Anwendung des „Fabulous“-Stent-Systems zur Verbesserung des aortalen Remodelings nach TEVAR bei Typ-B-Aortendissektion
Die thorakale endovaskuläre Aortenreparatur (TEVAR) gilt als etablierte Therapie für Typ-B-Aortendissektionen (TBAD). Allerdings weist die Standard-TEVAR Limitationen in der Förderung des distalen aortalen Remodelings auf, insbesondere bei komplexen Fällen. Die PETTICOAT-Technik (Proximal Extension To Induce Complete Attachment) hat vielversprechende Ergebnisse beim distalen Remodeling gezeigt. Dennoch weist das bisher verfügbare Zenith-Dissektions-Endovascular-System Einschränkungen auf, darunter begrenzte Größen und ein einheitliches Taper-Design, das den anatomischen Gegebenheiten, insbesondere bei ostasiatischen Populationen, nicht ausreichend gerecht wird. Zur Überwindung dieser Limitationen wurde das neue „Fabulous“-Stent-System entwickelt.
Das „Fabulous“-System basiert auf dem PETTICOAT-Konzept und besteht aus einer proximalen gedeckten Stentprothese und einer distalen unbedeckten Stentkomponente. Es umfasst 13 Modelle mit Durchmessern der Stentprothese von 20–44 mm und des unbedeckten Stents von 16–40 mm. Die Platzierung der proximalen Prothese erfolgt analog zur Standard-TEVAR, während der distale unbedeckte Stent oberhalb der Truncus-coeliacus-Abgangsebene mit einer 3–4 cm langen Überlappung positioniert wird. Dieses Design zielt darauf ab, die anatomische Adaptation zu optimieren und Komplikationen wie stentgraft-induzierte Neueintritte (SINE) zu reduzieren.
In einer vergleichenden Studie wurden 134 TBAD-Patienten mit dem „Fabulous“-System und 159 Patienten mit Standard-TEVAR behandelt. Mittels Inverse-Probability-Treatment-Weighting (IPTW) wurden Baseline-Charakteristika adjustiert. Beide Gruppen zeigten vergleichbare Endoleak-Raten (P > 0,05). In der „Fabulous“-Gruppe traten keine Reinterventionen oder SINE auf, was auf die flexible, semi-vernähte Wellenstruktur des unbedeckten Stents zurückgeführt wird. Zur Bewertung des Remodelings wurde die distale Aorta in zwei Segmente unterteilt: Segment 1 (von der distalen Stentprothese bis zum Truncus coeliacus, enthält den unbedeckten Stent) und Segment 2 (vom Truncus coeliacus zur Nierenarterie).
Segment 1:
Die „Fabulous“-Gruppe zeigte signifikant bessere Ergebnisse in der Expansion des wahren Lumens (TL) und der Reduktion des falschen Lumens (FL). Der minimale TL-Durchmesser betrug 22,95 ± 5,55 mm vs. 18,99 ± 6,12 mm (P = 0,001), der maximale FL-Durchmesser 9,06 ± 12,27 mm vs. 25,20 ± 12,65 mm (P < 0,001). Die TL-Expansion verbesserte sich um 8,98 ± 0,91 mm vs. 5,84 ± 0,79 mm (P < 0,001), die FL-Reduktion um -20,9 ± 1,67 mm vs. -4,96 ± 1,46 mm (P < 0,001). Die totale Aortenlumenzahl verringerte sich von 8,58 ± 2,62 mm² auf 7,36 ± 3,17 mm² (P < 0,001).
Segment 2:
Auch hier überlegen war die „Fabulous“-Gruppe in der TL-Expansion (16,97 ± 5,01 mm vs. 15,23 ± 4,76 mm; P = 0,025) und FL-Reduktion (11,53 ± 8,87 mm vs. 18,14 ± 10,10 mm; P < 0,001). Die TL-Änderung betrug 2,71 ± 0,42 mm vs. 2,54 ± 0,4 mm (P < 0,001), während die totale Lumenzahl unverändert blieb (6,21 ± 1,66 mm² vs. 6,32 ± 2,47 mm²; P = 0,510).
Hinsichtlich der FL-Thrombosierungsrate zeigte die „Fabulous“-Gruppe eine signifikant höhere Thrombosierungsaktivität in Segment 1. Im Vergleich zum Zenith-System ermöglichte das „Fabulous“-System eine verbesserte distale FL-Thrombose und TL-Expansion ohne signifikante Aortenerweiterung. Ursächlich hierfür sind drei Designmerkmale: (1) Eine mit Nitinoldraht verstärkte Radialstruktur, (2) eine multifilamentäre Verbindungskomponente für Flexibilität und (3) ein multi-Taper-Design mit 15–30 % Oversizing, das anatomische Varianten besser berücksichtigt.
Zusammenfassend zeigt das „Fabulous“-System überlegene Remodeling-Effekte gegenüber der Standard-TEVAR, insbesondere in asiatischen Populationen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines anatomisch adaptiven Stent-Designs. Großangelegte Langzeitstudien sind erforderlich, um die Durabilität des Systems zu validieren.
DOI: 10.1097/CM9.0000000000002658