Alkoholkonsum bei Patienten mit Lebererkrankungen in China: Eine Analyse
Alkoholkonsum gilt seit Langem als ein signifikanter Risikofaktor für Leberschäden. Dennoch gibt es nur begrenzte Forschung zur Korrelation zwischen Alkoholkonsum und Lebererkrankungen bei Patienten in China. Diese Studie untersucht die Prävalenz des Alkoholkonsums, assoziierte Risikofaktoren, Lebererkrankungen und chronische Begleiterkrankungen bei chinesischen Patienten mit Lebererkrankungen.
Methodik
In einer Querschnittsstudie wurden Patienten mit Lebererkrankungen aus 30 Provinzen, autonomen Regionen und regierungsunmittelbaren Städten Chinas eingeschlossen. Die Teilnehmer absolvierten einen Fragebogen, einschließlich des Alcohol Use Disorders Inventory Tests (AUDIT). Basierend auf dem AUDIT-Score wurden sie in Niedrigrisiko-Trinker (Score <8), riskante Trinker (Score 8–15) und schädliche Trinker (Score ≥16) kategorisiert. Von 1489 Teilnehmern wurden 900 (60,44 %) als Alkoholkonsumenten eingestuft: 8,66 % Ex-Trinker, 22,10 % Niedrigrisiko-Trinker, 17,13 % riskante Trinker und 12,56 % schädliche Trinker.
Ergebnisse
Alkoholkonsum korrelierte signifikant mit folgenden Merkmalen: Männer unter 40 Jahren, höheres Familieneinkommen, akademischer Bildungsgrad, Alleinlebende, höherer Body-Mass-Index (BMI), aktive Raucher und Ex-Raucher. Bei 18,07 % der Teilnehmer mit Zirrhose stieg das Zirrhose-Risiko mit erhöhtem Alkoholkonsum. Schädliche Trinker hatten zudem ein höheres Risiko für Hypertonie und Herzerkrankungen, während riskante und schädliche Trinker häufiger Hyperlipidämie aufwiesen.
Die WHO betont, dass Alkoholkonsum global 5,1 % der Krankheitslast ausmacht. In China ist Alkoholkonsum kulturell tief verankert, insbesondere in ländlichen Regionen. Laut dem Chinese Health and Nutrition Survey konsumierten 34 % der Bevölkerung im letzten Jahr Alkohol. Die Interaktion zwischen Alkoholkonsum und Hepatitis-B- (HBV) oder Hepatitis-C-Virus (HCV) ist kritisch, da Alkohol das Risiko für Zirrhose und hepatozelluläres Karzinom (HCC) bei HBV/HCV-Infizierten unabhängig erhöht.
Alkoholkonsumverhalten
43,56 % der Konsumenten tranken monatlich oder seltener; 54,22 % konsumierten 1–2 Getränke pro Tag. 3,78 % tranken ≥4-mal wöchentlich und ≥10 Getränke pro Session. 41,12 % konsumierten mindestens 5 Getränke pro Gelegenheit monatlich. Auffällig war, dass 45,22 % der Teilnehmer angaben, nicht aufhören zu können, sobald sie begannen, und 41,44 % nach Konsum funktionelle Einschränkungen erlebten. Zudem verspürten 26,33 % morgendlichen Alkoholdrang nach starkem Konsum, und 44,33 % litten unter Schuldgefühlen post Konsum.
Korrelation mit Lebererkrankungen
HBV war die Hauptinfektion bei 46,41 % (691/1489) der Teilnehmer. Unter den 269 Patienten mit Zirrhose (18,07 %) war der Anteil schädlicher Trinker signifikant höher. Jedoch zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und HCC-Rate.
Chronische Begleiterkrankungen
Schädliche Trinker hatten erhöhte Odds Ratios für Hypertonie (OR 2,07; 95 %-KI 1,16–3,68) und Herzerkrankungen (OR 3,09; 95 %-KI 1,66–5,75). Riskanter und schädlicher Konsum korrelierte mit Hyperlipidämie (OR 1,64 bzw. 1,98). Kein signifikanter Zusammenhang bestand zu Diabetes mellitus oder Magenerkrankungen.
Schlussfolgerung
Die Prävalenz von Alkoholkonsum und -abhängigkeit bei Lebererkrankungen ist in China hoch, insbesondere bei jungen Männern mit höherem Einkommen, Bildungsniveau, Alleinlebenden, erhöhtem BMI und Rauchern. Steigender Alkoholkonsum erhöht nicht nur das Zirrhose-Risiko, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen. Früherkennung, kurze Interventionen in der Primärversorgung und Entwöhnungsprogramme sind entscheidend, um die alkoholbedingte Krankheitslast zu reduzieren.
doi:10.1097/CM9.0000000000000043