Aktuelle Anforderungen an Gesundheitsressourcen für die Behandlung von ankylosierender Spondylitis in unterentwickelten Regionen Chinas

Aktuelle Anforderungen an Gesundheitsressourcen für die Behandlung von ankylosierender Spondylitis in unterentwickelten Regionen Chinas

Die ankylosierende Spondylitis (AS) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die vorwiegend die Wirbelsäule und Sakroiliakalgelenke betrifft und zu Bewegungseinschränkungen sowie Deformitäten führt. In China liegt die Prävalenz von AS bei etwa 0,29 %, mit einem Geschlechterverhältnis von 3:1 (männlich zu weiblich). Die Mehrheit der Patienten erkrankt während der Adoleszenz. Herausforderungen umfassen hohe Fehldiagnoseraten (über 50 %), verzögerte Diagnosestellung (durchschnittlich über 7 Jahre) und schwere Behinderungen. Ohne standardisierte Therapie beträgt die 3-Jahres-Behinderungsrate 45,5 %, die 5-Jahres-Rate steigt auf 70 %. Unter der einkommensschwachen Bevölkerung Chinas gibt es ca. 100.000 AS-Patienten, davon 20.000 mit moderaten bis schweren Verläufen. Finanzielle Einschränkungen führen bei fast der Hälfte dieser Patienten zu Behinderungen und Therapieabbrüchen. Insbesondere 10,5 % der männlichen AS-Patienten, oft Hauptverdiener, verlieren ihre Arbeitsfähigkeit, was schwerwiegende sozioökonomische Folgen hat.

Am 8. Oktober 2019 initiierten das Büro des Führungsgruppenrats des Staatsrats für Armutsbekämpfung und Entwicklung und die Nationale Gesundheitskommission das „AS-Gesundheitsprojekt zur Armutsbekämpfung“. Die Studie (März 2019–Dezember 2020) untersuchte die medizinische Versorgungssituation in 832 armen Bezirken in 22 zentralen und westlichen Provinzen, darunter Yunnan, Henan und Guangxi. Das Armutskriterium war ein Jahreseinkommen unter 2300 Yuan pro Person (Stand 2010).

Methoden
Die Krankheitsaktivität wurde mittels Ankylosing Spondylitis Disease Activity Score (ASDAS) bewertet (moderate/schwere AS: ASDAS ≥1,3). Es wurden 756 primäre Krankenhäuser und 4305 Ärzte einbezogen. Daten wurden via Online-Fragebögen erhoben und mit SPSS 26.0 analysiert. Schwerpunkte waren rheumatologische Abteilungen, Diagnosekapazitäten, Verkehrsanbindungen und Fortbildungsbedarf.

Ergebnisse
85,3 % der Krankenhäuser waren der Stufe 2 oder darunter zugeordnet. Kritische Mängel zeigten sich in der rheumatologischen Versorgung: 93,3 % verfügten über keine eigenständige rheumatologische Abteilung, 70,8 % hatten keine rheumatologischen Fachbereiche und 36,8 % keine zertifizierten Rheumatologen. Zudem fehlten in 66,5 % der Krankenhäuser HLA-B27-Tests und in 54,3 % MRT-Untersuchungen der Wirbelsäule/Sakroiliakalgelenke.

Geografische Barrieren erschwerten die Versorgung: 34,8 % der Krankenhäuser lagen über 100 km von städtischen Zentren entfernt (Durchschnitt: 90 km), 92,7 % über 100 km von Provinzhauptstädten (Durchschnitt: 301 km). Eine Befragung in Xi’an ergab, dass nur 45,3 % der AS-Patienten Biologika erhielten, was auf Distanzen zu spezialisierten Einrichtungen und hohe Kosten zurückgeführt wird.

Fortbildungsbedarf
Ärzte präferierten traditionelle Lernmethoden: Theorieausbildung vor Ort (78 %), Rotationen in höheren Krankenhäusern (68 %), regelmäßige Konsultationen (66 %), Vor-Ort-Besuche (60 %). Online-Schulungen (50 %) und akademische Konferenzen (48 %) wurden weniger nachgefragt.

Limitationen
Einschränkungen umfassen unberücksichtigte Transportmöglichkeiten der Patienten, unvollständige Medikationsdaten und mangelnde Ausbildung der Ärzte in AS-spezifischer Diagnostik. Zukünftige Studien sollten Diagnosegenauigkeit und Therapieeffizienz einbeziehen.

Schlussfolgerung
Die Studie unterstreicht kritische Defizite in der AS-Versorgung: unzureichende Infrastruktur, Fachkräftemangel und geografische Hürden. Lösungsansätze umfassen den Ausbau rheumatologischer Abteilungen, verbesserte Diagnostik (insbesondere MRT) sowie gezielte Fortbildungen. Frühe Interventionen sind entscheidend, um Behinderungen zu vermeiden und sozioökonomische Folgen zu reduzieren.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000002200

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