Analyse des evolutionären Pfades und der Hotspots angeborener lymphoider Zellen basierend auf einer Wissenslandkarte

Analyse des evolutionären Pfades und der Hotspots angeborener lymphoider Zellen basierend auf einer Wissenslandkarte

Angeborene lymphoide Zellen (ILCs) bilden eine heterogene Population von Lymphozyten, die keine antigenspezifischen Rezeptoren exprimieren, aber Zytokine produzieren, die denen von T-Helferzellen ähneln. In den letzten zehn Jahren hat die Erforschung von ILCs ihre entscheidende Rolle als geweberesidente Zellen bei der Regulation von Entzündungen, Gewebeumbau und metabolischer Homöostase aufgezeigt. Diese Zellen sind in Krankheitsprozesse wie Asthma, allergischer Rhinitis, chronisch-entzündlicher Darmerkrankung und Krebs involviert. Obwohl zahlreiche Übersichtsarbeiten existieren, basieren diese meist auf deskriptiven oder qualitativen Analysen, die das gesamte Forschungsfeld nicht umfassend abbilden. Diese Studie untersucht die evolutionären Forschungsschwerpunkte, zeitliche Verteilung und geografische Zusammenarbeit im Bereich der ILC-Forschung mittels bibliometrischer Methoden.

Methoden

Mithilfe von Bibliometrie und Wissenslandkarten-Tools (CiteSpace V 5.0.R1 SC) wurden 3.083 zwischen 2010–2019 publizierte ILC-Studien analysiert. Die Daten stammen aus der Science Citation Index Expanded-Datenbank. Suchbegriffe umfassten „innate lymphoid cells“, „natural helper cells“ und verwandte Nomenklaturen, die seit der Klassifikation 2013 etabliert wurden. Eingeschlossen wurden Artikel und Reviews.

Ergebnisse

Zeitliche Verteilung

Die Publikationsanzahl stieg von 12 (2010) auf 660 (2018), wobei 90,3% aller Arbeiten nach 2014 erschienen. Dies unterstreicht das wachsende wissenschaftliche Interesse an ILCs.

Kooperationsnetzwerke

Führende Forscher umfassen Andrew N.J. McKenzie (58 Artikel), David Artis (52) und Marco Colonna (37). Kooperationsgruppen sind vorhanden, aber nur lose vernetzt, was Potenzial für intensivierte Zusammenarbeit aufzeigt.

Geografische Verteilung

Die USA (1.333 Artikel), Großbritannien (367) und China (332) dominieren die Forschung. Führende Institutionen sind das Institut Pasteur (92 Artikel), die Washington University und das National Institute of Allergy and Infectious Diseases. Chinesische Akademie der Wissenschaften platziert sich auf Rang 33 (26 Artikel).

Forschungsschwerpunkte

Die Keyword-Analyse identifizierte drei Cluster:

  1. Immunologie: Adaptive Immunität (168 Nennungen), Typ-2-Immunantwort (223), dendritische Zellen (469)
  2. Zellbiologie: Natürliche Killerzellen (594), Zytokine (338), Differenzierung (315)
  3. Krankheitsbezug: Entzündung (574), Asthma (379), Krebs (66)

Frühe Schwerpunkte (vor 2014) betrafen allergische Entzündungen und Gewebehomöostase. Neuere Themen umfassen Krebs, Zellplastizität und Interaktionen mit Eosinophilen/B-Zellen. Beispielsweise zeigt die Umwandlung von NK-Zellen in ILC1s im Tumormikromilieu unter TGF-β-Einfluss therapeutische Relevanz.

Diskussion

Die ILC-Forschung hat sich dynamisch entwickelt, wobei grundlegende Mechanismen der Zellplastizität und gewebespezifischen Funktionen im Fokus stehen. Die USA fungieren als treibende Kraft durch intensive internationale Kooperationen. Künftige Forschung sollte sich auf transkriptionelle Regulationsnetzwerke, Krebsimmunologie und translationale Anwendungen konzentrieren. Die Identifikation von ILC-Subtypen und deren kontextabhängige Plastizität bietet Ansatzpunkte für gezielte Immuntherapien.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000000834

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