multidisziplinärer Behandlung sowie chirurgischer Intervention.

Fallbeschreibung
Eine 71-jährige Patientin mit Hypertonie in der Anamnese stellte sich mit seit einem Jahr intermittierenden linksseitigen Unterbauchschmerzen vor, die sich in den letzten Tagen verschlechtert hatten. Die körperliche Untersuchung ergab eine abdominale Druckempfindlichkeit ohne weitere Auffälligkeiten. Eine abdominopelvine Computertomographie (CT) zeigte den Verdacht auf eine Fistel zwischen proximalem und distalem Sigmoideum, wobei die koronare Darstellung uneindeutig blieb.

Eine anschließende Koloskopie identifizierte eine kleine Fistel im proximalen Sigmoideum nahe eines Divertikels. Während der Untersuchung wurden „twinkling points“ am Koloskop durch die Fistel sichtbar. Versuche, einen Draht durch die Fistel zu führen, scheiterten aufgrund der tortuösen Anatomie des distalen Sigmoideums. Zur Bestätigung der Fistel erfolgte eine Bariumeinlaufstudie, die eine eindeutige Verbindung zwischen proximalem und distalem Sigmoideum ohne Kontrastmittelaustritt zeigte.

Therapie und Verlauf
Trotz der Empfehlung zur chirurgischen Resektion lehnte die Patientin einen Eingriff ab und bevorzugte eine konservative Therapie mit Darmruhe, intravenöser Flüssigkeitsgabe und Antibiotika. Trotz initialer Stabilisierung verschlechterte sich ihr Zustand im weiteren Verlauf. Sie verstarb Monate später an den Folgen einer Sepsis im Zusammenhang mit der Divertikulitis.

Pathogenese und Diagnostik
Die Pathogenese der Divertikelkrankheit ist multifaktoriell und nicht vollständig geklärt. Fisteln zählen zu den schwerwiegendsten Komplikationen, wobei Kolovesikale Fisteln am häufigsten sind. Kolokolische Fisteln machen lediglich 2% der Fälle aus. Die CT-Bildgebung bleibt die primäre diagnostische Methode, jedoch können bei komplexen Fisteln zusätzliche Verfahren wie Koloskopie oder Bariumeinlauf erforderlich sein.

Multidisziplinäres Management
Die Behandlung der Divertikulitis erfordert eine individuelle Strategie unter Berücksichtigung von Komorbiditäten und Komplikationen. Bei Fisteln gilt die chirurgische Resektion als Goldstandard, um Rezidive und septische Komplikationen zu vermeiden. Ein multidisziplinärer Ansatz mit Gastroenterologen, Chirurgen und Radiologen ist entscheidend, um frühzeitige Interventionen zu ermöglichen.

Diskussion
Dieser Fall unterstreicht die Seltenheit und Komplexität von Sigmoid-Sigmoid-Fisteln. Obwohl die Bariumeinlaufstudie hier diagnostisch wegweisend war, zeigt die unklare initiale CT-Darstellung die Limitationen bildgebender Verfahren. Die Ablehnung der operativen Therapie durch die Patientin verdeutlicht zudem die Notwendigkeit einer intensiven Aufklärung über Risiken konservativer Strategien.

Schlussfolgerung
Sigmoid-Sigmoid-Fisteln bei Divertikulitis erfordern eine hohe klinische Wachsamkeit und prompte Diagnostik. Trotz ihrer Seltenheit sollten sie differentialdiagnostisch bei persistierenden abdominellen Symptomen erwogen werden. Die chirurgische Sanierung bleibt die Therapie der Wahl, um letale Verläufe wie im vorliegenden Fall zu verhindern.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001753

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