Antikörperprävalenz und Immuntherapie-Ansprechen bei chinesischen Patienten

Antikörperprävalenz und Immuntherapie-Ansprechen bei chinesischen Patienten mit Epilepsie und Enzephalopathie: Scores für Patienten mit unterschiedlichen neuronalen Oberflächenantikörpern

Einleitung
In den letzten Jahrzehnten hat die Entdeckung spezifischer neurologischer Autoantikörper das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Immunmechanismen und autoimmuner Enzephalopathie oder Epilepsie erheblich vorangetrieben. Die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) erkannte 7 die Immunätiologie offiziell als eine der sechs Hauptursachengruppen für Epilepsie an. Studien zeigen, dass über 10% der Epilepsiefälle eine autoimmune Ursache haben könnten, wobei ein erheblicher Anteil von Patienten mit Epilepsie unklarer Ätiologie positive Tests auf neuronale Antikörper aufweist. Frühe Diagnose und rechtzeitige Immuntherapie sind entscheidend für die Verbesserung der klinischen Ergebnisse. Zur Unterstützung wurden Scores wie der „Antibody Prevalence in Epilepsy“ (APE)-Score, seine modifizierte Version (APE2) und der „Antibody Prevalence in Chinese Patients with Epilepsy and Enzephalopathie“ (APE2-CHN)-Score entwickelt. Diese Studie evaluiert die Anwendung von APE2 und APE2-CHN bei chinesischen Patienten mit Epilepsie und Enzephalopathie, insbesondere hinsichtlich der Vorhersage neuronaler Oberflächenantikörper und des Immuntherapie-Ansprechens.

Methoden
In die Studie wurden 1.365 Patienten mit epileptischen Anfällen als Hauptmerkmal am Xuanwu-Krankenhaus der Capital Medical University von Juni 2016 bis Juni 2020 eingeschlossen. Patienten mit metabolischen oder strukturellen Hirnläsionen wurden ausgeschlossen. Von 915 Patienten mit Epilepsie unklarer Ätiologie wurden Autoantikörper in Serum und/oder Liquor untersucht. 191 Patienten waren positiv für neuronale Oberflächenantikörper (NMDAR, LGI1, CASPR2, AMPA2R, GABAR-B). Patienten mit unspezifischen Antikörpern (Hu, Yo, GAD65) wurden ausgeschlossen. Alle Patienten wurden mittels APE2, APE2-CHN, RITE2 und RITE2-CHN bewertet. Das Therapieansprechen wurde anhand des modifizierten Rankin-Scores (mRS) definiert (≥1-Punkt-Verbesserung oder >50% Anfallsreduktion nach 6 Monaten).

Ergebnisse
Von 915 Patienten waren 191 (20,87%) positiv für neuronale Oberflächenantikörper: NMDAR (115), LGI1 (47), CASPR2 (8), AMPA2R (4), GABAR-B (11); 6 hatten multiple Antikörper. Die Sensitivität und Spezifität von APE2 ≥4 betrugen 74,35% bzw. 81,77%, während APE2-CHN ≥4 75,92% bzw. 84,53% erreichte. Acht Patienten mit APE2 <4 hatten APE2-CHN ≥5, alle mit Gedächtnisstörungen. APE2-CHN zeigte höhere Sensitivität für NMDAR-, aber geringere für LGI1-Antikörper. Von 191 Antikörper-positiven Patienten erhielten 187 (97,91%) eine Immuntherapie, 142 (74,35%) verbesserten sich. Patienten mit LGI1-Antikörpern und RITE2-CHN ≥8 sprachen besonders gut an.

Diskussion
APE2 und APE2-CHN sind nützlich zur Vorhersage neuronaler Oberflächenantikörper bei chinesischen Patienten. APE2-CHN identifizierte effektiver Patienten mit Gedächtnis-, Sprachstörungen und Bewusstseinsminderung. Die Scores variierten je nach Antikörpertyp: höchste Sensitivität für NMDAR, geringste für CASPR2 (möglicherweise aufgrund peripherer Nervenschäden). Hohe APE2/APE2-CHN-Scores korrelierten mit schlechterem Therapieansprechen, vermutlich aufgrund schwererer Symptome. RITE2-CHN war prädiktiv für Anti-LGI1-Enzephalitis.

Einschränkungen
Die Studie fokussierte auf spezifische Oberflächenantikörper, schloss jedoch unspezifische (Hu, Yo, GAD65) aus. Kleine Fallzahlen bei AMPA2R und Single-Center-Design limitieren die Generalisierbarkeit.

Zusammenfassung
APE2-CHN und RITE2-CHN sind wertvolle Tools zur Vorhersage neuronaler Oberflächenantikörper und des Immuntherapie-Ansprechens bei chinesischen Patienten. APE2-CHN eignet sich besonders bei kognitiven und Sprachstörungen, RITE2-CHN bei Anti-LGI1-Enzephalitis. Hohe Scores deuten auf schlechteres Ansprechen hin, was die Notwendigkeit früher Intervention unterstreicht. Zukünftige Studien sollten multizentrische Kohorten und nicht-spezifische Antikörper einbeziehen.

doi.org/10.1097/CM9.0000000000001701

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